Eine Burg aus Fußstützen & ein Aquarium auf dem Dach

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Als die Büromöbel-Experten die Räumlichkeiten in der Washingtonstraße bezogen, waren die Kellerräume leer. Den Realisten unter uns bot sich dort potentieller Stauraum für Waren aller Art, manch einer gab sich den Träumen eines Gemeinschaftsraums mit Kickertisch und Minibar hin. Mit der Zeit kamen die ersten Lieferungen, die wir auf Vorrat gekauft hatten.

Einen Teil schickten wir in die Welt hinaus, ein Teil blieb. Neben Gästen mit kurzer Verweildauer (zwischengelagerte Bestellungen, Wasserkästen, Druckerpapier), gab es Kram, der gekommen war, um zu bleiben:

  • Diverses Klein-Zeugs, wie kistenweise Kataloge vom Vorjahr („Zu schade zum Wegschmeißen!“)
  • Tischplattenmustern aus den 70ern („Die kommen wieder!“)
  • und Unmengen an unsortierten Kabelmetern („Die sind noch gut!“)

Es gibt es auch einen Grill, eine illustre Zusammenstellung an Fahrrädern, die einem WG-Keller alle Ehre machen würden oder ein löchriges Partyzelt, das in einem Anflug von „Brauchen wir!“ gekauft wurde.

Mittlerweile findet sich dort auch eine historisch wertvolle Sammlung an Druckergeräten. Natürlich lagern dort Klassiker, wie der Epson c65 oder der Canon Office Nr. 5. Aber auch Schmankerl, wie der Konica Minolta Quadro forte oder der Brother 2 – monochrome Edition. Kenner wissen, was ich meine.

Letztens kam eine Lieferung mit 500 Fußstützen an. Wo auch immer noch Platz im Keller war, wurde er mit Fußstützen gefüllt. Wenn Kisten bis an die Decke gestapelt waren, passte da mit Sicherheit noch eine Stütze zwischen. Wozu braucht man ein Schwerlastregal, wenn man auch eines aus Fußstützen bauen kann, in das man wiederum usw…

In jeder noch so kleinen Ritze steckt, liegt oder keilt nun einer von diesen ergonomischen Helferlein. Die Statik des Hauses hat sich dadurch so immens verbessert, dass wir auf dem Dach ein Atlantik-Aquarium installieren konnten. (50.000 Liter – ein großes Hallo für die ganze Familie!)

Vor Kurzem wollte es unser Redakteur Stephan genau wissen und begab sich nach unten in den Keller. Er ist seitdem nicht mehr aufgetaucht, doch es scheint ihm gut zu gehen. Er hat sich eine Burg aus Fußstützen gebaut und reicht uns immer mal wieder Bestellungen raus.

Wenn es keine neuen Kellerräume mehr gibt, die wir anmieten können, müssen wir anbauen. Oder umziehen. Ein ganz gewitzter Kollege schlug kontrollierte Sprengung vor. Oder die nächste Flut erledigt das Problem. Wir wissen es nicht. Doch bis es soweit ist, reichen wir Stephan regelmäßig Pizza und Mate runter und machen das Beste draus.

1 Kommentar

  1. Genial, ich hoffe die Kolumne bleibt. Hat sehr viel Spaß gemacht zu lesen. Grüße an den Kellerbewohner. Grüße Dany

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