Nachhaltige Büroeinrichtung – darauf sollten Sie achten

Das Thema Nachhaltigkeit sollte alltäglich sein. Immer wieder in den Köpfen auftauchen – Fragen nach der Notwendigkeit und welche Optionen schonender seien – diese Gedanken sollten standardisiert werden. Immer wieder beschäftigen wir uns mit diesem Thema, darum stellen wir hier das Konzept nachhaltiger Optionen für den Bereich der Büromöbel vor. Welche Möglichkeiten es gibt, was nachhaltige Büromöbel ausmachen und warum sie sich von herkömmlicher Büroeinrichtung unterscheidet – dies wollen wir zum Thema machen.

Für was steht das Wort Nachhaltigkeit und wie lässt sich das Umsetzen?

    Dazu fallen immer wieder folgende Begriffe:

  • Recycling
  • Upcycling
  • Ressourcensparend
  • Schadstofffrei
  • Gesund
  • Fair

Vergessen wird oft der soziale Aspekt dabei. Dies macht die Sache auch komplizierter. Trotzdem, Nachhaltigkeit sollte sich im Idealfall immer auf den ökologischen, den ökonomischen und den sozialen Aspekt beziehen. Es geht schlussendlich um das Handlungsprinzip der Ressourcennutzung ohne ökologische Systeme zu zerstören. Dies sollte fair gestaltet werden und aus natürlichen Bestandteilen bestehen, um die Natur auch nicht nachhaltig zu gefährden.

Die Grundpfeiler für Nachhaltigkeit

  1. Ökologie

Die moderne Verwendung dieses Begriffes bezieht sich vor allem auf die schonende Nutzung von Umweltressourcen. Ursprünglich stand der Begriff Ökologie für eine Forschung der Beziehung der Lebewesen zu ihrer Umwelt. Ein bekannter Begründer war zum Beispiel Charles Darwin. Heute wird sich in diesem Zusammenhang auf ökologische Problemstellungen bezogen, hervorgerufen durch modernen Methoden und neuartiger Umweltbelastungen. Aus einer ursprünglich wertneutralen Naturwissenschaftsdisziplin in eine als positiv empfundene Norm und als ein zu erreichendes Ziel entwickelt worden, dem wir uns nun alle angenommen haben. Das Wort „ökologisch“ wurde zum Synonym von Werten wie umweltverträglich, sauber, rücksichtsvoll oder auch was gut und richtig empfunden wurde im Bezug zu umweltbewusstem Handeln. Schadstofffreie Materialien und ressourcenschonende Nutzung wurden zum Grundpfeiler ökologischen Handelns.

  1. Ökonomie

Der moderne Ansatz einer Definition des Wortes Ökonomie bezieht sich vor allem auf die Gesamtheit aller Strukturen und Prozesse der Produktion, Distribution und Konsum von Gütern und Dienstleistungen. Ursprünglich beschrieb dieses Wort das planvolle Handeln (das wirtschaftliche) innerhalb einer Institution, wie eines Haushaltes. Vor der Modernisierung war ein Ökonom ein Landwirt und als Ökonomie wurde die Agrarwirtschaft (die Gesamtwirtschaft der Produktion aus Tier und Pflanzenwelt) bezeichnet. Heute beschreibt der Begriff im Zusammenhang der Nachhaltigkeit die bestmögliche Befriedigung des Marktes mit einer knappen Ressourcennutzung. Es geht um das effiziente Wirtschaften.

  1. Soziale Anforderungen

Der dritte Grundpfeiler der Nachhaltigkeit beschreibt den sozialen Aspekt. Definiert wird dies mit der sozialen Nachhaltigkeit, welche in viele Bereiche unserer modernen Gesellschaft eingreift. Es geht um das Handeln ohne die Welt zu zerstören, aber auch um Gleichberechtigung. Es wird in den Aspekt der Sicherung der Grundbedürfnisse eingegriffen, in der es auch um die Armutsbekämpfung geht. Der Zugang für alle, chancengleiche und faire Verteilung der Ressourcen. Dies bezieht sich nicht nur auf die wirtschaftliche Ebene, sondern auch auf ethische Grundsätze, wie einer fairen Geschlechterverteilung.

Welchen Möglichkeiten bietet die Büromöbelbranche

Büromöbel aus Stahl

Stahl ist ein Material welches recycelbar. Die Möglichkeit der Wiederverwertung von Büroutensilien aus Stahl macht es aus, dass diese Produkte positiv aus die Ökobilanz auswirken. Hierzu gehören zum Beispiel Ablageflächen, Utensilios, Stahlschubladen, Monitorhalter oder Schlüsselkästen. Aber auch Mülleimer aus Stahl, Computerhalter, oder Lampen.

Bürobeleuchtung mit LED-Technik

Das Lampen aus recyceltem Material entstehen können, beweisen mittlerweile auch sehr viele deutsche Hersteller. Mit ihrer Technik und der Nutzung von LED-Leuchten erreichen diese zudem eine weitere Ökobilanz, da hierbei der Stromverbrauch erheblich gesenkt wird. Besonders zu beachten sind Leuchten mit einer Effizienzklasse von A bis A++.

Recycelbare Kunststoffe

Stühle wie auch kleinere Kunststoffutensilien, wie Dokumentenhalter oder Kabelspiralen werden oft aus recycelten Kunststoffen produziert. Kunststoff selbst ist sehr umstritten, da es in der Natur sehr schlecht abbaubar ist. Umso wichtiger ist es, dass diese Produkte aus schon produziertem Material wieder entstehen. Allgemein zeichnen sich mittlerweile viele Hersteller aus Deutschland damit aus, dass ihre Produkte aus recyceltem Material entstehen und auch wiederverwertbar sind. So zum Beispiel sind Utensilien für den Arbeitsplatz wie mittlerweile jegliche Fußmatten deutscher Hersteller, Schreibtischunterlagen oder Sortierboxen aus recycelten Kunststoffen produziert worden.

Nachhaltige Ressourcenverwertung

Es gibt deutsche Firmen, welche damit werben, dass der zur Produkterzeugung benötigte Strom größtenteils aus eigenen, regenerativen und alternativen Energiequellen wie Blockheizkraftwerk und Photovoltaikan­lagen gewonnen wird. Alternativ gibt es auch die Hersteller, welche die Möglichkeit nutzen, aus Windturbinen Energie zu beziehen, oder ihren gesamten Strom aus zertifizierter CO2-neutraler Wasserkraft nutzen. Zudem werben sie damit, dass sie zertifiziertes Öko-Erdgas für ihre Heizung an ihren Standorten einsetzen. Mit einem Blick auf die Philosophie der Hersteller oder auf markante Zeichen, lassen sich die Produkte schnell herausfiltern.

Büromöbel aus nachhaltige Forstwirtschaft

Gerade im Bereich der Büromöbel-Branche spielt eine nachhaltige Fortwirtschaft eine bedeutende Rolle. Das heißt, das Holz kommt aus Wäldern, die verantwortungsvoller bewirtschaftet werden. Firmen, welche dieses für ihre Produktion verwenden, werden mit dem FSC-Siegel ausgezeichnet. Dies geht von Möbeln über zu Trennwänden und auch Stühlen und Wanduhren. Andere Auszeichnungen hierfür sind Produkte, die mit dem blauen Siegel, oder dem EU-Ecolabel ausgezeichnet sind.

Bewusster Umgang mit Produktabfällen und Verpackungen

Allgemein wird von den deutschen Herstellern immer mehr darauf geachtet, dass anfallenden Produktionsabfälle recycelbar sind. Einige versuchen auch ohne Verpackung auszukommen, oder die Waren sind ökologisch verpackt mit bis zu 100% recycelbaren Verpackungen. Leichtere Materialien, auch in der Verpackung, senken zudem die Transportkosten.

Ein weiter Fortschritt ist der Biokunststoff

Immer mehr Firmen stellen ihre Produktion um auf Biokunststoff. Auf der Orgatec 2018 (der großen Messe für Büromöbel in Köln) wurden innovative Ideen vorgestellt. Produkte aus Naturabfällen, wie Laub oder aus Harzen werden wirken zudem besonders edel. Aber auch Bienenwaben wurden verarbeitet:

Und es gibt mittlerweile deutsche Hersteller, welche mit dem Biokunststoff S2PC, einem Kunststoff bestehend aus nachwachsenden Rohstoffen, arbeiten. Dieser ist biologisch abbaubar und besteht aus den Schalen der Sonnenblumenkerne.

Büro-Produkte aus Bambus

Bambus ist ein idealer Rohstoff, auch für die Büromöbelindustrie. Er wächst sehr schnell, benötigt kaum Düngemittel, Pestizide oder künstliche Bewässerungsmethoden. Bambus ist ein sehr hartes und dichtes Holz, woraus widerstandsfähige und langlebige Möbel und Büroutensilien hergestellt werden können. Gleichzeitig ist das Holz leicht und flexibel. Zudem ist Bambus recycelbar. Mittlerweile werden viele Produkte, wie Stiftehalter, Ordnungssysteme oder Schubladen aus Bambus angeboten.

Korkprodukte

Sie sind nicht nur modisch der Renner, sie haben auch eine erhöhte positive Bilanz auf die Umwelt. Kork ist als Naturprodukt gut verträglich und vielseitig verarbeitbar. Mittlerweile gibt es sogar Stoffe aus Kork. Das Besondere daran ist, er ist vegan, leicht, robust und vor allem nachhaltig.

Büromöbel aus regionaler Herstellung

Ein wichtiger Aspekt ist auch die regionale Qualität. Produkte aus Deutschland haben mehrere Vorteile.  Zum einem stehen sie für eine Fertigung mit fortschrittlichen Maschinen. Dies ist aus gesundheitlicher Sicht, für die Mitarbeiter und aus ökologischerer Sicht (stromsparend) interessant. Zudem werden deutsche Produkte so fortschrittlich produziert, dass diese auch für den Endverbraucher ebenso ökonomisch wie ökologisch sind, wie zum Beispiel beim Sparen von Strom. Außerdem gelten in Deutschland andere Richtlinien, auch aus sozialer Sicht. Die Arbeit ist oft fairer als im Ausland. Und die Transportkosten sind niedriger, da Produkte vor Ort verkauft werden.

Man sieht es den Produkten nicht unbedingt an

Zum Beispiel diese Unterbauschublade wirkt sehr unscheinbar, ist aber ein wunderschönes natürliches Accessoire für den Arbeitsplatz.

Dieser Rollcontainer besteht zum Teil aus Biokunststoff S2PC. Ein Material aus hochwertiger Qualität mit ökologischer Verantwortung. Er ist stabil, ressourcenschonend und nachhaltig.

Durch das Reduzieren des benötigten Rohöl-Anteils um 30 bis 70% ist diese Kunststoff-Art umweltschonender.

Die analoge Wanduhr Baltic wird vom Hersteller UNILUX als die ökologische Uhr beschrieben, da hier eine Symbiose aus massiven wunderschönen Echtholz mit Kunststoff und Glas eingegangen wird. Dies macht diese Uhr zu einem modernen natürlichen Accessoire, welches Wohlbefinden ausstrahlt.

Worauf können Sie achten?

Gute Zeichen sind diese, welche auf Nachhaltigkeit, Natürlichkeit und eine positive Ökobilanz hinweisen. Oft wird auch vegan mit ins Spiel gebracht, da hierfür keine Lebewesen leiden mussten. Vorteil dabei ist, dass selbst der Kleber aus ökologisch abbaubaren Bestandteilen besteht. Aber auch die Regionalität spielt eine Rolle. Bekannte Siegel, welche auf eine positive Ökobilanz hindeuten sind diese:

Ganz bekannt ist der Recycling-Code. Dies zeigt auf, dass Produkte so zu verarbeitet und verwendet werden, wieder genutzt werden können. Diese drei grünen Pfeile spiegeln den Verwertungskreislauf wider.

Der blaue Engel weist in Deutschland auf besonders umweltschonende Produkte und Dienstleistungen hin. Mittlerweile ist das Label ist eines der ältesten und bekanntesten Kennzeichen, an dem sich umweltbewusste Verbraucher orientieren können. Es zeichnet Büromaterial, Haushaltszubehör, Elektrogeräte und vieles mehr aus.

Dies ist das Europäische Gesundheitslabel, welches dementsprechend als ein internationales Gütesiegel gilt und Produkte und Dienstleistung kennzeichnet, die umweltverträglich und ökologisch sind. Die Prüfung ist weitreichend und geht über die Verpackung, Gebrauchstauglichkeit, Langlebigkeit, inkl. gesundheitlicher Aspekte und einer umweltverträglichen Entsorgung.

Wichtig in der Büromöbelbranche, auch für Kleinteile, ist die „Textile Sicherheit“. Mit diesem Siegel wird sichergestellt, dass die verwendeten Textilien schadstofffrei sind, beginnend beim Material (Stoff und Leder) bis hin zu verwendeten Teilen wie die Fäden und Kleber.

Alles im allem gibt es noch zahlreiche andere Siegel. Auch geben viele Hersteller eigene Symbole an, hierbei ist zu beachten, welchen Richtlinien sie sich verschrieben haben.

Fazit

Nachhaltige Büroutensilien zu erwerben, heißt zwar umweltbewusst zu handeln, nicht aber ohne sich selbst auch zu informieren. Viel wird heute von Nachhaltigkeit gesprochen, schnell lassen sich Siegel kaufen. Doch wer ernsthaft vorhat, bewusst zu handeln, der sollte hinterfragen. Dies fängt bei kleinen Dingen an und endet am Ende bei einer ganzen Büroausstattung.

[Gesamt:2    Durchschnitt: 5/5]

Beitrag kommentieren

Navigate