Hybrides Arbeiten – Dabei handelt es sich um ein Arbeitskonzept was bereits in einer Vielzahl an Unternehmen eine Rolle spielt. In unserem Beitrag gehen wir näher auf die Entstehung des Begriffs ein und wollen besonders die Vorteile dahinter erläutern. Was macht “hybrid work” aus und hat es eine Daseinsberechtigung in der zukünftigen Arbeitswelt?

Woher kommt der Begriff “Hybrides Arbeiten”?

Auch schon in den Zeiten vor der Pandemie hat ein Wandel der Arbeitswelt begonnen, in welchem die tägliche Arbeit räumlich flexibler geworden ist. So hatte es sich in großen Techunternehmen und der IT-Branche fest etabliert, dass Arbeitnehmende einen festen Teil der Arbeitszeit von zu Hause aus oder einem anderen Ort arbeiten. Damit entstand der Gebrauch des Begriffes „hybrides Arbeiten“. Sie bezeichnet die Mischung aus physischer und digitaler Präsenz im Arbeitsalltag.

Insgesamt konnten vor der Pandemie lediglich ein Viertel der Erwerbstätigen von einem anderen Ort als dem Büro arbeiten. Durch die Pandemie und die damit einhergehende Homeoffice-Pflicht hat sich dieses Bild drastisch gewandelt. Denn zu Krisenzeiten lag die Quote der von zu Hause aus Arbeitenden über einen sehr langen Zeitraum hinweg bei über 50 Prozent. Seitdem ist das zumindest teilweise ortsunabhängiges Arbeiten aus der Arbeitswelt gar nicht wegzudenken. Das macht deutlich, dass die Zukunft der Arbeitswelt hybrid ist.

Hybrides Arbeiten - Das sind die Vorteile 2

Die Arbeit im Home-Office gehört besonders seit Beginn der Corona Pandemie zum Arbeitsalltag vieler Menschen.

Hat das hybride Arbeitskonzept Potenzial in der zukünftigen Arbeitswelt?

Digitale Hilfsmittel und Tools bilden das Rückgrat, ohne welche mobile Kollaboration gar nicht erst möglich ist. Schließlich müssen Dokumente ausgetauscht und die Kommunikation sichergestellt werden. Letzteres kann über das Telefon, E-Mails oder auch Chats und Videotelefonie geschehen. Dabei gibt es jede Menge unterschiedliche Anbieter von Software. Wichtig ist bei der Auswahl der technischen Tools, dass der Datenschutz ausreichend beachtet wird.

Damit hybrides Arbeiten auch langfristig funktioniert müssen auch kulturelle Rahmenbedingungen gegeben sein. Gerade Deutschland ist für seine Präsenzkultur bekannt, in welcher Engagement oft daran gemessen wird, wie lange der Kollege oder die Kollegin im Büro anzutreffen ist.

Daneben stellt mobiles Arbeiten eine enorme Herausforderung für Führungskräfte dar, welche die Verantwortung für die Performance eines Teams tragen. Denn bei der mobilen Arbeit lässt sich das Verhalten der Kolleg:innen schlechter kontrollieren. Somit ist die Angst groß, dass Mitarbeitende die Freiheiten ausnutzen können.

Bei solchen Bedenken hilft es, sich nicht vollkommen auf flexible Arbeitsmodelle zu stützen, sondern auch Präsenztage beizubehalten.

Für wen bietet sich hybrides Arbeiten an?

Hybrides Arbeiten bietet sich vor Allem für Jobs an, in welchen konzeptionell und konzentriert an Projekten gearbeitet werden muss. Auf diese Weise können sich Arbeitnehmende leichter ausklinken und ihre ToDos abarbeiten und kreativ über ihre Aufgaben nachdenken – vorausgesetzt sie arbeiten zu Hause in einer ruhigen Arbeitsumgebung. Damit eignet sich hybrid work vor allem für die sogenannten Wissensarbeiter, welche eigenständig an komplexen Problemen arbeiten. Dementsprechend macht es Sinn, Arbeitnehmern zu erlauben, den Raum zu wählen, von welchem sie am besten den konkreten Aufgaben nachkommen können.

Daneben kann hybrides Arbeiten auch denjenigen helfen, welche Verpflichtungen im privaten Umfeld nachzukommen müssen. Da Arbeitszeiten bei der mobilen Arbeit flexibler eingeteilt werden können und auch der Arbeitsweg wegfällt, lassen sich Erziehungs- und Pflegeaufgaben wie auch Arzt- und Freizeittermine viel leichter in den Alltag integrieren. Dementsprechend sind flexible Arbeitsmodelle ein Kennzeichen von familienfreundlichen Arbeitgebenden, welche Alleinerziehende unterstützen möchten.

Doch auch junge Arbeitnehmende legen immer mehr Wert darauf, dass die Work-Life-Balance stimmt, und können es nicht akzeptieren, unnötige Wegezeit aufbringen zu müssen.

Vorteile des hybriden Arbeitens

Die Vorteile hybrider Arbeitsmodelle für Mitarbeitende liegen auf der Hand: Durch den Wegfall des Arbeitswegs und die steigende Flexibilität, kann der Alltag viel autonomer gestaltet werden. Damit steigt die Work-Life-Balance der Beschäftigten an. Daneben gibt es Aufgaben, welche von zu Hause aus leichter von der Hand gehen. Dazu gehören konzeptionelle und kreative Einzelarbeiten, wie beispielsweise das Schreiben.

Vor allem durch die Pandemie haben sich viele Arbeitnehmenden an diese Freiheiten gewöhnt, sodass vier von fünf Arbeitnehmenden sogar Angst vor einer vollkommenen Rückkehr in das Büro äußern.

Gleichzeitig bietet hybrides Arbeiten auch Vorteile für Arbeitgebende. Schließlich wächst die Arbeitsplatzattraktivität enorm, wenn man Mitarbeitenden teilweise mobile Arbeit oder Home-Office gewährt. Die erlangte Freiheit wird darüber hinaus als sehr wertschätzend empfunden, was die Motivation und das Engagement steigern kann.

Darüber hinaus lässt sich durch teilweise mobile Arbeit der Pool an potenziellen Arbeitskräften um Menschen erweitern, die zu weit weg wohnen, um täglich zur Arbeit zu pendeln. Das ist insbesondere in Zeiten des Fachkräftemangels wichtig und kann Kosten sparen. Letzteres kommt auch dadurch zu Stande, dass weniger Büroplätze benötigt werden, wenn nicht alle Mitarbeitenden gleichzeitig im Büro vorzufinden sind.

Hybrides Arbeiten - Das sind die Vorteile 3

Klarer Vorteil von hybrid work: die Flexibilität bei der Wahl des Arbeitsplatzes!

Die Vorteile von hybridem Arbeiten auf einen Blick:

• Anstieg der Arbeitsplatzattraktivität – Recruiting wird leichter
• Flexible Arbeitszeiteinteilung
• Freie Wahl über Ort des Arbeitsplatzes – mehr Autonomie
• Mitarbeiterzufriedenheit steigt
• Kostenverringerung durch wegfallende feste Arbeitsplätze

Nachteile von Hybrid Work

Auf der anderen Seite leiden viele Menschen unter der sozialen Isolation, wenn sie nicht in das Büro gehen. Schließlich fehlen die gemeinsamen Unterhaltungen in der Kaffeeküche oder der gemeinsame Gang in die Kantinen, sodass informelle Unterhaltungen nicht einfach so entstehen können. Dementsprechend muss man bei der mobilen Arbeit sehr viel mehr Energie in die Gestaltung von sozialen Beziehungen stecken und sich bewusst Zeit für Unterhaltungen nehmen. Dieses Vorhaben fühlt sich für viele Menschen seltsam an, da man ja schließlich nicht für private Konversationen zur Arbeit kommt.
Das Fehlen von informeller Konversation ist insbesondere für neue Mitarbeitende schwierig, die so schwerer in das Teamgefüge finden und auch bei der Einarbeitung langsamer informelles Wissen aufbauen.

Daneben beklagen sich viele Arbeitskräfte über Schwierigkeiten nach der Arbeit abzuschalten. Denn durch die fehlende räumliche Trennung ist es schwer der Arbeit ein Ende zu setzen. Das wird durch ständige Erreichbarkeit zusätzlich verschärft.

Solche Zustände belasten das Gehirn enorm und fordern viel Disziplin, um Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben zu setzen. In diesem Sinne kann es problematisch sein, wenn die Anteile von ortsunabhängiger Arbeit zu hoch ausfallen. Daher wünschen sich die meisten Arbeitnehmenden, das Beste aus mobiler Arbeit und Präsenzarbeit zu kombinieren.

Die Nachteile von hybridem Arbeiten auf einen Blick:

• Grenze von Arbeit und Alltag verschwimmt
• Höhere technische Herausforderungen an IT des Unternehmens
• Distanzierte Zusammenarbeit im Team – weniger persönliche Gespräche

Was macht hybrides Arbeiten aus und unterscheidet es von “Home-Office” oder “Mobilem Arbeiten”?

Bei hybriden Arbeitsmodellen geht es darum, analoge und virtuelle Arbeit zu mischen. Solche Arrangements können verschiedene Formen annehmen. So können beispielsweise feste Tage vereinbart werden, zu welchen nicht vom Büro aus gearbeitet werden kann. Andere Arbeitgebende setzen dagegen auf flexible Modelle und überlassen es ganz den Mitarbeitenden, von welchem Ort aus sie arbeiten möchten. Schließlich kommen die meisten Menschen lieber in das Büro, wenn es um Meetings geht oder um kreatives Brainstorming. Hier lassen sich gemeinsam entwickelte Ideen und Visionen viel besser auf haptischen Post-Its festhalten.

Dabei können sowohl mobile Arbeit als auch Home-Office Bestandteil hybrider Arbeitsmodelle sein. Mobile Arbeit (auch Remote Work) bezeichnet eine Arbeitsform, in welcher die Arbeitskraft den Arbeitsort völlig frei wählen kann. In der Regel muss dies jedoch innerhalb der eigenen Landesgrenzen erfolgen. Dabei ist der Arbeitnehmende selbst dafür verantwortlich, dass er die erforderlichen Arbeitsbedingungen für die eigenen Aufgaben hat.

Dagegen bezieht sich Homeoffice explizit auf die eigenen vier Wände des Mitarbeitenden. Hier ist der Arbeitgebende in der Pflicht für die passenden Arbeitsbedingungen zu sorgen. Dieses Modell eignet sich vor Allem für Unternehmen, welchen eine gewisse Sicherstellung von Standards bezüglich der Arbeitsumgebung wichtig ist.

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Best of both worlds: hybrides Arbeiten vereint Präsenz- und flexible Arbeit.

Fazit: Wozu „hybrid work“?

Es zeigt sich, dass die gängigen Begriffe mobile Arbeit und Homeoffice nicht den Wandel der Arbeitswelt abdecken. Schließlich wünschen sich die wenigsten Menschen, dass die gesamte Arbeitszeit im Büro verbracht wird. Vielmehr geht es darum die Vorteile der flexiblen Arbeit und der Präsenzarbeit so zu kombinieren, dass die Vorteile aus beiden Welten genutzt werden. So wird die Work-Life-Balance gefordert ohne dass der persönliche Austausch am Arbeitsplatz leidet. Und dafür steht der Begriff „Hybrides Arbeiten“.

Damit die moderne Arbeitswelt gelingt, ist die gezielte Ausgestaltung von hybriden Arbeitsmodellen notwendig, welche auf die einzelnen Positionen abgestimmt ist. Nur so können Austausch und Einzelarbeit außerhalb des Betriebes erfolgreich umgesetzt werden. Dementsprechend ist es wichtig, dass sich zeitgemäße Unternehmen bewusst mit ihren Strategien zur Gestaltung hybrider Arbeitswelten auseinandersetzten. Dies wird durch die Einführung des Begriffs „hybrid work“, welcher die Zusammensetzung von flexibler Arbeit und Präsenzarbeit betont, erleichtert.

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Der Beitrag "Hybrides Arbeiten – Das sind die Vorteile" wurde verfasst von:

Sophie Voigtländer

Expertin für Bürogestaltung und Ergonomie

Sophie arbeitet seit Anfang 2021 bei Büromöbel Experte und ist hauptsächlich für die Übersetzung aller möglichen Texte in die englische Sprache zuständig.

Sie hat Internationale Kommunikation und Übersetzen studiert.

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