Wenn Social-Media von der Büroarbeit abhält

Es gibt viele Faktoren, die einen direkten Einfluss auf die Produktivität und die Effizienz der eigenen Mitarbeiter haben. Neben langsamen Rechnern oder dem typischen Büroklatsch hat sich in den vergangenen Jahren vor allem die Nutzung der sozialen Netzwerke zu einem Problem entwickelt.

Die Mitarbeiter verbringen viel Zeit in den Netzwerken wie Facebook und Twitter und lassen sich auf diese Weise von ihrer eigentlichen Arbeit ablenken. Was auf den ersten Blick nur wie ein harmloser Zeitvertreib aussieht, kostet inzwischen Millionen Euro an Umsätzen in vielen Firmen. Was lässt sich gegen dieses Problem unternehmen?


Das Problem der sozialen Netzwerke im Büro

Inzwischen gibt es die verschiedensten Studien und Umfragen, die sich damit beschäftigen, wie viel Zeit eigentlich in den sozialen Netzwerken verbracht wird.

Dabei sind die Unterschiede vor allem bei den Altersgruppen zu bemerken: Während Nutzer über 30 Jahren in der Regel nur eine bis 1,5 Stunden pro Tag mit den sozialen Netzwerken verbringen, hat sich die Verweildauer bei den Nutzern zwischen 18 und 24 Jahren zuletzt auf bis zu drei Stunden erhöht.

Mit Push-Nachrichten weisen Smartphones und Tablets immer auf neue Informationen und Nachrichten hin / Foto: .shock / fotolia.com

Daran sind natürlich auch die Smartphones und Tablets schuld, die mit ihren Push-Nachrichten auf neue Informationen hinweisen und damit mehrfach am Tag auf die entsprechenden Präsenzen bei Facebook und bei Twitter locken.

Was in der Freizeit noch als ein harmloser Zeitvertreib angesehen werden kann, wird bei einem normalen Arbeitstag natürlich vor allem für die Arbeitgeber und für die Unternehmen zu einem ernsthaften Problem.

Wenn die Mitarbeiter sich bei ihrer Arbeit von den Nachrichten aus den Netzwerken ablenken lassen oder diese sogar mehrere Stunden am Tag damit verbringen, die neusten Nachrichten ihrer Freunde oder der gelikten Unternehmen zu prüfen, wird die Effizienz darunter deutlich leiden.

Schon eine kleine Ablenkung im eigentlichen Arbeitsalltag wird dazu führen, dass die Mitarbeiter einige Minuten Anlaufzeit brauchen, ehe sie wieder im eigentlichen Thema vorhanden sind.


Was ist das Problem für den Arbeitgeber im Umgang mit sozialen Netzwerken?

Allerdings handelt es sich bei dem Thema um ein sehr zweischneidiges Schwert: Die Unternehmen möchten natürlich nicht, dass sich ihre Mitarbeiter von den neusten Meldungen auf Twitter oder Facebook von der Arbeit ablenken lassen. Sie wünschen einen produktiven Mitarbeiter, der das Internet nur für seine eigentliche Arbeit nutzt.

Arbeitgeber wünschen sich einen produktiven Mitarbeiter, der das Internet nur für seine eigentliche Arbeit nutzt. / Foto: Boggy / fotolia.com

In den letzten Jahren sind die sozialen Medien allerdings für viele Firmen zu einer wichtigen Grundlage für die Werbung und für die Kommunikation geworden. Während auf Facebook für die eigenen Produkte und Leistungen geworben wird, dient Twitter als Kanal für die Kommunikation mit Kunden und Interessenten.

Dazu kommen noch Networking-Börsen wie LinkedIn oder Xing, die im deutschsprachigen Raum für den B2B-Kontakt zu einem wichtigen Instrument geworden sind. Daher ist es nicht mehr ganz einfach, die Nutzung der Netzwerke zu verbieten oder gar zu kontrollieren.

Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollten sich daher darum bemühen, dass sie den richtigen Umgang mit diesen neusten Werkzeugen für das Marketing im Internet finden.


Wie ist die rechtliche Lage bei der Nutzung von sozialen Netzwerken?

Zuerst sollte ein Arbeitnehmer natürlich genau wissen, wie die rechtliche Lage beim Umgang mit den Netzwerken wie Facebook und Twitter ist. Die Arbeitnehmer haben kein generelles Recht darauf, dass sie das Internet an ihrem Arbeitsplatz dafür nutzen können, ihre neusten Nachrichten in den Netzwerken zu prüfen.

Gibt es klare Bedingungen für die Nutzung des Internets bei der Arbeit, kann ein Besuch bei Facebook oder in anderen sozialen Netzwerken sehr schnell dazu führen, dass es eine Abmahnung vom Arbeitgeber gibt. / Foto: vege / fotolia.com

Meist sind solche Dinge entweder über entsprechende Vereinbarungen oder generell über den Arbeitsvertrag geregelt. Gibt es klare Bedingungen für die Nutzung des Internets bei der Arbeit, kann ein Besuch bei Facebook oder in anderen sozialen Netzwerken sehr schnell dazu führen, dass es eine Abmahnung vom Arbeitgeber gibt.

Bei einer wiederholten Missachtung der Anweisungen für die Nutzung des Internets kann dies im schlimmsten Fall zu einer Kündigung führen. Generell sollten also klare Absprachen vorhanden sein – damit wäre der erste Schritt für die Kontrolle der Netzwerke bereits gegeben.


Facebook und Twitter als Faktor für die Motivation

Natürlich wäre es für den Arbeitgeber recht einfach, den Zugang zu den Netzwerken auf diese Weise zu verbieten. Sie haben so die Möglichkeit, dass die Arbeitnehmer die sozialen Netzwerke überhaupt nicht mehr benutzen dürfen und auch eine rechtliche Handhabe, sollte es zu Vergehen in diese Richtung kommen.

Das scheint aber in der heutigen Zeit kontraproduktiv zu sein und könnte einen direkten Einfluss auf die Motivation der eigenen Mitarbeiter haben.

Stattdessen sollte man die sozialen Netzwerke als eine Chance für das eigene Unternehmen begreifen: Eine private Nutzung nach dem Fair-Use Prinzip ist ein guter erste Schritt für die

Verbietet der Arbeitgeber das Nutzen von Sozialen Netzwerken am Arbeitsplatz komplett, kann das negativen Einfluss auf die Motivation der Mitarbeiter haben. / Foto: prachid / fotolia.com

Etablierung der sozialen Netzwerke. Es ist generell der beste Weg, den eigenen Mitarbeitern im Umgang erst einmal zu vertrauen, bevor es zu Regelungen kommt.

Wie bereits früher angesprochen ist die Nutzung der sozialen Netzwerke in der heutigen Zeit ein Schlüssel für den unternehmerischen Erfolg. Der Umgang mit Twitter, Facebook und Co. sollte als ein Instrument gesehen werden. Dazu gehört auch ein vertrauensvoller Umgang mit den entsprechenden Werkzeugen.

Um die Effizienz zu steigern kann es sich lohnen, bestimmte Projekte in das Internet zu verlagern. Wer bereits beruflich sehr viel mit den Netzwerken zu tun hat, wird den privaten Bedarf als deutlich geringer ansehen.

Die richtige Mischung im Umgang ist also einer der vielen Schlüssel, wie das Thema von einem Problem zu einer Chance für das Unternehmen werden kann. Das gilt vor allem für die Identifikation mit der Firma, was einen deutlichen Einfluss auf die Motivation der eigenen Mitarbeiter haben kann.

Vertrauensvoller Umgang mit den sozialen Netzwerken ist in der heutigen Zeit eine gute Chance, wie neue Märkte erschlossen werden können.


Kontrolle und lohnende Möglichkeiten

Wer dennoch verhindern möchte, dass die sozialen Netzwerke zu einem Problem werden, kann natürlich auch bereits in der IT eingreifen. Eine Sperrung der Webseiten zu bestimmten Zeiten im Büro ist ebenso möglich wie eine komplette Abschaltung.

Mit der heutigen Technik kann man problemlos einstellen, dass die sozialen Netzwerke nur in der Mittagszeit und in der Zeit rund um den Feierabend erreichbar sind. / Foto: moshbidon / Fotolia.com

So lässt es sich mit der heutigen Technik zum Beispiel problemlos einstellen, dass die sozialen Netzwerke nur in der Mittagszeit und in der Zeit rund um den Feierabend von den Rechnern erreichbar sind. Das ist ebenfalls ein Kompromiss, der sowohl die Interessen der Arbeitnehmer als auch die Interessen der Arbeitgeber zu schützen weiß.

Ansonsten sollte es einfach eine Schulung geben: Besonders der Umgang mit Facebook und Twitter in Verbindung mit klaren Richtlinien für das Büro kann zu einer neuen Kultur im Unternehmen führen.

Dann dürfte die Effizienz nicht mehr so stark darunter leiden, dass die Mitarbeiter hin und wieder die neusten Nachrichten ihrer Freunde prüfen möchten. Angesichts dessen, das die meisten Studien herausfinden, dass zwei Besuche am Tag ausreichend sind, sollte eine Aufklärung über die Nutzung bereits behilflich sein.

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