Tipps gegen trockene Augen im Büro

Die Bildschirmarbeit als zentraler Bestandteil im Beruf befindet sich zweifellos auf dem Vormarsch. Bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist sie bei etwa 18 Millionen Arbeitsplätzen nicht mehr wegzudenken. Forscher des Instituts der deutschen Wirtschaft rechnen damit, dass der Trend nicht nur anhält, sondern sich sogar noch verstärkt.

Damit einher gehen jedoch zunehmend Beschwerden körperlicher Natur, welche aus der Bildschirmarbeit resultieren. Diese betreffen vor allem die Augen, die in Mitleidenschaft gezogen werden. Augentrockenheit, die auch Benetzungsstörung genannt wird, gilt inzwischen beinahe schon als Volksleiden. Dementsprechend stellt es kaum eine Überraschung dar, dass der Zusammenhang zwischen Augentrockenheit und Büroarbeit mit einer eigenen Bezeichnung versehen wurde. Das sogenannte „Office-Eye-Syndrom“, was übersetzt Büroaugen-Syndrom bedeutet, bildet vielmehr die Regel als die Ausnahme.

Wie entsteht das Office-Eye-Syndrom?

Trockene, gereizte Augen
Trockene, gereizte Augen haben viele Bürotätige / Foto: Antonioguillem / fotolia.com
Trockene Augen im Büro beruhen in erster Linie auf mangelnder Verteilung von Tränenflüssigkeit. Diese dient einerseits der Reinigung, andererseits aber auch der Nähr- und Sauerstoffversorgung der Hornhaut. Die Aufgabe des Lids ist es, sie mittels Blinzeln auf dem Auge zu verteilen und somit den Tränenfilm zu erneuern.

Die Bildschirmarbeit besteht in erster Linie aus permanentem Starren in gleichbleibender Entfernung auf den Monitor. Daraus folgt automatisch, dass der Reflex des Lidschlags eingeschränkt wird und man deutlich weniger als gewöhnlich blinzelt, nämlich nur noch etwa halb so viel. Dadurch wird sowohl die Menge der Flüssigkeit als auch die Stabilität des Tränenfilms verringert, sodass das Auge nicht mehr ausreichend befeuchtet wird.

Eine zusätzliche Belastung des Sehorgans ist auf das Raumklima zurückzuführen. In Bürogebäuden herrscht häufig trockene Luft, die infolge von Heizungsbetrieb im Winter und eingeschalteten Klimaanlagen im Sommer entsteht. Sie lässt die Tränenflüssigkeit verdunsten, bevor diese das Auge tatsächlich effektiv befeuchten kann.

Oftmals bleibt es nicht einmal allein bei den Strapazen durch die Arbeit am Monitor. Viele Arbeitnehmer verwenden außerdem Tablets, Netbooks und Smartphones, die einen kleineren Bildschirm aufweisen, welcher die Augen noch stärker beansprucht. Des Weiteren werden technische Geräte dieser Sorte von vielen Menschen darüber hinaus gern in der Freizeit benutzt und den Augen auf diese Weise keine Erholung gegönnt.

Woran erkennt man das Office-Eye-Syndrom?

Das Office-Eye-Syndrom macht sich auf vielfältige, allesamt unangenehme Arten bemerkbar. Die am meisten auftretenden Symptome bestehen im Brennen, Jucken und Schmerzen der Augen. Folgende Anzeichen können ebenfalls auf das Büroaugen-Syndrom hinweisen:

  • Zuckende Augenlider
  • Müde Augen
  • Rötung der Augen
  • Erhöhte Lichtempfindlichkeit
  • Fremdkörpergefühl (Gefühl von Sand in den Augen)
  • Druck auf bzw. hinter den Augen
  • Vor allem bei Kontaktlinsenträgern: unscharfes Sehen
  • Kopfschmerzen

So widersprüchlich es zunächst auch klingen mag, tränende Augen kommen dabei ebenfalls vor. Diese Tatsache beruht darauf, dass durch den reduzierten Lidschlag keine regelmäßige Reinigung des Sehorgans vorgenommen wird, sodass Partikel zurückbleiben. Als Fremdkörper verstärken sie die Belastung des Auges, was durch das Produzieren von mehr Tränenflüssigkeit ausgeglichen werden soll. Diese hilft allerdings nicht bei der dringend notwendigen Befeuchtung, sondern läuft unmittelbar wieder ab.

Trockene Augen können nicht nur lästig sein, sondern auch langfristig ernste Folgen haben. Im Allgemeinen finden Bakterien und Erreger in ihnen den idealen Nährboden, sodass Bindehautentzündungen als Konsequenz im Bereich des Möglichen liegen. Augen, die auf Dauer zu trocken sind, schädigen im schlimmsten Fall sogar die Hornhaut.

Das heißt, dass im Zweifelsfall ein Augenarzt konsultiert werden sollte, vor allem wenn die Beschwerden trotz der in den nächsten Absätzen genannten Tipps nicht besser werden. Kommen zu den aufgeführten Symptomen auch noch andere, wozu beispielsweise Blitze im Sichtfeld gehören, ist ein Besuch beim zuständigen Mediziner sogar dringend angeraten, da gegebenenfalls auch Krankheiten die Ursache sein könnten.

Wie kann man dem Office-Eye-Syndrom vorbeugen?

Office Eye Syndrom
Treten erste Symptome auf, sollte ein Arzt kontaktiert werden / Foto: Robert Przybysz / fotolia.com
Die richtigen Arbeitsbedingungen und eine angemessene Umgebung sind das A und O, um den Augen etwas Gutes zu tun. Erstere betreffen vor allem die Einstellungen des Monitors und eine augenfreundliche Positionierung am Schreibtisch, letztere wiederum eine harmonische Beleuchtung und die Aufbesserung des Raumklimas.

Gerade modernere Bildschirme lassen sich für gewöhnlich gut an die Schonung der Augen anpassen. Es ist notwendig, zu grelle Farben und einen zu hohen Kontrast zu vermeiden. Darüber hinaus müssen die Schärfe und die Bildschirmauflösung korrekt eingestellt werden, sodass das Lesen nicht zu einer anstrengenden Tätigkeit wird. Undeutliche oder zu kleine Buchstaben sind dabei hinderlich. Der Monitor an sich sollte zumindest eine Diagonale von 19 Zoll besitzen. Darüber hinaus darf er keine Lichtquellen oder Ähnliches reflektieren, was sich entweder über die Einhaltung eines rechten Winkels zum Fenster oder über spezielle Folien einhalten lässt.

Dem Arbeitsplatz an sich kommt ebenfalls eine wichtige Bedeutung zu. Ein ausreichend großer Abstand zum Computerbildschirm, der mindestens 50 Zentimeter betragen sollte, erleichtert den Augen die Aufgaben. Einst galt die Mitte als erstrebenswert, doch inzwischen besagt die Norm, dass sich der obere Rand des Monitors etwa auf Höhe des horizontalen Blickfelds befinden sollte, damit man beim Arbeiten leicht nach unten schaut. Die Schreibtischplatte muss dementsprechend zwischen 20 und 50 Zentimetern unterhalb der Horizontale liegen.

Angenehme Beleuchtung nimmt den Augen gleichermaßen etwas Last ab. Als besonders gut geeignet gilt eine Kombination aus Decken- und Schreibtischbeleuchtung. Selbstverständlich geht hinsichtlich der Gesundheit nichts über natürliches Tageslicht, jedoch kann mittels Lampen mit verschiedenen Farbanteilen eine ähnliche Atmosphäre erzeugt werden.

Häufiges Lüften, insbesondere während der wärmeren Jahreszeiten, verbessert das Raumklima erheblich. Wirken sich wiederum Heizungs- oder Klimaanlagenbetrieb negativ darauf aus, sollte für höhere Luftfeuchtigkeit gesorgt werden. Dies gelingt mit einer recht simplen Methode: dem Aufstellen von Zimmerpflanzen. Das Wasser, was ihnen durch Gießen zugutekommt, geben sie zum größten Teil wieder an die Raumluft ab. Ein Zimmerbrunnen oder ein auf der Heizung platzierter Wasserbehälter erfüllen ebenso den gewünschten Zweck.

Träger von Kontaktlinsen sind angehalten, wenn möglich auf eine Brille als Sehhilfe zurückzugreifen, da diese die Augen zusätzlich austrocknen. Das führt unter Umständen dazu, dass sich die Kontaktlinsen wie Fremdkörper anfühlen und nicht gut sitzen. Auch die Sicht kann durch die verstärkte Reizung getrübt werden.

Wie tut man den Augen beim Office-Eye-Syndrom etwas Gutes?

Es gibt diverse Möglichkeiten, die Augen zu entlasten, um das Office-Eye-Syndrom zu verhindern oder zu lindern. In jedem Fall muss dem Sehorgan regelmäßig eine Ruhepause gegönnt werden. Die einfachste Variante besteht darin, den Blick hin und wieder vom Bildschirm abzuwenden und durch den Raum schweifen zu lassen. Dabei geht es darum, den Augen und der Muskulatur der Augenpartie wieder etwas Bewegung und Training zu verschaffen.

In den USA wurde diesem Grundprinzip Kontur und eine eigene Bezeichnung gegeben. Die sogenannte „20-20-20-Methode“ befolgt man, indem man alle 20 Minuten die Tätigkeit am Monitor für 20 Sekunden unterbricht und ein 20 Fuß, also etwa sechs Meter entferntes Objekt fixiert. Aufgrund der sonst gleichbleibenden Entfernung beim Starren auf den Monitor ist es wichtig, Abwechslung durch das Üben von Nah-Fern-Sehen hineinzubringen. Zwischendurch den Blick auf ein Objekt hinter dem Monitor und anschließend auf die Fingerspitze zu heften, stellt ebenfalls eine passende Möglichkeit dar.

Eine verhältnismäßig bekannte Strategie wird „Palmieren“ genannt. Die Bezeichnung steht in Zusammenhang mit dem lateinischen Wort „palma“ beziehungsweise dem englischen Ausdruck „palm“, die sich beide mit „Handfläche“ übersetzen lassen. Dabei werden die Hände in einem ersten Schritt durch Aneinanderreiben angewärmt und daraufhin leicht gewölbt über den Augen platziert, ohne die Lider zu berühren. Die Gelegenheit kann genutzt werden, um sich auch geistig zu entspannen, was einen positiven Effekt für die Konzentration hat. Nach ein bis zwei Minuten vollkommener Dunkelheit können die Hände langsam von den Augen genommen werden, wobei es eine mögliche Blendwirkung zu beachten gilt.

Ein anderer Tipp, bei dem sich ebenfalls Dunkelheit und Wärme zunutze gemacht werden, lässt sich am besten zu Hause oder in einer Arbeitspause umsetzen. Dafür wird nämlich Milch angewärmt und zwei Wattepads damit getränkt, die anschließend für ungefähr zehn Minuten auf die Augen gelegt werden.
Grundsätzlich sollte man als Leidtragender des Office-Eye-Syndroms bewusst darauf achten, häufiger zu blinzeln und für ausreichend Trinkzufuhr zu sorgen. Kurzfristig Abhilfe schafft es, absichtlich kräftig zu gähnen, was die Augenpartie nacheinander an- und dann entspannt sowie die Tränenproduktion steigert.

Bei trockenen Augen ist die Verwendung von Augentropfen in jedem Fall sinnvoll. Am besten eignen sich solche, die Hyaluronsäure, welche auch zur natürlichen Tränenflüssigkeit gehört, als Bestandteil vorweisen können. Es sollten keine Konservierungsmittel bei den Augentropfen verarbeitet worden sein, da diese bei vielen die Augen zusätzlich reizen. Im Zweifelsfall lohnt sich ein Beratungsgespräch beim Augenarzt, wobei regelmäßige Besuche zur Überprüfung der Sehfähigkeit ohnehin zu empfehlen sind.

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