Optimale Bürobeleuchtung – darauf sollten Sie achten

Der Arbeitstag ist noch lange nicht vorüber, trotzdem ist die Müdigkeit groß und die Augen brennen, fühlen sich trocken und gereizt an. Angestrengte Blicke auf den Monitor machen das Arbeiten nicht leichter und dann ist da noch dieser Kopfschmerz, der einfach nicht vergehen will. Muss ein Arbeitstag wirklich so aussehen? Nein! Es wird Zeit, dass Arbeitsplätze nicht länger nur zweckmäßig sind, sondern vor allem der Gesundheit und dem Wohlbefinden des Menschen zuträglich sind. Dazu braucht es oft nicht viel – eine gute Beleuchtung im Büro kann schon eine Menge bewirken.

Mit den richtigen Lichtquellen werden im Arbeitsalltag nicht nur die Augen entlastet, sondern auch das Wohlbefinden der Personen im Büro maßgeblich gesteigert. Und auch wenn Tageslicht natürlich das Optimum wäre, muss das Büro jetzt nich vollständig umgebaut werden, um für jeden Mitarbeiter optimale Bedingungen zu schaffen – auch mit Kunstlicht lässt sich viel erreichen, wenn es richtig eingesetzt wird.

Licht beeinflusst die Leistungsfähigkeit

Tageslicht macht glücklich und produktiv / Foto: nd3000 / fotolia.com

Jeder kennt das wohlige Gefühl, das auftritt, wenn die Sonne strahlt und durch das Licht das gesamte Umfeld schöner gefärbt wird. Gleichzeitig neigt der Mensch dazu, in eher dunklen Jahreszeiten wie Herbst und Winter, depressiv zu werden und weitaus unmotiviert durch den Alltag zu gehen.

Diese Erkenntnis ist nicht einfach nur eine Einbildung, sondern wissenschaftlich belegt. Das Sonnenlicht lässt den menschlichen Körper Vitamin D produzieren, welches für viele Prozesse im Körper essentiell ist. Fehlt dem Körper das Vitamin D, ist er in seinen Funktionen beeinträchtigt und äußert dies auf vielfältige Arten. Nicht selten kann es dadurch auch zu Erkrankungen kommen.

Tageslicht ist also ideal, um sich besser zu fühlen und produktiv zu arbeiten. Diese Annahme wurde unter anderem durch die Neurobiologin Mirjam Münch untermauert, die diese These mit einem einfachen Versuchsaufbau untersuchte. Sie ließ zwei Testgruppen unter unterschiedlichen Bedingungen arbeiten. Gruppe 1 hatte zum Arbeiten ausreichend Tageslicht zur Verfügung, Gruppe 2 musste mit Kunstlicht auskommen.

Nach ein paar Tagen ließ sich deutlich erkennen, dass die erste Gruppe zum Feierabend deutlich wacher war und den Tag über auch bessere Leistungen erbracht hatte. Die Probanden aus der zweiten Gruppe waren hingegen deutlich weniger leistungsfähig und zum Ende des Tages auch müder.

Tageslicht ist immer besser als Kunstlicht / Foto: sdecoret / fotolia.com

Zum einen trägt hier das Vitamin D zum guten Abschneiden der ersten Gruppe bei, zum anderen wurden aber die Teilnehmer von der zweiten Gruppe durch die Bildung des Hormons Cortisol ausgebremst. Dieses Hormon wird vermehrt bei Kunstlicht ausgeschüttet und ist auch als das Stresshormon bekannt.

In Gefahrensituationen leistet es dem Menschen gute Dienste, wird es aber langfristig durch Kunstlicht ausgeschüttet, schwächt es das Immunsystem und das führt zu häufigeren Erkrankungen und ein eher negatives Allgemeinbefinden.

Tageslicht für einen perfekten Arbeitsplatz

In einer perfekten Welt sollte jeder Büroarbeiter Tageslicht genießen dürfen. Ob durch Oberlichter, Fenster oder Glassteine in den Wänden, ist beinahe egal. Je mehr Tageslicht, desto besser ist es. Das macht produktiv und schafft gute Laune. Doch nicht immer lässt sich das auch umsetzen.

Tageslicht für einen perfekten Arbeitsplatz / Foto: peshkova / fotolia.com

Gerade in Großraumbüros bekommen einige so gut wie gar kein Tageslicht mehr ab und sind von künstlicher Beleuchtung abhängig. Andere können sogar das Tageslicht als störend empfinden, beispielsweise wenn die Sonne blendet oder direkt auf den Monitor strahlt.

Es gibt sie also nur selten, die perfekte Welt. Daher gilt es, so nahe wie möglich an sie heranzukommen. Im Alltag bedeutet das, dass Schreibtische rechtwinklig zum Fenster stehen und Sonnenrollos, die immer noch genügend Licht durchlassen, Blendungen und andere Störungen reduzieren können.

Ist das nächste Fenster zu weit entfernt, um noch direkt Tageslicht zu genießen, sind Tageslichtlampen eine gute Alternative. Ist auch das nicht möglich, sollte die Beleuchtung zumindest flächendeckend sein und mit zusätzlichen Arbeitsplatzleuchten unterstützt werden. Deckenleuchten werden dabei, wenn möglich, seitlich vom Monitor installiert und eine Schreibtischlampe unterstützt dabei, den Arbeitsbereich je nach Tätigkeit richtig auszuleuchten. Besonders positiv werden hier dimmbare Lampen wahrgenommen.

Licht steuert den Biorhythmus

Die Wirkung, die Licht auf uns und unser Leben hat, geht jedoch noch viel weiter. Licht steuert auch unseren circadianen Rhythmus, also den Biorhythmus. Und dieser beeinflusst wiederum den Schlaf, die Aktivität und auch viele weitere Prozesse im Körper. Orientierung findet der Biorhythmus am Tageslicht.

Das falsche Licht führt zu Müdigkeit / Foto: kite_rin / fotolia.com

Wenn der Morgen dämmert und bläuliches Licht abgibt, wirft unser Körper das Hormon Serotonin aus. Es ist das Wachmacher-Hormon und sorgt dafür, dass gerade am Vormittag die Konzentration am größten ist. Je weiter der Tag voranschreitet, desto geringer ist der Blau-Anteil im Licht und somit wird auch immer weniger Serotonin ausgeschüttet. Stattdessen nimmt der Rotanteil im Licht zu und der Körper schüttet Melatonin aus, das Schlaf-Hormon. So kommt dann am Abend die Müdigkeit.

Künstliches Licht kann dafür sorgen, dass dieser Rhythmus gestört ist. Bei zu wenig blauem Licht wird man nicht richtig wach, bei zu rötlichem Licht kommt die Müdigkeit zu schnell. Das Ergebnis sind dann Schlafprobleme und ständige Müdigkeit. Für die Hormone macht es keinen Unterschied mehr, ob es Tag oder Nacht ist.

Ist nicht genügend Tageslicht am Schreibtisch vorhanden, ist das aber kein Grund zur Verzweiflung. Inzwischen gibt es Lichtsysteme für jedes Budget, die genau darauf eingestellt sind und am Morgen Licht mit hohem Blauanteil abgeben. Einige davon können manuell angepasst werden, so dass zum Feierabend hin der Blauanteil wieder herausgenommen werden kann. So bleibt der Körper im Rhythmus und ist im gesamten Leistungsfähiger.

Sind dann einmal Überstunden angesagt, gilt es die Monitore (auch auf Handy und Tablet) ebenfalls zu präparieren. Gerade sie geben viel blaues Licht ab, mit Programmen wie F.lux für den Computer oder diverse Apps, kann jedoch auch hier ein Blaufilter eingestellt werden, so dass der Biorhythmus nicht aus dem Takt gerät.

Die optimale Arbeitsplatz-Beleuchtung

Je nachdem, wie die Voraussetzungen im Büro aussehen, ist es natürlich nicht immer möglich, die ideale Beleuchtung für den Arbeitsplatz zu schaffen. Es sollte dennoch als Ziel gesehen werden und die Gesundheit und die gesteigerte Produktivität sorgen auch schnell für eine Refinanzierung, falls Investitionen getätigt werden müssen.

Arbeitsplatz perfekt ausleuchten

  • Direktes Licht in Form eines Fensters
    Ein großes Fenster ist noch immer die beste Lichtquelle und im Idealfall wird der Schreibtisch im rechten Winkel dazu aufgestellt
  • Deckenbeleuchtung
    Die Deckenbeleuchtung sollte den Raum gleichmäßig ausleuchten und eine Grundhelligkeit schaffen. Der Monitor des Computers sollte allerdings nicht direkt unter der Deckenleuchte stehen, besser ist es, wenn er daneben steht und es somit keine Reflektionen gibt.
  • Schreibtischleuchte
    Niemand sollte ohne eigene Schreibtischleuchte auskommen müssen. Nur damit ist es oftmals möglich, die Beleuchtung den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Am besten sind diese Leuchten auch dimmbar und bieten die Möglichkeit zum Farbwechsel.
Das richtige Licht am Arbeitsplatz ist wichtig / Foto: undrey / fotolia.com

So kann das Licht ideal für den Menschen arbeiten. Müdigkeit, Schlappheit und sogar Erkrankungen können sich allein durch die richtige Beleuchtung im Büro vermeiden lassen oder sich zumindest vermindern.

Es braucht auch gar nicht viel dafür und die Investitionen sind selbst in Großraumbüros überschaubar und refinanzieren sich schnell wieder. Fitte und leistungsstärkere Arbeitnehmer dürften darüber hinaus im Interesse eines jeden Chefs sein – also gehört dieses Thema unbedingt auf die Agenda des nächsten Meetings, wenn hier noch Handlungsbedarf besteht.

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