Mini-Computer: Nützlich für Home-Office und Büro

Wer sich für IT interessiert, an dem ist auch sicher der Hype um das Raspberry Pi nicht vorbeigegangen – ein Einplatinencomputer in handlicher Größe einer Kreditkarte mit ordentlich Leistung für kleines Geld – derzeit ~ 35 €. Mit diesen kleinen Computern lässt sich eine Menge anstellen – heute möchte ich ein paar Anwendungsfälle für die Arbeit im Home-Office vorstellen.

Raspberry Pi
Das Raspberry Pi ist für ~ 35€ erhältlich

Das Raspberry Pi ist der bekannteste Vertreter, wird aber häufig eher privat als Mediacenter eingesetzt, als für Dienste, die eher im Businessbereich anzutreffen sind. Der serienmäßig verbaute HDMI-Bus lässt die Herzen von Film- und Serienfans höher schlagen, denn dieses kleine Gerät packt die volle HD-Auflösung auf einen Bildschirm. Das ist genial!

Auch im Business nützlich

Aber auch in der Berufswelt kann man den Pi ideal einsetzen.Schließt man per USB ein Mikrofon und per HDMI einen Beamer an, erhält man einen eigenen, kleinen Computer für Skype-Sitzungen im Konferenzraum. Leider gibt es derzeit noch keine richtige kostenfreie Lösung um Skype perfekt auf dem Pi zu betreiben. Aber das ist nur noch eine Frage der Zeit.

Denkbar ist beispielsweise eine Nutzung als Router – komplett selbstkonfiguriert versteht sich. Entsprechende Linuxkenntnisse vorausgesetzt, hat man mit seinen eigenen Firewall-Regeln die Kontrolle über sämtlichen Datenverkehr im Netzwerk. Aus- und eingehende Verbindungen werden seinen eigenen Regeln entsprechend behandelt. Ähnliches kann im Grunde auch jede Fritzbox, nur haben einige Provider gerne mal Vollzugriff auf die Box.

Kabel Deutschland verlangt für die Bereitstellung einer Fritzbox sogar eine monatliche Gebühr von 5€. Bereits nach 7 Monaten Miete wären die Kosten für das Pi also drin. Will man den Pi Wlan-fähig machen legt man 5-10€  für einen USB WLAN-Stick drauf, oder kauft einen WLAN-Accesspoint dazu. Eine Fritzbox kostet derzeit zwischen 80 – 110 €

Ein SheevaPlug neben einem Smartphone
Ein SheevaPlug neben einem Smartphone

Der Mini-Computer kann zudem noch für zusätzliche Dienste, wie Netzwerkspeicher genutzt werden. Hierzu benötigt man natürlich noch entsprechende Speichermedien. Das ermöglicht den unkomplizierten Datenaustausch zwischen mehreren Rechnern. In meinem Home-Office habe ich dafür ein SheevaPlug (siehe Bild links) mit der Linuxdistribution Debian im Einsatz. Dieser Minicomputer braucht gerade mal 3 Watt und ist das Herzstück meines Heimnetzwerkes und ununterbrochen im Einsatz. Ein eSATA-Anschluss lässt das unkomplizierte Anschließen einer schnellen SATA Festplatte zu.

Auch die Einrichtung eines VPN-Zugangs ist möglich, um von außen bei Bedarf ins Heimnetz zuzugreifen. So erreicht man seinen Netzwerkspeicher beispielsweise auch, wenn man auswärts auf einer Konferenz ist.

Sicherheit Stets im Kopf haben

Wichtig ist jedoch, dass wichtige Zugänge am Minicomputer gegen unautorisierten Zugriff geschützt werden. Beispielsweise kann man den SSH-Zugriff aus dem Internet komplett verbieten und stattdessen nur über die (virtuelle) serielle Schnittstelle erlauben. (Über das Netzwerkprotokoll Secure Shell wird eine verschlüsselte Netzwerkverbindung aufgebaut, über die Tastatureingaben an einen entfernten Rechner zur Ausführung gesendet werden. Nutzt man beispielsweise für eine Fernadministration).

Die klassischen Anwendungsfälle sind ohne Probleme möglich – aber man hat fast unendliche Einsatzmöglichkeiten: Denkbar wäre beispielsweise, den Minicomputer für eine Überwachung mit USB-Kameras zu nutzen. Vergleichbare und vollwertige Kamerasysteme kosten wesentlich mehr, als diese selbstgebaute Lösung. Theoretisch kann man auch sein eigenes Internetradio damit betreiben. DynDNS machts möglich. Jedoch ist bei öffentlichem Zugriff eine sogenannte demilitarisierte Zone durchaus ratsam (siehe http://www.heise.de/netze/artikel/DMZ-selbst-gebaut-221656.html), um sein Heimnetzwerk zu schützen.

Zu guter Letzt hat man natürlich noch besonders viel Spaß beim Konfigurieren und Ausprobieren ;)

Photo by Matt Biddulph

Photo by Johan Larsson

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