NAS-Systeme für das Büro

Daten spielen in der heutigen Zeit eine sehr wichtige Rolle. Und um diese zu speichern, müssen Unternehmen kein Vermögen ausgeben. Denn hier kommen sogenannte NAS-Systeme ins Spiel. Diese unterscheiden sich im Grundprinzip kaum von einem Computer, indem mehrere Festplatten verbaut wurden. Das NAS-System ist zumeist per Kabel mit einem Router oder einem anderen Verteiler im Netzwerk verbunden. So kann es die gespeicherten Daten an alle angebundenen Geräte liefern und diese auch von Computern, Laptops, Smartphones oder Tablets empfangen und im Anschluss speichern.

Warum eignen sich NAS-Systeme vor allem für kleine Unternehmen?

NAS-Systeme eignen sich vor allem für kleine bis mittelgroße Unternehmen, weil sie vergleichsweise günstig sind, einfach installiert werden können und ausreichend Speicherplatz bieten. Dadurch sind die Festplatten der Firmen-PCs nicht so schnell voll und laufen konstanter, da sie weniger Daten verarbeiten müssen.

Zudem werden alle wichtigen Dateien auf dem NAS-Server gespeichert und sind daher weiter vorhanden, wenn ein PC einmal einen Defekt erleiden sollte. Bedient wird ein solcher übrigens nie direkt an dem Gerät selbst, sondern über ein verbundenes Gerät, wie zum Beispiel mit einem Smartphone oder Notebook im Dateimanager.

Das ist zum einen sehr bequem und zum anderen kann der NAS-Server unabhängig von dem vorhandenen Betriebssystem verwendet werden.

Daten müssen heute überall zugänglich sein

Daten abrufen
Sind wichtige Daten überall im Firmennetzwerk abrufbar, ist das ein großer Vorteil. Foto: undrey / fotolia.com
Daten müssen heutzutage immer und überall zugänglich sein. Gleichzeitig steigen aber auch die Mengen der zu speichernden Dateien stetig an. Da ist es eine logische Konsequenz, dass sogenannte zentrale Lösungen immer beliebter werden.

Ein eigener Daten-Server, der mit dem Internet verbunden werden kann, kann für viele kleine und mittelgroße Unternehmen, wie zum Beispiel für ein Architektenbüro oder eine Wäscherei, eine perfekte Lösung darstellen. Denn wie bereits erwähnt, lassen sich NAS-Systeme sehr schnell installieren und sind dann sofort einsatzbereit.

Dennoch gilt es beim Kauf auf einige Punkte zu achten.

Komplettpaket oder in Eigenregie konfigurieren?

Bevor ein NAS-System gekauft wird, gilt es zu überlegen, ob es ein Komplettpaket sein soll oder ein System bevorzugt wird, das noch in Eigenregie konfiguriert werden muss. Die Installation der meisten Modelle ist heute recht einfach. Denn in der Regel besitzen sie eine sogenannte intuitive Oberfläche, sodass keine weitreichenden IT-Kenntnisse erforderlich sind, um die passende Hardware zusammenzustellen.

Dennoch muss beim Kauf entschieden werden, ob ein Komplettsystem sinnvoller ist. Ein solches NAS ist bereits für 120 Euro erhältlich und kann sehr schnell in Betrieb genommen werden. Teurere Modelle, die dementsprechend auch mehr Speicherplatz bieten, können aber auch das Zehnfache oder noch mehr kosten.

Wer sich nicht auf eine Komplettlösung verlassen will, muss dagegen selbst Hand anlegen und sich ein passendes NAS-Gehäuse und einige Festplatten zusammenstellen. Der Vorteil dieser Variante ist die Flexibilität. Zudem kann der Speicher bei diesen Systemen in der Regel auch im Nachhinein noch erweitert werden.

Des Weiteren lassen sich hierfür auch älteren Festplatten und sogenannte portable 2,5-Zoll-Modelle nutzen. Der Nutzer kann Datensicherungen auf voneinander getrennten Speichermedien ganz nach Bedarf ablegen und defekte Harddisks austauschen.

Allerdings sollte bei der Zusammenstellung in Eigenregie darauf geachtet werden, dass hierfür am besten sehr langlebige NAS-Festplatten verwendet werden.

Wofür kann ein NAS-System eingesetzt werden?

Ein NAS-System kann unterschiedliche Aufgaben übernehmen, die nun genauer vorgestellt werden.

1. Back-up-Medium

Der häufigste Einsatzzweck des NAS-Systems ist das Speichern von Daten. Einige Modelle verfügen über vier Festplatteneinschübe und bieten damit Platz für bis zu 40 Terrabyte. Sehr praktisch ist, dass eingestellt werden kann, wann ein Back-up erfolgt. Dadurch muss dieses nicht mehr manuell durchgeführt werden.

Damit eignet sich der NAS-Server sowohl zum Archivieren von Fotos wie auch von Daten, die einen ideellen oder materiellen Wert haben. Daher stellt er vor allem für kleinere Unternehmen eine gute Lösung dar, um die Dateien zu sichern und den Mitarbeitern zur Verfügung stellen zu können.

2. Medien-Archiv

Musik, Fotos und Filme können mit einem NAS-Server problemlos an alle angeschlossenen Geräte verteilt werden. Zudem lassen sich im eigenen Netzwerk auch Bilder streamen, um sie zum Beispiel den Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen, ohne eine E-Mail schreiben zu müssen.

Der Server kann die Dateien auch in ein passendes Format umwandeln, damit sie auf dem Empfangsgerät dargestellt werden können. Der große Vorteil ist, dass dieser Vorgang ohne Zeitverlust stattfindet, sodass die Daten sofort zur Verfügung stehen.

Damit kann der NAS-Server nicht nur in kleinen oder mittelgroßen Unternehmen, sondern durchaus auch in privaten Haushalten eine sehr praktische Lösung darstellen.

3. NAS-Server als Cloud

Ein NAS-Server wird zumeist an einen Router angeschlossen, der mit dem Internet verbunden ist. Dadurch kann der Verwender auch von unterwegs aus auf die gespeicherten Daten zugreifen und sie bearbeiten. Mit einer passenden Software kann der NAS-Server in eine Cloud umgewandelt werden.

Dadurch muss sich der Verwender keine Gedanken mehr über mangelnde Sicherheit externer Lösungen machen. Unter anderem kann die eigene Cloud sehr praktisch sein, wenn die Speicherkarte eines Außendienst-Mitarbeiters voll ist und er zum Beispiel beschädigte Ware dokumentieren will.

So kann er die Bilder in Dortmund hochladen, obwohl sich das Unternehmen zum Beispiel in Berlin befindet. Die Mitarbeiter können im Anschluss sofort auf diese zugreifen und müssen nicht warten, bis ihr Kollege wieder zurück ist.

Das sind nur einige wenige Anwendungsbeispiele, für die ein modernes NAS-System in einem Unternehmen zum Einsatz kommen kann. Es kann davon ausgegangen werden, dass diese Geräte in Zukunft sicherlich noch viele weitere Aufgaben übernehmen können.

Welche Nachteile ergeben sich durch die Speicherung in einer normalen Cloud?

NAS-Systeme absichern
NAS-Systeme sollten immer abgesichert sein! Foto: Tomasz Zajda / fotolia.com
Zunächst einmal weiß der User nie genau, was mit seinen Daten geschieht und wo sie genau gespeichert werden. Das Problem hat er nicht, wenn er eine eigene Cloud durch einen NAS-Server einrichtet.

Zudem wird eine schnelle und vor allem stabile Internetverbindung benötigt. Denn ohne sie ist die Verwendung einer Cloud nicht sinnvoll. Daher sollte, insbesondere in ländlichen Gegenden, die Geschwindigkeit der Internetverbindung überprüft werden.

Ein weiterer Nachteil der herkömmlichen Cloud ist, dass ein vertrauenswürdiger Provider gesucht werden muss. Denn schließlich werden auch sehr sensible Daten gespeichert, die niemand einsehen können sollte. Hier gilt es unter anderem auf die Sicherheit der Übertragung zu achten. Idealerweise stellt der jeweilige Anbieter eine sogenannte End-to-End-Verschlüsselung bereit und die Dateien werden auch nur verschlüsselt abgelegt. Dadurch können sie in der Regel noch nicht einmal von IT-Experten des Providers ohne Weiteres eingesehen werden.

Diese ganzen Punkte müssen nicht beachtet werden, wenn das Unternehmen einen NAS-Server nutzt und diesen als eigene Cloud verwendet. Denn dann ist klar, wo die Daten gespeichert werden und wer alles Zugriff auf diese hat.

Wie teuer sind NAS-Systeme?

Für kleine Unternehmen reichen Modelle, die zwischen 130 Euro und 200 Euro kosten und Platz für zwei bis drei Terrabyte bieten.

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