Motivation im Job

In vielen Büros hängen lustige Bilder zum Thema Arbeitsalltag, die zwar in der Regel übertrieben sind, aber wie so oft einen wahren Kern aufweisen. Eine der anschaulichsten Grafiken lässt skizzenhaft einen Angestellten durch die Wochentage wandern, wobei dieser sich am Montag als ausgebranntes Wrack in die Arbeit schleppt und am Freitag, vor dem Wochenende also, vital und kraftstrotzend das Büro verlässt.

Jeder Mensch durchlebt in seiner Karriere kürzere oder längere Phasen mangelnder Motivation. / Foto: Antonioguillem / fotolia.com
Jeder Mensch durchlebt in seiner Karriere kürzere oder längere Phasen mangelnder Motivation. / Foto: Antonioguillem / fotolia.com

In der Ökonomie wird Arbeit als Freiheitsentzug betrachtet, für den man durch das Gehalt oder den Lohn entschädigt wird. Gott sei Dank gehört dieses Modell schon seit längerem der Vergangenheit an, dennoch durchlebt wohl jeder Mensch in seiner Karriere kürzere oder längere Phasen mangelnder Motivation. Bei einigen weitet sich solch eine Phase gar zum Dauerzustand aus.

Zufriedenheit im Job ist aber sowohl für den Mitarbeiter wichtig, da seine Lebensqualität wesentlich davon beeinflusst wird, als auch für den Arbeitgeber, dessen wirtschaftliche Leistungsfähigkeit durch demotiviertes Personal geschwächt wird.

Abgesehen von der Art der Arbeit oder der Höhe der Bezahlung sind es immer wieder die gleichen Dinge, die Menschen die Lust an der Arbeit verlieren lassen, allen voran mangelnde Wertschätzung und das Gefühl, dass die verrichtete Arbeit keinen besonderen Sinn macht.
Gute Techniken und Tools können, ihre richtige Anwendung vorausgesetzt, meist dabei helfen, das Motivationsloch zu schließen und wieder mit neuer Energie ans Werk zu gehen. Der Einsatz solcher sollte auch von jedem Unternehmen um jeden Preis gefördert werden, denn sonst kommt es zu einem Einbruch der Qualität und der Produktivität.

Vorgesetzte können durch wertschätzendes Verhalten und andere Methoden Angestellte besonders unterstützen. Dabei sind die effektivsten Maßnahmen, jene, die dem Unternehmen keinen Euro an Mehrkosten verursachen.

Gründe für Motivationsmangel

Kommt es zu einer andauernden Überlastung ohne dass ein Ende in Sicht ist, entstehen Probleme. / Foto: mooshny / fotolia.com
Kommt es zu einer andauernden Überlastung ohne dass ein Ende in Sicht ist, entstehen Probleme. / Foto: mooshny / fotolia.com

Die Gründe dafür, warum wir morgens mit einem Seufzen aufstehen, wenn wir an den bevorstehenden Arbeitstag denken, können vielfältig sein.

Wenn die Arbeit eintönig und zu wenig herausfordernd erscheint, fällt es schwer, sich jeden Tag aufs Neue dafür zu begeistern. Selbiges gilt auch für den umgekehrten Fall, wenn wird durch die Aufgaben, mit denen wir konfrontiert sind, regelmäßig überfordert werden.

Unregelmäßige Arbeitszeiten verhindern oft, dass das Privatleben so organisiert werden kann, wie es gewünscht wird. Überstunden sind vertretbar, sofern diese im Rahmen bleiben und nicht zur Regel werden. Kommt es jedoch zu einer andauernden Überlastung ohne dass ein Ende in Sicht ist, entstehen Probleme. Ebenso demotivierend ist das Gefühl, nur ein kleines Rädchen zu sein, dessen Arbeit keine wichtige Rolle im Unternehmen einnimmt.

Besonders verstärkt wird dieser Eindruck dann noch bei jenen, die keine Wertschätzung durch Kollegen und Vorgesetzte erfahren. Zuletzt führt auch Unzufriedenheit mit der Entlohnung zu Unmotiviertheit, und zwar vor allem wenn das Gefühl entsteht, dass die Vergütung für die geleistete Arbeit zu niedrig ist oder wenn man erfährt, dass Kollegen mehr verdienen.

Erstes Zeichen für einen Motivationsmangel ist oft der Hang, sich während der Arbeit mit Dingen zu beschäftigen, die nichts mit der Erledigung der Aufgabe zu tun haben. Der Aufenthalt im Internet und in den Social Media steht hier an erster Stelle, dicht gefolgt von der Erledigung privater Dinge wie der Urlaubsplanung oder dem Tratsch mit Kollegen. Glaubt man Statistiken aus den USA, werden auf diese Weise bis zu drei Stunden eines Arbeitstages vertrödelt.

Natürlich ist eine gewisse Ablenkung in der Arbeit oft sogar förderlich, da man ohnehin nicht 8 Stunden am Stück hochkonzentriert durcharbeiten kann und der Plausch mit Kollegen ist ebenfalls nicht verwerflich, sondern trägt im Gegenteil zu einem guten Arbeitsklima bei. Wenn Trödeleien jedoch ein vernünftiges Maß übersteigen, stecken oft Motivationsprobleme dahinter.

Ansätze zur Motivationssteigerung

Wenn man den Überblick über die Arbeit verliert oder diese einem über den Kopf wächst, sollte eine Aufgabenliste erstellt werden. / Foto: Boggy / fotolia.com
Wenn man den Überblick über die Arbeit verliert oder diese einem über den Kopf wächst, sollte eine Aufgabenliste erstellt werden. / Foto: Boggy / fotolia.com

Es muss nicht gleich ein Jobwechsel in Betracht gezogen werden, wenn man im Motivationsloch sitzt, oft genügen einige wenige, aber effektive Maßnahmen, um wieder mit der alten Frische ans Werk zu gehen:

1. Sinn verinnerlichen

Jede Arbeit ist wichtig, auch wenn man öfter seine Zweifel daran hat. Dabei genügt es, sich vorzustellen, was alles nicht mehr funktionieren würde, wenn die Arbeit nicht mehr erledigt würde. Ohne den geleisteten Beitrag würde sehr schnell Sand ins Getriebe kommen.

2. 100% geben

Befriedigende Arbeit setzt nicht unbedingt voraus, dass die Tätigkeit selbst besonders interessant und aufregend ist. Die Einstellung zur Arbeit kann sich auch dadurch verändern, dass man sich selbst zum Ziel setzt, die gestellte Aufgabe mit vollem Einsatz so gut als möglich zu erledigen, vielleicht sogar besser als andere. Wer mit dieser Einstellung an die Arbeit geht, entwickelt nicht nur einen berechtigten Stolz auf seine Arbeitsethik, sondern es wird auch wahrscheinlicher, dass ein Vorgesetzter diese professionelle Einstellung bemerkt und sich bei der nächsten Beförderung daran erinnert.

3. Listen

Wenn man den Überblick über die Arbeit verliert oder diese einem über den Kopf wächst, sollte eine Aufgabenliste erstellt werden. Dabei hat sich die Einteilung in wichtig-nicht wichtig und dringend-nicht dringend bewährt. Zum einen bekommt man durch die Einteilung in dieses Schema schon einen guten Überblick dafür, wo Prioritäten gesetzt werden müssen. Zum anderen ist es überaus motivierend, die erledigten Aufgaben abzuhaken und sich vor Augen zu führen, wie viel schon erledigt wurde.

4. Perspektive erkennen

Ist die gegenwärtige Jobsituation nicht zufriedenstellend, darf nicht darauf vergessen werden, dass diese durch fachliche Weiterentwicklung verbessert werden kann. Hier können Ziele gesetzt werden, die erreicht werden sollen, sei dies eine höhere Karrierestufe, der gleiche Job bei einer anderen Firma oder auch eine ganz andere Tätigkeit. Sind die Ziele geklärt, müssen die Fähigkeiten definiert werden, die dafür benötigt werden. Schritt für Schritt kommt das Ziel immer näher.

5. Visualisierung

Eng mit dem vorigen Punkt im Zusammenhang steht die Methode der Visualisierung. Dabei stellt man sich vor, dass man sein Ziel bereits erreicht hat und verhält sich so, als wäre man bereits am Ziel.

6. Lockerheit

Sich selbst zu sehr unter Druck zu setzen, führt zu nichts. Bei Unzufriedenheit mit dem Job oder Unzufriedenheit mit der eingeschlagenen Karriere, soll man diese Situation einfach als notwendige Erfahrung betrachten, die zur persönlichen und beruflichen Entwicklung beiträgt.

Produktivität

Motivierte Mitarbeiter sind überlebenswichtig, denn nur durch sie kann ein Unternehmen seine Produkte und Leistungen effektiv bereitstellen. Andernfalls werden verringerter Arbeitseinsatz, erhöhte Krankenstände und Ausfallszeiten, Ideenlosigkeit und Dienst nach Vorschrift die Produktivität eines Betriebes kontinuierlich verringern und letztendlich diesen in seiner Existenz gefährden. Dabei erfordert es nur wenige Maßnahmen durch das Management, um die Mitarbeitermotivation deutlich zu erhöhen.

Motivation durch Vorgesetzte

Lob durch den Vorgesetzten ist für viele Menschen genauso wichtig oder sogar noch wichtiger als das Lob durch den Partner zuhause. / Foto: Boggy / fotolia.com
Lob durch den Vorgesetzten ist für viele Menschen genauso wichtig oder sogar noch wichtiger als das Lob durch den Partner zuhause. / Foto: Boggy / fotolia.com

Oft wird fälschlicherweise davon ausgegangen, dass unzufriedene Mitarbeiter mit Gehaltserhöhungen oder anderen attraktiven Leistungen wie Dienstautos oder Firmenboni motiviert werden können. Dies ist aber ein Irrglaube. Natürlich wird sich jedermann um eine Gehaltserhöhung bemühen und in vielen Firmen gibt es schon einen regelrechten Wettbewerb um den besseren Firmenwagen. Zur Motivation tragen diese Maßnahmen aber tatsächlich nur wenig bei. Viel effektiver motiviert man durch aufrichtige Wertschätzung, Lob und die Einbindung in die Unternehmensziele.

Lob durch den Vorgesetzten ist für viele Menschen genauso wichtig oder sogar noch wichtiger als das Lob durch den Partner zuhause. Dieses Ergebnis haben einige Untersuchungen zum Thema gezeigt. Damit wird der Einfluss von Vorgesetzten verdeutlicht. Aufrichtiges Lob, aber auch ein wertschätzender Umgang kann motivierender sein als alle finanziellen Pakete zusammengenommen. Auch die Einbindung in die Unternehmensziele und die Verdeutlichung, wie die aktuelle Aufgabe zur Erreichung dieser beiträgt, kann wahre Wunder bewirken.

Letztlich gibt es viele Wege, motiviert zu bleiben oder aus einem Motivationstief wieder herauszukommen und auch das Management kann mit einfachen aber effektiven Maßnahmen wesentlich zur Mitarbeiterzufriedenheit beitragen. Wichtig ist jedenfalls, dass das Thema ernstgenommen wird, denn unzufriedene Angestellte gefährden einerseits die eigene Gesundheit und andererseits den Erfolg ihres Unternehmens.

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