Laptop oder Desktop-PC für das Homeoffice?

Notebooks wurden in den letzten Jahren immer leichter und portabler. Das sind gute Nachrichten für all jene, die auch außerhalb des Büros arbeiten möchten. Zudem verfügen nunmehr selbst Mittelklassemodelle über ausreichend Leistung, sodass auch anspruchsvollere Office- und Grafikprogramme mühelos auf den Geräten ausgeführt werden können.

Gibt es daher überhaupt noch einen Grund, sich für einen klobigen Desktop-PC zu entscheiden? Ja, denn für bestimmte Anforderungen und Bedürfnisse sind Desktop-PCs immer noch die bessere Wahl. All jene, die vor der Entscheidung stehen, neue Hardware für das eigene Homeoffice zu kaufen, sollten daher nachstehende sieben Auswahlkriterien in ihre Kaufentscheidung mit einfließen lassen.


1. Kosten

Ein Desktop-PC bringt zusätzliche Kosten mit sich. So benötigt man neben dem Gerät selbst auch eine passende Tastatur, eine Maus und einen Monitor. Diese Geräte können in Summe leicht mit 200 Euro oder mehr zu Buche schlagen. / Foto: StockPhotoPro / fotolia.com
Ein Desktop-PC bringt zusätzliche Kosten mit sich. So benötigt man neben dem Gerät selbst auch eine passende Tastatur, eine Maus und einen Monitor. Diese Geräte können in Summe leicht mit 200 Euro oder mehr zu Buche schlagen. / Foto: StockPhotoPro / fotolia.com

Kostenbewusste Käufer sollten einen Desktop-PC zumindest in Erwägung ziehen. Ein Standcomputer bietet so gut wie immer das bessere Preis-/Leistungsverhältnis, ganz egal ob man 300 Euro oder 3.000 Euro investieren möchte. Für das gleiche Geld bekommt man beim Kauf eines Desktop-PCs mehr Leistung, was für alle jene, die viel Multitasking betreiben, ein entscheidender Faktor ist.

Beim Kauf darf jedoch nicht vergessen werden, dass ein Desktop-PC zusätzliche Kosten mit sich bringt. So benötigt man neben dem Gerät selbst auch eine passende Tastatur, eine Maus und einen Monitor. Diese Geräte können in Summe leicht mit 200 Euro oder mehr zu Buche schlagen.

Zudem können auch Geräte wie beispielsweise eine Webcam für Videokonferenzen und ein Fingerprint Reader erforderlich sein. Diese Accessoires sind in beinahe jedem Notebook als Standard verbaut, müssen für einen Desktop-PC jedoch zusätzlich angeschafft werden.

Gute Notebooks sind überdies mittlerweile günstiger als viele annehmen. Ein passables Notebook mit einem 13-Zoll-Monitor und einem durchschnittlichen Prozessor ist schon für 400 bis 500 Euro am Markt erhältlich. Dennoch bietet der Desktop-PC noch immer mehr für das gleiche Geld, auch wenn die Unterschiede nicht mehr so groß sind, wie sie noch vor einigen Jahren waren.


2. Mobilität

Notebooks sind ganz klar die erste Wahl für all jene, die auch außerhalb des Büros arbeiten möchten oder müssen. / Foto: UBER IMAGES / fotolia.com
Notebooks sind ganz klar die erste Wahl für all jene, die auch außerhalb des Büros arbeiten möchten oder müssen. / Foto: UBER IMAGES / fotolia.com

Notebooks sind ganz klar die erste Wahl für all jene, die auch außerhalb des Büros arbeiten möchten oder müssen. Moderne Notebooks sind überaus portabel und Premiummodelle wiegen häufig nicht viel mehr als ein Kilogramm. Aufgrund der immer beliebter werdenden Cloud-Storage-Lösungen müssen Notebooks zudem nicht mehr über eine große Festplatte verfügen und auch eine einfache Synchronisierung der Daten mit dem heimischen Desktop-PC ist mittels Programmen wie beispielsweise OneDrive oder Dropbox problemlos möglich.


3. Upgrades und Erweiterbarkeit

Jeder von uns kennt das Phänomen, dass zuvor schnelle Computer mit den Jahren langsamer werden. Das ist ein normales Problem, wenn die Hardware altert und die Software mit der Zeit immer anspruchsvoller wird. Die Langsamkeit des Systems wirkt sich jedoch negativ auf die Produktivität aus. Besitzer eines Notebooks können in diesem Fall nicht viel mehr tun, als ein neues Gerät zu kaufen. Viele Notebooks lassen sich nicht öffnen, und selbst wenn man es schafft, die Abdeckung zu entfernen, so können meist nicht viel mehr Teile als der Speicher oder die Festplatte ausgetauscht oder erweitert werden.

In diesem Bereich bietet ein Desktop-PC den Vorteil, dass er sehr einfach erweitert und nachgerüstet werden kann. Das Aufrüsten des Speichers ist bei Desktop-PCs dabei nicht nur kostengünstig, sondern auch in wenigen Minuten von Laien durchführbar. Zudem können bei Desktop-PCs auch die Prozessoren, Grafikkarten und Festplatten selbst ausgetauscht werden. In puncto Upgrades und Erweiterbarkeit schlägt der Desktop-PC das Notebook somit um Längen.


4. Setup

Das Notebook überzeugt in puncto Setup und für alle jene, die keinen Kabelsalat im stylishen Homeoffice haben möchten, ist das Notebook eindeutig die bessere Wahl. / Foto: puhhha / fotolia.com / Foto: undrey / fotolia.com
Das Notebook überzeugt in puncto Setup und für alle jene, die keinen Kabelsalat im stylishen Homeoffice haben möchten, ist das Notebook eindeutig die bessere Wahl. / Foto: puhhha / fotolia.com / Foto: undrey / fotolia.com

Neben der Mobilität kann es auch andere Gründe haben, warum sich Kunden für den Kauf eines Notebooks entscheiden. Der Aufbau des Geräts ist einfach und schnell zu bewerkstelligen. Das Notebook muss nur aus der Verpackung genommen werden und ist betriebsbereit. Ganz anders gestaltet sich der Aufbau eines Desktop-PCs. Hier muss nicht nur das Zubehör mühsam angeschlossen werden, sondern auch das Verlegen der Kabel für Drucker, Monitor und Tastatur kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Das Notebook überzeugt in puncto Setup und für alle jene, die keinen Kabelsalat im stylishen Homeoffice haben möchten, ist das Notebook eindeutig die bessere Wahl.


5. Leistung und Anschlüsse

Desktop-PCs sind in der Regel leistungsstärker als gewöhnliche Notebooks. Mit einem Desktop-PC werden auch anspruchsvolle Büroaufgaben zu einem Kinderspiel und sie sind zudem spürbar günstiger in der Anschafffung. Viele Desktop-PCs verfügen dabei über bessere Prozessoren, mehr Speicher und eigene Grafikkarten, für die auch 3-D-Modellierung, Videoschnitt und andere grafischen Aufgaben kein Problem darstellen.

Ein klobiger Desktop-PC hat zudem den Vorteil, dass die Kühlung besser funktioniert und das System so auch unter Last kaum erhitzt. Das ist ein nicht unwesentlicher Faktor, da die Hitzeentwicklung negative Auswirkungen auf die Performance des Systems hat. Viele Notebooks haben nur schwache Prozessoren verbaut, damit das Gerät nicht überhitzt, da die Platzverhältnisse im Innenraum von Notebooks begrenzt sind und die Kühlung daher bei schmalen Geräten so gut wie immer ein Problem darstellt.

Ein weiterer Bonuspunkt von Desktop-PCs ist die Anzahl der zur Verfügung stehenden Anschlüsse, die meist sehr großzügig bemessen ist. Businessnotebooks haben in der Regel nur ein bis zwei USB-Anschlüsse, sodass man entweder einen USB-Hub oder eine Dockingstation benötigt, um mehr als zwei externe Geräte an das Notebook anzuschließen.


6. Reparaturen

Ein Desktop-PC lässt sich wesentlich einfacher warten und reparieren als ein Notebook. Im Fehlerfall muss ein Notebook meist eingeschickt werden, wobei die Reparatur, selbst wenn es auf Garantie passiert, Wochen in Anspruch nehmen kann. Diese Zeit muss dann mit einem Ersatzgerät überbrückt werden, was für Selbstständige ein nicht unwesentliches Problem darstellen kann. Im Gegensatz dazu lassen sich Desktop-PCs sehr einfach reparieren. Die Hülle kann problemlos abgenommen werden und simple Wartungsarbeiten wie das Entfernen von Staub können auch von Laien schnell selbst durchgeführt werden.


7. Ergonomie

Experten raten dazu, dass der Monitor auf Augenhöhe montiert ist und dass Benutzer mit geradem Rücken vor dem Schreibtisch sitzen. Zudem sollten die Ellenbogen im 90-Grad-Winkel auf der Tischplatte aufliegen, um langfristig gesundheitliche Probleme zu vermeiden. / Foto: Picture-Factory / fotolia.com
Experten raten dazu, dass der Monitor auf Augenhöhe montiert ist und dass Benutzer mit geradem Rücken vor dem Schreibtisch sitzen. Zudem sollten die Ellenbogen im 90-Grad-Winkel auf der Tischplatte aufliegen, um langfristig gesundheitliche Probleme zu vermeiden. / Foto: Picture-Factory / fotolia.com

Experten raten dazu, dass der Monitor auf Augenhöhe montiert ist und dass Benutzer mit geradem Rücken vor dem Schreibtisch sitzen. Zudem sollten die Ellenbogen im 90-Grad-Winkel auf der Tischplatte aufliegen, um langfristig gesundheitliche Probleme zu vermeiden. Das ist besonders dann wichtig, wenn über mehrere Stunden mit dem Computer gearbeitet wird. Mit einem Desktop-PC können diese Empfehlungen meist sehr einfach umgesetzt werden, wobei durch Handauflagen und ergonomisch geformte Tastaturen das Arbeiten zusätzlich erleichtert werden kann.

Notebooks hinken hier ein wenig hinterher. Natürlich ist es möglich, einen externen Monitor und eine passende Tastatur an das Notebook anzuschließen. In diesem Fall entstehen jedoch wiederum Kosten, die vor der Kaufentscheidung bedacht werden sollten.


Fazit

Wer in neue Hardware für das Homeoffice investiert, für den ist der Kauf eines modernen Businessnotebooks die wahrscheinlich offensichtlichste Wahl. Dennoch gibt es viele Situationen, in denen ein Desktop-PC ganz einfach mehr Sinn ergibt. So haben Standcomputer mehr Power und bieten so gut wie immer das bessere Preis-/Leistungsverhältnis.

Im Gegensatz dazu werden all jene, die ihren Computer auch außerhalb des Büros benötigen, um den Kauf eines Notebooks nicht herumkommen. Es gibt somit kein besseres oder schlechteres Gerät und die Entscheidung, welcher Gerätetyp schlussendlich angeschafft wird, muss immer individuell und bedarfsorientiert getroffen werden.

2 Kommentare

  1. Hallo!
    Für mich heißt die Lösung nicht „entweder oder“ sondern „sowohl als auch“ :)

    Für anspruchsvolle und rechenintensive Arbeiten brauche ich meine zwei großen Monitore und meinen Desktop-PC mit vernünftiger Tastatur und Grafiktablett. Externes Mikro und externe Kamera für Coachings und Webinare sind unverzichtbar. Ergonomisch für einen langen Arbeitstag das Mittel der Wahl.

    Doch meine Blogbeiträge schreibe ich gern im Wohnzimmer auf der Couch und natürlich brauche ich auch eine mobile Lösung. Da kommt ein leichtes 14″ Laptop ins Spiel. 13″ finde ich mittlerweile zu „ibbelig“ selbst für Aufgaben unterwegs.

    Meine Daten lagern nicht lokal (zumindest die meisten nicht), sondern auf einem externen Server, der per LAN und WLAN erreichbar ist. Die wichtigsten Daten für unterwegs sichere ich automatisch auf einen 128 GB USB-Stick, der dann unterwegs meine „mobile Festplatte“ darstellt. Ein Teil der Daten ist auch in der Cloud, aber natürlich gibt es nicht überall Internet-Zugang.

    Da ich ohne Rechner nicht arbeitsfähig bin, ist das für mich eine optimale Kombination, zumal ich auf diese Weise auch immer ein Ersatzsystem zur Hand habe, falls mal was kaputt geht.

    Zauberhafte Grüße
    Birgit

  2. Hallo Birgit, vielen Dank für deinen Kommentar! Das klingt doch alles sehr schlüssig und du weißt über Stärken und Schwächen jeweiliger Systeme bescheid.
    Alles unter 13″ ist für mich auch eher als „Konsumgerät“ anzusiedeln. Ich habe einmal versucht, einen Text auf dem Tablet zu verfassen. Das mache ich nie wieder.

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