Kopfschmerzen im Büro – das sind die Ursachen

In der modernen Dienstleistungsgesellschaft sind Bildschirmarbeitsplätze nicht mehr wegzudenken. Viele Menschen verbringen acht, neun oder mehr Stunden im Büro, schreiben E-Mails, arbeiten mit ERP Systemen oder erstellen Excel-Listen.

Leider ist eine Begleiterscheinung der Arbeit am Rechner mittlerweile zu einer Volkskrankheit geworden: Kopfschmerzen sind das häufige Resultat langer Arbeitszeiten.

Kopfschmerzen, wenn sie regelmäßig oder gar chronisch auftreten, sollten keinesfalls als Lappalie abgetan werden – denn sie sind ernstzunehmende Warnsignale unseres Körpers! Sind Sie mehrmals wöchentlich von ziehenden, drückenden oder bohrenden Schmerzen im Kopfbereich betroffen, sollten unbedingt die Arbeitsbedingungen geprüft werden.

Denn Kopfschmerzen sind nichts, was man einfach so hinnehmen muss – Kopfschmerzen im Büro lassen sich aktiv bekämpfen!


Auslöser für Kopfschmerzen bei der Arbeit

Die falsche Sitzhaltung ist oft ein Auslöser für Kopfschmerzen / Foto: Photographee.eu / fotolia.com

Häufig sind regelmäßig auftretende Kopfschmerzen die Folge einer falschen Sitzhaltung. Stundenlanges Sitzen ohne ausgleichende Bewegung löst Verspannungen im Halswirbelbereich aus. Diese Verspannungen beeinträchtigen die Reizweiterleitung im Nervensystem – und der Körper reagiert mit Kopfschmerz.

Genauso beeinträchtigend wie eine falsche Sitzhaltung wirkt sich ein wenig ergonomisch ausgestalteter Arbeitsplatz aus. Zu hohe oder niedrige Schreibtische, Bürostühle, die einen in eine unnatürliche Haltung zwingen oder ein falsch ausgerichteter Bildschirm müssen bei ständigen Kopfschmerzen unbedingt als Auslöser in Betracht gezogen werden.

Auch ein ausgeprägter Flüssigkeitsmangel resultiert in Kopfschmerz. Wer als einzige Flüssigkeit während eines langen Arbeitstages Kaffee zu sich nimmt, der muss mit einem rebellierenden Körper und den entsprechenden Warnsignalen rechnen.

Gerade im Winter kommt als Auslöser für Kopfschmerzen im Büro auch schlechte Luft in Betracht. Wird wegen der niedrigen Außentemperaturen nicht regelmäßig gelüftet, sinkt der Sauerstoffgehalt in der Umgebungsluft. Das macht nicht nur müde, sondern verursacht auch quälende Kopfschmerzen. Ebenfalls nicht zu unterschätzen sind Emissionen, die insbesondere durch Laserdrucker ausgestoßen werden. Kleinste Partikel, Ozon und Tonerreste belasten unseren Körper extrem.

Leider immer noch viel zu häufig werden in Büros Leuchtstoffröhren als Beleuchtung für den Arbeitsplatz eingesetzt. Diese Röhren mögen zwar den Raum erhellen – sind aber alles andere als angenehm. Das Lichtspektrum der Leuchtstoffröhren ist überaus unnatürlich, lässt die Augen schnell ermüden – und kann bei empfindlichen Personen starke Kopfschmerzen auslösen!

Wie wirken sich Kopfschmerzen auf die Leistungsfähigkeit aus?

Kopfschmerzen wirken sich auf die Leistungsfähigkeit aus. / Foto: denisismagilov / fotolia.com

Klar – wer unter Schmerzen leidet, bleibt weit hinter seinen eigentlichen Kapazitäten zurück. Wenn jeder Blick auf den Monitor schmerzt, wenn die Gedanken nur noch darum kreisen, wo man die nächste Schmerztablette herbekommt, dann bleibt nicht mehr viel Raum für eine ordentliche Arbeitsleistung.

Das Absinken der Leistungsfähigkeit ist dabei nicht nur ein persönliches Problem des Arbeitnehmers, sondern wirkt sich langfristig auf das gesamte Unternehmen aus. Minderleister sind wenig produktiv, können das Betriebsklima ruinieren und sogar die Beziehungen zu Kunden und Lieferanten schädigen. Grund genug, um aktiv gegen Kopfschmerzen anzugehen!

Wie lange kann man konzentriert arbeiten, ohne Kopfschmerzen zu bekommen?

Grundsätzlich ist die Dauer einer konzentrierten Arbeit immer von den Einflüssen der Umgebung und dem Umgang mit dem eigenen Körper abhängig.

Wer sich morgens um acht Uhr an den Schreibtisch setzt und ohne Pause, ohne Nahrung und ohne Wasser bis mittags durcharbeitet, wird spätestens dann von seinem Körper gewarnt – leider zumeist mit Schmerzen.

Ein kalibrierter, hochauflösender Bildschirm mindert die Gefahr Kopfschmerzen zu bekommen. / Foto: MuzzyCo / fotolia.com

Auch ein ausdauerndes Sitzen ohne Pause resultiert so gut wie immer in einem Einbruch der Leistungsfähigkeit – denn schließlich ist der Mensch nicht zum Sitzen gemacht! Billige Tastaturen, die die Hände in eine unnatürliche Haltung zwängen und schlecht kalibrierte Monitore tun dann ihr Übriges, um den Büroarbeiter mit starken Kopfschmerzen in den Krankenstand zu schicken.

Übrigens wird dem Bildschirm immer noch viel zu wenig Bedeutung beigemessen! Je besser dieser kalibriert ist und je hochwertiger die verwendeten LEDs, desto länger lässt sich vor den Geräten ermüdungsfrei arbeiten.

Prinzipiell ist es problemlos möglich, acht bis zehn Stunden täglich vor dem Bildschirm seine Arbeit zu verrichten. Dies aber auch nur dann, wenn man sich jede Stunde mindestens fünf Minuten Pause gönnt – und diese dafür nutzt, aktiv den Belastungen entgegen zu wirken.

Was kann ich selber gegen Kopfschmerzen im Büro tun?

Die wichtigste aller Regeln lautet: Machen Sie Pause. Je häufiger Sie Ihre Augen, die Muskulatur und Ihren Geist entspannen können, desto seltener werden Sie von Kopfschmerzen heimgesucht. Eine simple und doch effektive Übung, um Verspannungen im Halsbereich und damit Kopfschmerzen entgegenzutreten, ist sogar direkt am Arbeitsplatz möglich.

Verschränken Sie hierzu die Hände am Hinterkopf und drücken Sie den Kopf nach hinten. Die Hände sollten dabei den Druck auffangen. Halten Sie diese Position für 60 Sekunden. Danach beugen Sie Ihren Kopf weit nach vorne in Richtung Brust. Diese Übung lockert alle Muskelregionen im Schulterbereich – und wirkt extrem effektiv jeglichen Verspannungen entgegen.

Arbeit in einem falsch eingerichteten Büro kann gesundheitliche Folgen für Rücken- und Schulterbereich sowie den Nacken und die Augen mit sich bringen. / Foto: Picture-Factory / fotolia.com
Verspannungen können zu Kopfschmerzen führen. / Foto: Picture-Factory / fotolia.com

Ein weiterer Tipp: Erledigen Sie möglichst häufig Aufgaben, die Sie vom Bildschirm lösen. Kopien erstellen, Post wegbringen oder das Altpapier entsorgen – jede Minute, die Sie nicht auf den Monitor schauen, ist eine Minute Entspannung für Ihre Augen. Nutzen Sie die kurzen Wege dabei für Streck- und Dehnübungen. Sie werden sich sogleich wesentlich frischer fühlen!

Auch wenn Ihre Kollegen gerade im Winter protestieren: Öffnen Sie regelmäßig das Fenster und sorgen Sie so für einen stetigen Luftaustausch. Verbrauchte Luft senkt nicht nur die Konzentration – sondern ist eine der Hauptursachen für Kopfschmerzen am Arbeitsplatz!

Wie können Chefs und Vorgesetzte unterstützend tätig werden?

Jedem Arbeitgeber sollte es eine Herzensangelegenheit sein, dass die Mitarbeiter produktiv ihre Arbeit verrichten können – schließlich hängt das Wohl des gesamten Unternehmens nicht zuletzt an motivierten, gesunden Arbeitnehmern. Daher sind Vorgesetzte auch immer mit einzubeziehen, wenn chronische Kopfschmerzen die Produktivität senken.

Ein wichtiges Mittel im Kampf gegen Kopfschmerz ist die ergonomische Gestaltung der Arbeitsplätze. Neben hochwertigen Bildschirmen (die übrigens regelmäßig nach spätestens fünf Jahren ausgetauscht werden sollten) gehört auch eine ergonomische Peripherie wie Maus und Tastatur unbedingt dazu.

Geschäftsbrief
Auch die richtige Beleuchtung spielt eine wichtige Rolle um Kopfschmerzen zu vermeiden. / Foto: peshkova / fotolia.com

Sitzmöbel sollten so ausgelegt sein, dass sie den Körper auch in der unnatürlichen Sitzhaltung zur Bewegung animieren. Spezielle Sessel mit in allen Achsen verschiebbaren Gelenken passen sich den Bewegungen des Körpers an und wirken so Verspannungen effektiv entgegen.

Die Arbeitsraumbeleuchtung sollte so gewählt werden, dass weder Lichtreflexionen im Sichtbereich auftreten, noch das grelle Farbspektren negativ auf die Augen einwirken können. Ideal eignen sich hier warmweiße LED Leuchten an der Decke. Diese Leuchtmittel kommen dem natürlichen Tageslicht sehr nahe – und sind darüber hinaus noch sehr sparsam im Betrieb.

Regelmäßige Massagen durch mobile Büro-Massageteams stellen darüber hinaus eine sehr sinnvolle Ergänzung zur ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung da. Wer in der Mittagspause ordentlich durchgeknetet wird, der kann danach entspannt weiterarbeiten.

Fazit

Kopfschmerzen beeinträchtigen die Arbeitsleistung enorm und sollten immer als Warnsignal des Körpers verstanden werden. Wer hier allein auf die Wirkung von Schmerztabletten setzt, der verkennt die Gefahr, die in dem quälenden Schmerz stecken kann.

Mit einfachen Methoden und Übungen kann jeder Arbeitnehmer aktiv gegen Verspannungen und Kopfschmerzen angehen. Darüber hinaus sollte auch immer das Gespräch mit den Vorgesetzten gesucht werden!

Schließlich verbringt ein durchschnittlicher Büroarbeiter 160 Stunden pro Monat am Schreibtisch – da ist eine optimale, ergonomische Ausgestaltung des Arbeitsplatzes Pflicht. Sollten Sie chronisch von Kopfschmerzen geplagt werden, ist auf jeden Fall dringend ein Arztbesuch anzuraten.

Neben falschen Arbeitsbedingungen, Stress und Überlastung können hinter den quälenden Schmerzen nämlich auch tiefere Ursachen stecken. Daher besser einmal zu viel zum Arzt als einmal zu wenig!

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