Klima am Arbeitsplatz verbessern

Jedes Jahr zur gleichen Zeit stellen wir uns die Frage, was tun bei dieser Sommerhitze?

Denn gerade zur Sommerzeit ist es für viele Mitarbeiter besonders schwer sich zu motivieren. Die Hitze zwingt uns kürzer zu treten. Das schöne Wetter animiert dazu, lieber draußen in der Natur zu sein, statt im Büro.

Aber wie lassen sich Mitarbeiter am Besten motivieren? Welche Rechte haben Mitarbeiter, welche Pflichten Arbeitgeber? Welche Präventionen können geschaffen werden, um den Arbeitsalltag so angenehm wie möglich zu gestalten?

Die Ursachen liegen in der Notwendigkeit

Bevor Präventionen geschaffen und über Rechte und Pflichten gesprochen werden kann, ist es wichtig das Gesamte zu betrachten. Das Grundproblem liegt allgemein am Klima im Büro. Dieses umfasst nicht nur die Temperaturen, sondern wird auch an der Luftfeuchtigkeit, an der Luftgeschwindigkeit und der Luftqualität gemessen.

Das Notwendige ist unsere Abhängigkeit von einem guten Klima. Frische Luft ist essentiell, wirkt sich positiv auf die Konzentra­tion sowie das Wohlbefinden der Beschäftigten und damit auf ihre Leistungsfähigkeit aus, darum sollte dieses mehr in Augenschein genommen werden.

Die Temperatur

Eine Kerngröße am Arbeitsplatz ist die Lufttemperatur. Und diese wird nicht nur durch das Wetter beeinflusst. Auch durch bauliche Voraussetzungen, der Zustand des Gebäudes mit seinen Wänden, Fenstern und der Decke sowie dem Fußboden. Diese umschließenden Flächen können kühlende, aber auch wärmende Effekte haben. Aber auch das Lüftungsverhalten, Klimaanlagen, Arbeitsplatzausrichtungen können die Temperatur beeinflussen. Die Arbeit an großflächigen Fensterfronten, direkt an Technikgeräten erweist sich hierbei im Sommer eher als Nachteil.

Die Luftfeuchtigkeit

Auch die Luftfeuchte spielt auf die Temperatur und dem Empfinden eine Rolle, vor allem wenn diese auf über 70% steigt. Gemessen wird sie mit einem Aspirations-Psychrometer oder einem Hygrometer. Gesundheitsgefährdend wird es, wenn die Luftfeuchte auf unter 30% sinkt. Heutzutage ist dies u.a. das größte Problem in dem klassischen Büro. 61% aller Beschäftigten in diesem Bereich gaben an, unter zu trockener Luft zu leiden, so meinte eine Erhebung des Berliner Ergonomics Institut. Ursachen hierfür liegen in den technischen Geräten, schlechtem Lüftungsverhalten und der Heizung im Winter.

Luftgeschwindigkeit

Die Luftgeschwindigkeit beschreibt zusammengefasst die Zugluft, als unerwünschte Form der Luftbewegung, vor allem wenn diese zur Unterkühlung im Nacken- oder Fußraum führt. Ein ungutes Empfinden entsteht hierbei durch die ansteigende Luftgeschwindigkeit. Vor allem durch Kaltluftströme durch Fenster- und Lüftungsanlagen sowie Klimaanlagen erscheinen diese in den Raum. Doch ist eine Lüftung des Raums wichtig, um eine gleichbleibend qualitative Luftzufuhr zu gewährleisten, doch diese muss richtig eingesetzt werden.

Luftqualität

Gerade im Sommer verschlechtert sich schnell die Luftqualität. Viele Menschen in einem Raum, der Schweiß, die Hitze, schnell entstehen unangenehme Gerüche. Allgemein betrachtet, beschreibt die Luftqualität den Gehalt, das Zusammenspiel und die Auswirkungen chemischer und biologischer Stoffe in der Luft.

Nicht nur die Mitarbeiter beeinflussen die Qualität der Luft, auch die Arbeitsgeräte und die baulichen Substanzen der Einrichtung. Schadstoffbelastungen wie Formaldehyd, Holzschutzmittel, Lösemittel, Kohlenmonoxid und Ammoniak wurden dabei nachgewiesen. Im Allgemeinen sind die Werte relativ gering. In der Summe erst werden sie zum Problem, vor allem im Sommer im Zusammenhang mit verbrauchter Luft und Körperausdünstungen.

Welche Präventionen sind möglich

Die Büroausstattung

Die richtige Büroausstattung kann schon erste maßgebliche Präventionen erfüllen. Die akkurate Ausrichtung der Arbeitsplätze, Sonnenschutz, Luftvermischer, Luftreiniger, Kühlgeräte erreichen richtig eingesetzt ihre Ziele. Empfehlenswert sind so ausgerichtete Arbeitsplätze, dass der Luftstrom nicht direkt in den Nacken- oder Fußraum treffen. Ein Fenster vor und hinter einem Mitarbeiter, ohne eine richtige Isolierung, kann häufige gesundheitliche Beschwerden verursachen.

Auch empfehlenswert ist der richtige Einsatz von Trennwänden. Trennwände grenzen einzelne Arbeitsplätze ab, konzentriertere Präventionen sind hierbei möglich.

Auch Pflanzen sind gute Klimaverbesserer. Sie reinigen die Luft, wandeln Kohlenstoffdioxid in Sauerstoff um und regulieren u.a. die Luftfeuchte. Dabei sind sie nicht nur schick anzusehen, sondern auch sehr effektiv, wenn auch nur in einem geringen Maße.

Pflanzen geben ein gutes Gefühl und helfen bei der Luftregulierung am Arbeitsplatz

Der richtige Sonnenschutz erweist sich ebenso als sinnvoll. Wenn Arbeitsplätze direkt neben dem Fenster stehen sollen, ist hier unablässig, dass diese einen Schutz zum Beispiel durch Rollos erhalten müssen.

Ein wichtiger Aspekt aus ergonomischer Sicht, so erwähnt auch die ASR, ist zu beachten wie stark die Räume belegt sind. Wie viele Personen den Raum benutzen, wie viele Geräte zudem darin vorhanden sind. Dieses gilt es vorab zu prüfen.

Richtig Lüften aber wie?

Eine richtige Lüftung ist unablässig, verbrauchte Luft sollte stetig durch frische Außenluft ersetzt werden. Dabei gibt es zwei Arten der Lüftung. Zum einen die freie (natürliche) Lüftung, zum anderen die technische (maschinelle). In vielen Büros wird tatsächlich die freie Lüftung bevorzugt und in Form von Spaltlüftung oder Stoßlüftung eingesetzt. Was erweist sich aber am effektivsten, gerade bei Außentemperaturen über 26 Grad? Das frühe Lüften zum einen. Der erste Mitarbeiter macht am Besten alle Fenster frühs auf, um den Raum auf angenehme 22 Grad herunter zu kühlen. So lange bis die Sonne auf die Fenster scheint und noch keine Hitze produziert, erweist sich dies am effektivsten.

erstmal richtig durchlüften – am besten am frühen Morgen

Zudem wird empfohlen, einen Sauerstoffaustausch einmal die Stunde zu gewährleisten. Empfehlenswert ist die Stoßlüftung durch mehrmaliges kurzzei­tiges, aber komplettes Öffnen der Fenster. Wenn dies aufgrund der Windstille nicht mehr möglich ist, empfiehlt sich der Einsatz von mechanischen Elementen, wie Ventilatoren oder Klimaanlagen. Lüftungs- und Klimaanlagen haben den Vorteil konstant zu arbeiten.

Die Konzentration halten

Die Konzentration bei diesen Temperaturen zu halten, erweist sich für die Mitarbeiter oft gerade ab der Mittagszeit als schwierig. Abhilfe können hier einfache Mittel schaffen. Auch der Geschäftsführer kann hier ganz simpel mitwirken. Zu empfehlen ist gerade in der Zeit, in der es noch kühler ist, zu arbeiten. Vielleicht ist es möglich früher anzufangen. Zudem ist es gut immer ausreichend Obst am Arbeitsplatz stehen zu haben, um eine regelmäßige Zufuhr an gesunden Nährstoffen und Flüssigkeit zu erhalten. Ab und zu ein Eis erfreut jeden Mitarbeiter.

Greifen Sie zu Gemüsesticks, Obstsalaten oder anderen leichten Kleinigkeiten. / Foto: pilipphoto / fotolia.com
Greifen Sie zu Gemüsesticks, Obstsalaten oder anderen leichten Kleinigkeiten. / Foto: pilipphoto / fotolia.com

Sinnvoll ist es, die Arbeitsplanung auf die Wetterlage abzustimmen. Nach dem Mittag ist es besser leichte Routinearbeiten zu erledigen, Schwieriges kommt direkt am kühlen Morgen.

Die Mittagspause zur Abwechslung auch einmal draußen im Schatten stattfinden lassen, sorgt dafür dass das Vitamin D durch die Sonne dem Körper neue Kraft gibt, die frische Luft regt den Geist an.

Zum Nachmittagstief zu einem kleinen Spiel einladen, damit alle Mitarbeiter nochmal kurz in Bewegung kommen und die letzte Runde Richtung Feierabend nochmal motiviert gestartet werden kann. Draußen 15 Minuten mit Ball spielen, oder schauen Sie einfach, was Ihre Mitarbeiter bzw. Kollegen anspricht.

Wie wäre es mit einer Runde Tischtennis?

Pflichten der Arbeitgeber

Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, den Arbeitsnehmer ein angenehmes mögliches Arbeitsumfeld zu schaffen. Dazu gehört es auch, dass eine ideale Raumtemperatur von 22 Grad, aber nicht mehr als 26 Grad eingehalten werden muss. Die Arbeitsstättenregeln (ASR) besagen, dass der Arbeitgeber für einen ausreichenden Sonnenschutz im Büro zu sorgen hat.

Diese besagt im Detail:

„Bei Überschreitung einer Lufttemperatur von +30 °C müssen wirksame Maßnahmen gemäß Gefährdungsbeurteilung […] ergriffen werden, welche die Beanspruchung der Beschäftigten reduzieren. Dabei gehen technische und organisatorische Maß­nahmen gegenüber personenbezogenen Maßnahmen vor. […]

Wird die Lufttemperatur im Raum von +35 °C überschritten, so ist der Raum für die Zeit der Überschreitung […] nicht als Arbeits­raum geeignet.“

Maßnahmen, wie die Steuerung des Sonnenschutzes, in Form des richtigen Einsatzes von Jalousien werden hierbei empfohlen. Je nach Sonnenstand sind diese zu schließen, die Fenster sollen je nach Sonneneinfall besser geschlossen werden. Für eine verstärkte Nachlüftung ist zu sorgen. Für die Arbeitsplatzausstattung heißt es ebenso, dass innere thermische Lasten wie Drucker und andere große elektrische Geräte fern von den persönlichen Arbeitsplätzen aufzustellen sind. Im Idealfall in sogenannten Druckerräumen. Zudem wird dazu geraten, gerade bei den hohen Temperaturen, Gleitzeitregelungen zu finden. Wenn möglich, soll die Arbeitszeit verlagert werden. So dass der Mitarbeiter selbst entscheiden kann, wann für ihn die effektivste Arbeitszeit ist. Frühe Morgenstunden bieten sich hierzu besonders an. Zudem empfiehlt das ASR die Lockerung in den Begleitungsregelungen, damit Mitarbeiter flexibel mit dem Wetter umgehen können und nicht in Kostümen und Jacketts schwitzen müssen.

Zudem sollte für geeignete Getränke gesorgt werden. Trinkwasser ist für jeden Mitarbeiter bereit zu stellen.

Es gilt ebenso zu beachten, dass im Einzelfall das Arbeiten über 26 Grad zu Gefährdungen der Gesundheit führen kann, besonders bei gesundheitlich vorbelasteten Beschäftigten. Schwangere, Jugendliche, Ältere und stillende Mütter sind hierbei gesondert schutzbedürftig. In solchen Fällen müssen personenbezogene Regelungen getroffen werden.

Werden Klimaanlagen eingesetzt, sollte beachtet werden, dass die relative Luftfeuchte bei mindestens 40% liegt. Liegt diese niedriger, kommt es im Raum zu elektrostatischen Aufladungen. Doch sollte die Luftfeuchte gerade im Sommer auch nicht über 60% bei zum Beispiel 24 Grad betragen, da damit schnell eine belastende Schwüle auftritt. Die Beschäftigten schwitzen und dieser Schweiß kann aufgrund der hohen Luftfeuchte nicht wieder verdunsten. Der Körper kann also nicht abkühlen. Aber auch im Winter sollte die Luftfeuchte nicht über 70% gehen, da sich sonst Kondenswasser bildet und Schimmel entstehen kann.

Ein weiteres Problem entsteht durch die Zugluft. Hier muss beachtet werden, dass diese auf den Raum, die Anzahl der Mitarbeiter und der Sitzplatzausrichtung angepasst ist. Falsche Zugluft führt zu Unterkühlungen oder Verspannungen. Klimaanlagen sollen hierzu akkurat ausgerichtet werden, Fenster und Gebäudeisolierungen geprüft. Falls sich an der Ausrichtung und der Zugluft nicht viel ändern lässt, sollten Arbeitsplätze entsprechend positioniert werden, um eine Gefährdung der Mitarbeiter auszuschließen.

Zudem sollte eine regelmäßige Wartung der Klimaanlage gewährleistet werden, da hier auch Beschwerden wie Reizungen in Augen und in den Atemwegen und mögliche Keimbelastungen auftreten können.

Fazit

Es zeigt sich schnell, wie wichtig die Zusammenarbeit, das Zusammenspiel der Kollegen und des Firmenleiters sind, um für ausreichende Präventionen zu sorgen. Leichte Motivationen bis hin zur richtigen Ausstattung, angepasste Arbeitsweisen und technische Unterstützungen können positiv dazu beitragen, das Arbeitsklima erheblich zu verbessern. Die Konzentration, das allgemeine Wohlbefinden bis hin zu positiven gesundheitlichen Folgen führen sich auf die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter aus. Immer ist dabei zu beachten, auch auf die Stimmen Einzelner zu hören. Jeder hat ein anderes Bewusstsein. Kompromisse müssen gefunden werden. Nicht jeder mag Lufterfrischer, oder sogenannte Diffuser, welche Gerüchen entgegenwirken. Einigen verursacht es Kopfschmerzen. Das muss akzeptiert und dafür andere Lösungsansätze gefunden werden. Auch hier ist die Kommunikation wieder unablässig. In der Verantwortung wird auch der Geschäftsführer des Unternehmens gezogen, welcher Messungen veranlassen kann und sich Beraten lassen sollte. Berufsgenossenschaften, betreuende Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Betriebsärzte oder zuständige Unfallversicherungsträger helfen hier gerne zur Stelle. Ergonomieberatungen bieten ebenso weiterführende Informationen zu diesem Thema an.

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