Kabelmanagement: Kabel verstecken am Schreibtisch – Tipps gegen Kabelsalat

Moderne Kommunikationstechnik ist aus der heutigen Büroausstattung nicht mehr wegzudenken. Vom PC bis zum Laptop, vom Monitor bis zum Drucker, von der Büroleuchte bis zum Shredder – ohne strombetriebene Geräte ist die Arbeit am Büroplatz unvorstellbar. Bei all diesen Dingen gibt es kaum noch Unterschiede zwischen gewerblichen Arbeitsplätzen und denen im Home-Office oder im privaten Bereich.

All diese Geräte haben aber auch eine gemeinsame Eigenschaft, und dies sind ihre Anschlusskabel. An einem Computer können es durchaus bis zu zehn Stück sein, und aus den Stromkabeln, Datenkabeln und den Verbindungen zu Mouse & Co. ergibt sich ein Wirrwarr, welches ohne sorgfältige Vorgehensweise kaum noch beherrschbar ist.
Strippengewirr sieht jedoch nicht nur unordentlich und unprofessionell aus. Es ist vielmehr auch gefährlich und es raubt uns wertvolle Zeit. Nachfolgend möchten wir deshalb einige Anregungen geben, weshalb und wie man mit gezieltem Kabelmanagement dem Chaos am Bürotisch begegnet und es zu gelungenen Lösungen führt.

Kabelsalat kann gefährlich werden

Jedes Kabel ist an seinen Enden auf eine bestimmte Weise fixiert, sei es an der Steckdose, einer Buchse oder einer Kabeldurchführung. Liegt es zwischen diesen Verbindungspunkten lose als Schlaufe, stellt es eine permanente Stolpergefahr dar. Befindet es sich auf den gängigen Laufwegen, kann sein Kabelmantel beschädigt werden. Stromschläge bei einem Starkstromkabel und Defekte an Geräten durch Kurzschluss in einem Schwachstrom- oder Datenkabel sind dabei keine Seltenheit.

Die von Schlaufenbildung ausgehenden Gefahren sind aber auch an wenig frequentierten Orten im Raum vorhanden. Bereits das Öffnen des Fensters hinter dem Bürotisch kann ausreichen, um mit dem Fuß ist eine solche Schlaufe einzufädeln. Das wird erst spürbar, wenn die Tastatur oder die Büroleuchte mitgezogen wird und plötzlich krachend auf dem Boden liegt.

Kabelsalat raubt uns wertvolle Zeit

Bürotechnik ist transportabel, und deshalb wechseln Drucker und Router, Ladegeräte und Netzteile häufig ihren Standort. Hat sich aus dem Kabelsalat mittlerweile ein heilloses Durcheinander entwickelt, fällt das Entwirren schwer. So manches Kabel muss sogar aus seiner Anschlussbuchse gezogen werden, um es von den anderen zu entknoten. Sind die Knoten beseitigt, folgt die Ernüchterung. Welches Kabel steckte in welcher Buchse? Frust und Fehlschaltungen sind dann oftmals unvermeidbar.

Kabelsalat lenkt uns ab

Kabelchaos im Büro
Kabelchaos im Büro – keine Seltenheit – gutes Kabelmanagement ist daher unverzichtbar!
Foto: © djama / fotolia.com
Ein geordneter Arbeitsplatz wirkt einladend, und es macht Freude, an ihm zu arbeiten. Liegen jedoch Netzteile und andere Verkabelungen wirr auf dem Bürotisch herum, beschäftigen wir uns gedanklich schon mit dem Entwirren. Wie schnell rutscht der USB-Stick unter diesen Kabelsalat. Wir suchen ihn und müssen überlegen, wo wir ihn zuletzt verwendet haben. Eigentlich wollten wir uns unserer Arbeit widmen, aber nun sind unsere Gedankengänge auf das eigentlich Vermeidliche gerichtet.

Aber nun zu zwei Lösungsvorschlägen, mit denen wir den Kabelsalat bereits im Vorfeld minimieren können.

Kabelmanagement: Kurze Kabel sind besser als lange

Viele Geräte unserer Bürokommunikation werden mit vorkonfektionierten Kabeln verbunden. Anschlusskabel, die gleich vom Hersteller der Geräte mitgeliefert wurden, lassen sich nicht kürzen. Die meisten anderen, ob USB-, Scart- oder Datenkabel und andere sind im Fachhandel in verschiedenen Längen erhältlich. Wir tun uns selbst einen großen Gefallen, wenn wir diese Kabel nur in solchen Längen anschaffen, wie wir sie für unseren Büroarbeitsplatz auch benötigen. Jeder Meter weniger Kabel verringert nicht nur den Anschaffungspreis, sondern erspart auch Kabelsalat.

Anschlusspunkte auf kurzem Weg verbessern das Kabelmanagement

Wenn wir einen Büroarbeitsplatz einrichten, entwickeln wir vorher immer ein mehr oder weniger umfangreiches Konzept. Dieses sollte nicht nur die benötigten Geräte, sondern auch deren Versorgungspunkte enthalten. Der Aufwand ist äußerst gering, bereits im Vorfeld die benötigte Anzahl an Schukosteckdosen, Daten- und Telefondosen und anderen Verknüpfungen einzuplanen. Jedes Kabel, welches dann nicht erst einzeln durch den Raum verlegt werden muss, verringert die Gefahr eines unbeherrschbaren Kabelsalates.

Wie aber können wir die unvermeidlichen Kabel ordnen?

Ringartiges Bündeln mit Kabelbindern

Die Auffassung liegt nahe, dass Kabelbinder das Nonplusultra sind. Tatsächlich ist es einfach, alle benötigten Kabel zu einem gleichgroßen Ring zusammenzuwickeln und mit den sogenannten „Strapsen“ zu fixieren. Die Ernüchterung folgt, wenn eines dieser Kabel wieder entfernt werden muss, weil beispielsweise ein Gerät an einem anderen Ort platziert werden soll.
Für diese Befestigungsart gilt also die Überlegung, dass nur alle Kabel in einem gemeinsamen Ring gebündelt werden, die über einen langen Zeitraum auch dort verbleiben können.

Der Kabelbaum mit Kabelbindern

Bei dieser Bündelungsart liegen alle vorhandenen Kabel parallel nebeneinander, und sie werden in gleichmäßigen Abständen von maximal 20 Zentimetern mit Kabelbindern umbündelt. Diese Variante hat den Vorteil, dass jedes Kabel an der Stelle aus dem Bündel ausgeschwenkt werden kann, wo es benötigt wird.
Ansonsten gilt für diese Variante das Gleiche bezüglich der Langfristigkeit gemeinsamer Bündelung.

Der Kabelbaum mit einem Kabelschlauch

Der Fachhandel bietet für die gemeinsame Verlegung mehrerer flexibler Kabel sogenannte Kabelschläuche an. Sie bestehen aus Kunststoff und sind in zwei verschiedenen Arten erhältlich. Dies sind einerseits Spiralschläuche die, wie es ihr Name schon sagt, spiralförmig um die zum Kabelbaum sortierten Kabel gewickelt werden. Zum Entfernen eines Kabels muss jedoch der gesamte Spiralschlauch wieder abgewickelt werden. Andererseits gibt es aber auch professionelle Kabelschläuche mit Klickverschlüssen in regelmäßigen Abständen. Sie ermöglichen das teilweise Wiederöffnen, wenn ein Kabel entfernt werden soll.

Kabelverlegung im Sockelleistenkanal

Es gibt mehrere Hersteller, die über den Elektrofachhandel, das Internet oder auch gut sortierte Baumärkte Sockelleistenkanäle anbieten. Dies sind Kunststoffkanäle mit abnehmbarem Oberteil, die anstelle der Fußleiste verlegt werden. Zu ihnen gibt es außerdem Geräteträger mit Schukosteckdosen oder Leergehäuse, die nach Erfordernis mit Daten- und Telefondosen oder anderen Komponenten bestückt werden können.

Sind solche Sockelleistenkanäle bereits bei ihrer Installation ausreichend groß dimensioniert worden, können in ihnen auch ansonsten lose hängende Anschlusskabel untergebracht werden. Ein weiterer Vorteil dieser Installationsart besteht darin, dass die Verkabelung jederzeit zugänglich und veränderbar ist.

Kabelverlegung im Aufbodenkanal

Nicht immer lässt es sich vermeiden, dass lose Kabelverlegungen die Laufwege frequentieren. Dies sind beispielsweise Türdurchgänge oder die Zuführung zu einem mittig im Raum platzierten Bürotisch. Hier ist die Stolpergefahr sowie die Gefahr der Beschädigung der Kabel besonders hoch.
Abhilfe bietet ein Aufbodenkanal, der ebenfalls im Elektrofachhandel, Internet und/oder gut sortierten Baumarkt erhältlich ist. Auch er besteht aus einem Unter- und einem abnehmbaren, trittsicheren Oberteil. Dieses besteht aus Kunststoff, Aluminium oder Edelstahl. Der Aufbodenkanal kann sichtbar oder beispielsweise unter textiler Auslegware verlegt werden. Er bietet ebenfalls den Vorteil der jederzeitigen Zugänglichkeit und Auswechselbarkeit der verlegten Kabel.

Unterflurdosen und –auslässe

Nicht überall umsetzbar, aber funktionell sind Unterflursysteme, die in der Rohbauphase oder nachträglich im Hohlraumfußboden installiert werden. Sie enthalten Kanäle, meist aus verzinktem Stahlblech sowie Geräteträger mit Schukosteckdosen, freien Bestückungsmöglichkeiten und/oder Kabelauslässen. Mit ihnen lässt sich jedes Versorgungskabel dorthin bringen, wo es benötigt wird.

Kabelkanäle

Kabelführung-XDSM
Kabel sind kein Problem: Die integrierte Kabelführung
Eine in vielen Größen verfügbare Variante sind Kabelkanäle. Sie können aus Kunststoff bestehen und nennen sich dann Leitungsführungskanal. Sie können an der Wand hinter dem Schreibtisch oder auch an seiner Unterseite montiert werden. In ihnen lässt sich das Kabelmanagement sehr gut umsetzen, weil lange Kabel auch in Schleife verlegt werden können.
Noch komfortabler sind Brüstungskanäle, die aus Kunststoff oder lackiertem Stahlblech bestehen. Ihr Installationsort ist die Wandhöhe unter den Fensterbrettern. So lassen sich auch umfangreichere Verkabelungen zwischen mehreren Arbeitsplätzen herstellen. Brüstungskanäle bieten den meisten Rauminhalt für Kabel, und sie können auch mit zum System gehörigen Steckdosen sowie Leergeräteträgern für andere Komponenten bestückt werden.

Die Besonderheit höhenverstellbarer Bürotische

Höhenverstellbares Schreibtischmodell mit Kabelspirale
Bei höhenverstellbaren Bürotischen gilt es nicht nur, das Kabelmanagement durch eine der genannten Installations- oder Bündelungsmethoden umzusetzen, um Ordnung und eine ordentliche Ansichtsgüte zu erzielen. Vielmehr besteht die Verkabelung aus einem feststehenden und einem beweglichen Teil. Feststehend bedeutet, dass alle Verkabelungen zwischen den einzelnen Geräten unter der Tischplatte durch Kanäle, Kabelbinder oder Kabelschläuche erfolgt. Der bewegliche Teil umfasst alle Kabel, die vom Fußboden, der Raumdecke oder der Wand zum Schreibtisch geführt werden. Sie müssen jede beliebige Veränderung der Tischhöhe mitverfolgen können. Dazu eignen sich hervorragend spezielle Kabelspiralen. Ihre Endpunkte bestehen aus Konsolen, die sowohl an der Unterseite des Schreibtisches als auch am zuführenden Ort aufgeschraubt werden. Innerhalb einer solchen Kabelspirale werden die Kabel lose geführt, und sie verbleiben auch bei Schlaufenbildung durch Absenken des Tisches innerhalb der Spirale.

Kabel an Schreibtischunterseiten simpel und schnell verlegt

Zum Lieferumfang mancher Schreibtische gehört ein Kabelträgersystem oder es kann optional mitbestellt werden. Dies ist meist entweder ein U-förmiger, offener Kanal oder es besteht aus mehreren Einhängebügeln. Beide Systeme werden ebenfalls an der Tischunterseite angeschraubt. Für ein Kabelmanagement an Bürotischen, deren Kabel außerhalb der Reich- und Trittweite sind, ist dies eine schnelle und einfache Lösung. Da die Kabel jedoch lose liegen, besteht immer die Gefahr, dass sie herausfallen oder versehentlich herausgerissen werden können.

Das Kabelmanagement zum Schmunzeln

Kreative Geister sind allgegenwärtig. Weshalb also nicht Kabelclips auf die Wand schrauben und die zu langen Kabel zu einer abstrakten Figur zusammenfügen. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt, aber auch diese kreative Umsetzung erfüllt den Zweck, dass das Kabelmanagement ansehnlich und vor Gefahren bewahrend umgesetzt worden ist.

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