Ischiassmerzen – das hilft

Schießt der Schmerz ins Kreuz ein und strahlt in das Bein aus, so handelt es sich in der Regel um den Ischiasnerv. Sogenannte Ischiasschmerzen, die auch als Ischiassyndrom oder Lumbo-Ischialgie bezeichnet werden, lassen sich oft auf Bandscheibenprobleme oder Muskelverspannungen zurückführen. Doch in vielen Fällen hätten die Ischiasschmerzen verhindert werden können – oft genügen nur ein paar kleine Übungen, sodass es gar nicht zu Probleme kommen muss.


Die Ursachen – wann kann sich der Ischiasnerv bemerkbar machen?

Es handelt sich um einen plötzlich auftretenden Schmerz, der selbst die kleinsten Bewegungen, die im Zuge des alltäglichen Lebens auftreten, zur Qual werden lassen. / Foto: Picture-Factory / fotolia.com
Es handelt sich um einen plötzlich auftretenden Schmerz, der selbst die kleinsten Bewegungen, die im Zuge des alltäglichen Lebens auftreten, zur Qual werden lassen. / Foto: Picture-Factory / fotolia.com

Schweres Heben, eine unglückliche Bewegung oder auch falsches Bücken – plötzlich spürt der Betroffene einen extrem stechenden Schmerz, der zu Beginn im Rücken wahrgenommen wird und bis in das Bein ausstrahlen kann. Es handelt sich um einen plötzlich auftretenden Schmerz, der selbst die kleinsten Bewegungen, die im Zuge des alltäglichen Lebens auftreten, zur Qual werden lassen.

Der Peiniger? Der Nervus ischiadicus – der längste und auch dickste Nerv im menschlichen Körper. Wer sich den Nervus ischiadicus einmal eingeklemmt hat, wird wissen, dass in weiterer Folge extreme Schmerzen auftreten. Doch warum verursacht der Ischiasnerv Probleme? Zu den möglichen Auslösern gehören muskuläre Verspannungen, ein Bandscheibenvorfall, blockierte Wirbelkörper, eine ungeschickte Bewegung, eine Entzündung der Nerven und auch eine schlechte Sitzhaltung oder Haltungsfehler, die vorwiegend im Stehen auftreten.


Der Akutschmerz: Betroffene sollten Ruhe bewahren und sich nur langsam bewegen

Schnelle Bewegungen sind mitunter möglich, können aber zu einer extremen Verschlimmerung der Schmerzen führen. / Foto: Gino Santa Maria / fotolia.com
Schnelle Bewegungen sind mitunter möglich, können aber zu einer extremen Verschlimmerung der Schmerzen führen. / Foto: Gino Santa Maria / fotolia.com

Klagt der Betroffene über starke Schmerzen, die er in Verbindung mit dem Ischiasnerv bringt, sollte er in der Position verharren und eine Minute abwarten; er sollte sehr tief Ein- und Ausatmen und versuchen, auch wenn es mitunter schwer fällt, ruhig zu bleiben. In weiterer Folge sollte sich der Betroffene bewegen – die Bewegungen beginnen bei langsamen Dehnübungen und enden bei einer aufrechten Position.

Wichtig ist, dass der Betroffene ruckartige Bewegungen vermeidet. Schnelle Bewegungen sind mitunter möglich, können aber zu einer extremen Verschlimmerung der Schmerzen führen. Des Weiteren sollte er auch keinen direkten Druck an der schmerzenden Stelle ausüben. In weiterer Folge ist es wichtig, dass der Ischiasnerv mit Wärme behandelt wird. Hier eignen sich Wärmepflaster, ein Heizkissen, eine Wärmecreme, ein Körnerkissen oder auch eine Wärmflasche. Werden die Schmerzen immer stärker oder waren von Anfang an sehr stark, so helfen schmerzstillende Medikamente. Natürlich wird der Betroffene nun der Meinung sein, er müsse sich schonen – eine liegende Position trägt jedoch keinesfalls zur Linderung bei. Wichtig ist, dass sich der Betroffene – langsam und vorsichtig – bewegt. Bleibt er für mehrere Tage in einer “Ruheposition”, so besteht die Gefahr, dass sich der Schmerz “einnistet”.

Kommt es in weiterer Folge zu keiner Verbesserung, so sollte der Betroffene den Arzt kontaktieren. Dieser wird zu Beginn eine Injektion gegen die akuten Schmerzen verabreichen und in weiterer Folge Schmerzmittel verschreiben. Mitunter kann der Arzt auch – je nach Diagnose – Massagen oder Krankengymnastik verordnen.


Können Ischiasschmerzen vorgebeugt werden?

Ischiasschmerzen können durch regelmäßige Bewegungen, vor allem auch durch Übungen, die die Rückenmuskulatur stärken, verhindert werden. / Foto: contrastwerkstatt / Fotolia.com
Ischiasschmerzen können durch regelmäßige Bewegungen, vor allem auch durch Übungen, die die Rückenmuskulatur stärken, verhindert werden. / Foto: contrastwerkstatt / Fotolia.com

Ischiasschmerzen können durch regelmäßige Bewegungen, vor allem auch durch Übungen, die die Rückenmuskulatur stärken, verhindert werden. Menschen, die eine gut ausgebildete Rückenmuskulatur haben, müssen keine Angst vor Ischiasschmerzen haben, da hier die Wirbelsäule von der Rückenmuskulatur gestützt wird. Somit ist die Entstehung des Iaschiasschmerzes fast unmöglich. Zudem ist es hilfreich, wenn nicht zu lange in ein und derselben Position verharrt wird. Das heißt, dass vor allem Büroangestellte, die oft stundenlang vor dem Computer sitzen, sich immer wieder bewegen sollten.

Ein “Katzenbuckel” kann dabei helfen, dass es gar nicht zum Ischiasschmerz kommt, weil die Wirbelsäule und die Rückenmuskulatur trainiert werden. Auch daheim können spezielle Ischias-Übungen durchgeführt werden. Man legt sich am Boden, streckt beide Beine möglichst im rechten Winkel an und versucht die Lendenwirbelsäule nach unten zu drücken. In weiterer Folge werden die Beine nach links und nach rechts gedreht. Hier sollte man mit den Beinen den Boden berühren. Das mag zu Beginn zwar anstrengend sein, jedoch ist es wichtig, dass derartige Übungen – langsam und vorsichtig – durchgeführt werden. Nur so kann die Rückenmuskulatur gestärkt werden! Wichtig ist, dass man derartige Übungen auf einer Matte und nicht direkt am harten Boden durchführt.


Auch Übergewicht spielte eine nicht zu unterschätzende Rolle

Vor allem dann, wenn man - aufgrund des Bürojobs - nur selten eine Pause machen kann, ist es wichtig, noch mehr auf die eigene Ernährung zu achten. / Foto: pilipphoto / fotolia.com
Vor allem dann, wenn man – aufgrund des Bürojobs – nur selten eine Pause machen kann, ist es wichtig, noch mehr auf die eigene Ernährung zu achten. / Foto: pilipphoto / fotolia.com

Zudem sollte man auch auf sein Körpergewicht achten. Übergewicht und ungesunde Ernährung sind sehr wohl zwei Gründe, die am Ende dazu führen, dass der Betroffene unter Ischiasschmerzen leiden kann. Vor allem dann, wenn man – aufgrund des Bürojobs – nur selten eine Pause machen kann, ist es wichtig, noch mehr auf die eigene Ernährung zu achten.

Mageres Fleisch, Getreideprodukte, Obst und Gemüse sind empfehlenswert. Fast Food oder diverse Fertiggerichte, die kaum Nährwerte haben, sollten zur Gänze vermieden werden. Nur dann, wenn man sich ausgewogen ernährt und sich zudem auch bewegt, kann das Hüftgold abgebaut werden. Aber nicht nur Übergewichtige haben oftmals Probleme mit dem Ischiasnerv – auch all jene, die stundenlang im Büro sitzen, klagen immer wieder über Rückenschmerzen.

Das stundenlange Sitzen ist nämlich mitunter der Hauptgrund – vor allem dann, wenn man sich in einer falschen Sitzposition befindet. Die Problematik wird – völlig unbewusst – monatelang (mitunter sogar jahrelang) antrainiert. Beim Sitzen sollte man darauf achten, dass die Beine in einem 90 Grad-Winkel sind – dasselbe gilt auch für den Rücken. Der Rücken und die Sitzfläche sollten sich also in einem 90 Grad-Winkel befinden. Auch dann, wenn man lange Zeit steht, ist es wichtig, dass man darauf achtet, einen aufrechten Gang zu haben. Die zwei schlimmsten Haltungsfehler? Das Hohlkreuz und die nach vorne gezogenen Schultern. Bei derartigen Haltungsfehlern sind Ischiasschmerzen bereits vorprogrammiert.


Wie werden Ischiasschmerzen behandelt?

Entzündungshemmende und schmerzstillende Tabletten, die in Kombination mit einer Physiotherapie erfolgen, stellen die Basis einer derartigen Ischiasschmerz-Behandlung dar.
Entzündungshemmende und schmerzstillende Tabletten, die in Kombination mit einer Physiotherapie erfolgen, stellen die Basis einer derartigen Ischiasschmerz-Behandlung dar.

Ischiasschmerzen müssen mitunter auch behandelt werden, sofern dieser immer wieder Probleme machen. Im Zuge der Behandlung ist natürlich zu klären, welche Ursachen für den Schmerz verantwortlich sind. Entzündungshemmende und schmerzstillende Tabletten, die in Kombination mit einer Physiotherapie erfolgen, stellen die Basis einer derartigen Ischiasschmerz-Behandlung dar.

Wichtig ist, dass im Zuge der Krankengymnastik Übungen absolviert werden, die vor allem die Muskulatur stärken. Weitere Behandlungsmöglichkeiten: Fango-Packungen, Entspannungsverfahren, Massagen, Chirotherapie, progressive Muskelrelaxation oder auch die Verhaltenstherapie, um bestehende Haltungsfehler nachhaltig aus der Welt zu schaffen. Auch Wassergymnastik kann dabei helfen, die Muskulatur zu stärken. Doch derartige Übungen helfen nur im Zuge der Linderung der Symptome und im Rahmen der Stärkung der Rückenmuskulatur – nachhaltige Veränderungen sind nur möglich, wenn einerseits auf die eigene Haltung und andererseits auf die eigene Sitzposition geachtet werden.

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