Grippewelle im Büro – 12 Tipps um gesund zu bleiben

Wer im Großraumbüro arbeitet, kennt das Problem. In den kälteren Monaten gibt es zwei Zustände, welche die Mitarbeiter erreichen können: Entweder sie leiden unter der Grippe oder sie versuchen inmitten der erkrankten Kollegen irgendwie ihren Job zu machen ohne sich anzustecken.

Schuld daran ist meist die für bestimmte Jahreszeiten obligatorische Grippewelle. Wie man diese am besten übersteht und was man im Fall der Erkrankung tun kann, um dem Rest der Belegschaft das Dasein zu erleichtern, verrät der folgende Artikel.

Grippe und grippaler Infekt sind zwei Paar Schuhe – Die Fakten

Grippe oder grippaler Infekt?
Grippe oder grippaler Infekt?

Zunächst mal ist wichtig, den Unterschied zwischen Grippe und grippalem Infekt zu erkennen.

Beide werden gern durcheinander gebracht, wie zum Beispiel von jenen Kollegen, die im Büro reihenweise alle anstecken, weil sie mit ihrer Influenza nicht zuhause bleiben, weil sie glauben, ihrer vermeintlichen „schweren Erkältung“ schon irgendwie Herr zu werden.

Im Sinne der Gemeinschaft ist es gut, die Symptome beider Krankheiten unterscheiden zu können, um im Falle einer Erkrankung verantwortungsbewusst zu reagieren. Allgemein gilt: Die Grippe tritt überraschender auf, verläuft heftiger und ist gefährlicher als der grippale Infekt. Die Anzeichen einer Grippe sind:

  • plötzlicher Krankheitsbeginn
  • gestiegene Temperatur zwischen 38 und 41 Grad
  • gerade am Anfang trockener, schmerzhafter Reizhusten
  • Appetitlosigkeit
  • generelles Schwächegefühl und Erschöpfung
  • (heftige) Kopf- und Gelenkschmerzen im gesamten Leib
  • laufende oder verstopfte Nase

Ein weiteres Merkmal der Grippe ist, dass sie nur zwischen Dezember und April auftritt und anders als die Erkältung nur von Influenza-Viren ausgelöst werden kann. Infizieren kann sich dabei jeder, wobei etwa 80 Prozent der Erkrankungen ohne Komplikationen verlaufen.

Die anderen 20 % verteilen sich auf die sogenannten Risikogruppen, für die eine Influenza noch weit gefährlichere Konsequenzen wie eine Lungen- oder eine Herzmuskelentzündung haben kann. Schlimmstenfalls kann ein derartiger Verlauf der Grippe dann auch zum Tod führen.

Zu den erwähnten Risikopatienten zählen Menschen über 65, Kinder unter 5, Schwangere, chronisch kranke Personen (z.B. Diabetiker oder Asthmatiker) und immungeschwächte Personen (beispielsweise Aids- oder Krebskranke).

Falsch verstandenes Pflichtgefühl – Die Ursachen einer Grippewelle im Büro

Das Weiterarbeiten für andere Arbeitgeber während der Arbeitsunffähigkeit ist nicht erlaubt / Foto: drubig-photo / fotolia.com
Wer krank ist, sollte nicht ins Büro gehen / Foto: drubig-photo / fotolia.com

“Wer krank ist, gehört ins Bett.” – das ist allgemein bekannt. Doch gerade im Arbeitsleben wird dieser Grundsatz leider nicht beherzigt. Eine von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin durchgeführte Umfrage mit 20.000 Teilnehmern kam zu dem Ergebnis, dass diese im Durchschnitt an 11,5 Tagen pro Jahr trotz offensichtlicher Beschwerden auf der Arbeit erscheinen.

Ein verantwortungsloses Verhalten sich und den Kollegen gegenüber, das vom Ergebnis einer Befragung des Verbraucherportals erkaeltet.info nur zusätzlich als konventionell hervorgehoben wird. Laut deren Angaben lassen sich 13 % im Fall einer Grippe oder Erkältung nämlich nicht einen Tag krankschreiben. Diese fehlgeleitete Arbeitsmoral bedeutet leider auch, dass die Büros jedes Jahr aufs Neue förmlich zu Brutkästen der Influenza mutieren.

Dabei verkennen jene arbeitswütigen Erkrankten, dass ihr Widerwillen, sich in Ruhe auszukurieren, auf lange Sicht dem gesamten Betrieb schadet, denn eine Arbeitskraft kann vielleicht noch ersetzt werden, aber wenn es erst einmal ganze Abteilungen sind, die krankheitsbedingt ausfallen, senkt das die Produktivität doch erheblich.

Ein Grund für diese irrige Haltung liegt allerdings darin, dass viele Beschäftigte um ihre Stelle fürchten: Rund 41 % der von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin Befragten im Anstellungsverhältnis haben angegeben, sich aus Sorge nicht krankschreiben zu lassen (zum Vergleich: unter den Selbstständigen sind es nur 28 %). Ganze 50 % berichten sogar, dass ihre Arbeitgeber auf eine Krankschreibung wegen Grippe oder Erkältung mit Missfallen reagieren.

Angesichts dieser Ergebnisse bedarf es bei manchem Arbeitgeber also noch einer gewissen Einsicht, um eine Grippewelle in der Firma erfolgreich zu vermeiden. Statt MitarbeiterInnen zur Weiterarbeit im Krankheitsfall anzuhalten, sollten sie diese zum Wohle des Betriebsklimas besser nach Hause schicken.

Mit Grippe ins Büro – Die unschönen Folgen

Eine Influenza ist extrem ansteckend und schon beim Niesen, Husten oder Sprechen des Erkrankten kann man sich durch das Einatmen winziger Tröpfchen infizieren. Auch über einen Handschlag oder kontaminierte Türklinken im Büro liefert man sich der Grippe aus.

„Die Erkrankten können bereits am Tag vor Beginn der Beschwerden und bis ca. eine Woche nach Auftreten der ersten Krankheitszeichen ansteckend sein“, meldet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Hält man sich als Erkrankter stetig unter Menschen auf, so ist man nichts anderes als eine tickende Zeitbombe.

Gerade ältere Kollegen oder schwangere Mitarbeiterinnen befinden sich in einem Büro voller Grippeviren praktisch auf Messers Schneide, denn sie gehören zur Risikogruppe, bei denen eine Influenza einen gefährlichen Verlauf nehmen kann.

Wer sich also mit Grippe zur Arbeit schleppt, setzt nicht nur seine eigene Gesundheit aufs Spiel, sondern reißt auch noch seine Kollegen mit rein. Im besten Fall unterbindet man die Grippewelle daher gleich darüber, dass man sich zuhause auskuriert.

So übersteht man die Grippewelle im Büro

Trotz aller behördlichen Hinweise wagen sich immer wieder Grippe-Patienten in ihren Betrieb und so ist die Grippewelle zwischen Dezember und April praktisch vorprogrammiert. Da ist es zwingend notwendig zu wissen, wie man sich vor einer Ansteckung schützen kann. Im Folgenden werden die nützlichsten Tipps aufgeführt und kurz erklärt:

1) Gründliches Händewaschen ist obligatorisch

Keine Katzenwäsche, bitte! Vor den Viren schützt der Reinigungsvorgang nur, wenn er wenigstens 20 Sekunden dauert und Seife zum Einsatz kommt. Aber bitte richtig – mit Seife und mindestens 20 Sekunden lang.

2) Der Händedruck darf ausfallen

Coworking
In Grippezeiten den Händedruck lieber vermeiden Foto: kantver / fotolia.com

In Zeiten einer Grippewelle aufs Händeschütteln zu verzichten, stellt keinen Affront dar. Wenn man seine vermeintliche Unhöflichkeit kurz erläutert und seinen Gesprächspartner entschuldigend anlächelt, wird dieser der Entscheidung verständnisvoll begegnen. Sollte sich dieses Verhalten nicht umsetzen lassen, sollte man zumindest davon absehen, sein eigenes Gesicht zu berühren: Die Erreger gelangen nämlich vornehmlich über die Mund- und Nasenschleimhäute in den Körper.

3) Spaziergänge stärken die Abwehrkräfte

Der Bewegungsmangel führt in den Wintermonaten zu einer Schwächung des Immunsystems. Um das zu vermeiden, ist es sinnvoll, in seinen Mittagspausen einen kurzen Spaziergang zu unternehmen. Das beugt nicht nur einer Infektion vor, sondern hilft einem auch, den Kopf frei zu bekommen.

4) Fenster auf, Viren raus

Frische Luft hilft nicht nur beim Denken, sie verringert in Zeiten der Grippewelle auch die Virenkonzentration im Büro. Deshalb empfiehlt es sich, alle zwei bis drei Stunden für fünf Minuten durchzulüften.

5) Auf die richtigen Vitamine kommt es an

Auch eine ausgewogene Ernährung trägt zum Leistungsvermögen der Immunabwehr bei. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung rät dazu, in der Woche mindestens fünf 100 Gramm-Portionen Gemüse und Obst zu essen. In Zeiten einer Grippewelle können auch Vitaminpräparate zum Einsatz kommen, um den Bedarf zu decken.

6) Hilfe aus der Natur: Pflanzliche Heiltees

Eine Mischung aus Taigawurzel, Hagebuttenfrüchten und Hibiskusblüten bietet sich besonders an, wenn man das kältegeplagte Immunsystem unterstützen will, doch auch jeder andere Heiltee aus der Apotheke kräftigt die körpereigenen Abwehrkräfte.

7) Eine saubere Tastatur schützt

Unglaublich, aber wahr: Auf vielen Computertastaturen befinden sich mehr Keime als auf Toilettenbrillen. Deshalb gilt gerade bei Virenbefall im Büro: Wer seine Tastatur regelmäßig mit einem Feuchttuch und einem Spritzer Essigreiniger bearbeitet, schaltet eine weitere Erregerquelle aus. Das gleiche bietet sich übrigens auch für die Telefonanlage an.

8) Die Heizung besser auf mittlerer Stufe halten

Dr. Annina Jenal vom Verbraucherportal erkaeltet.info erklärt hierzu: „Da Keime in einer trockenen Heizungsluft flugfähiger sind und dadurch leichter eingeatmet werden, können überheizte Räume Erkältungen fördern. Zudem trocknen so die Schleimhäute schneller aus, die dadurch kleinste Läsionen bekommen. Erreger können dann leichter eindringen und sich vermehren. Außerdem werden Erreger von den Flimmerhärchen der Nase und Lunge schlechter abtransportiert.“

9) Eine Grippe-Impfung kann helfen

Das Influenza-Virus variiert seinen Aufbau jährlich aufs Neue, so dass der Mensch nicht in der Lage ist, eine dauerhafte Immunität ihm gegenüber zu entwickeln. Die Ständige Impfkommission (Stiko) fordert daher zumindest die Risikogruppen zur jährlichen Impfung auf, von der jedoch auch die übrige Bevölkerung profitiert.

10) Telefonkonferenz statt Meeting

Im Home-Office entkommt man der Grippewelle
Im Home-Office entkommt man der Grippewelle im Büro ganz einfach Foto: fotofabrika / fotolia.com

Ein Geschäftsführer sollte von Präsenzkonferenzen absehen, wenn bereits mehrere Mitglieder der Belegschaft kränkeln. Auch eine Telefon- oder Videokonferenz erfüllt ihren Zweck – und für die Viren gibt es über die Leitung keinerlei Durchkommen.

11) Die Gemeinschaftsküche sollte vermieden werden

Die Gemeinschaftsküche ist einer der beliebtesten Orte im Büro. Leider ist sie in Zeiten, in denen die Grippe grassiert, das reinste Virenparadies. Wem seine Gesundheit lieb ist, der macht daher lieber einen Bogen um diesen Bereich des Büros und nimmt sich lieber eine Thermoskanne mit oder geht auswärts essen.

12) Das Home Office ist die letzte Bastion des gesunden Mitarbeiters

Ortsunabhängiges Arbeiten ist heutzutage in den meisten Branchen kein Problem mehr. Wenn sich im Büro also eine Grippeepidemie auszubreiten gedenkt, sollte es in Absprache mit dem Vorgesetzten möglich sein, ein paar Tage von daheim aus zu arbeiten, um eine Ansteckung zu vermeiden.

TL;DR

Wie man die Grippewelle im Büro übersteht:

  • Gründlich Händewaschen
  • Begrüßungen ohne Händedruck
  • Abwehrkräfte durch Spaziergänge stärken
  • Büro lüften um die Virenkonzentration zu senken
  • Viele Vitamine zu sich nehmen
  • Heiltees unterstützen das Immunsystem
  • Tastatur regelmäßig reinigen
  • Büro nicht überheizen
  • Eine Grippeimpfung zur Resistenzsteigerung
  • Meetings durch Telefonkonferenzen ersetzen
  • Gemeinschaftsküche vermeiden
  • Home Office als letzter Ausweg

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