Geschäftsessen – darauf sollten Sie achten

Ein Geschäftsessen ist eine gute Gelegenheit, um einen neuen Geschäftspartner für sich zu gewinnen und neue Geschäftswege zu eröffnen. Dabei kommt es auch auf Ihre guten Manieren an, um einen guten Eindruck zu hinterlassen. Es gilt, besonders achtsam zu sein, denn das nächste Fettnäpfchen wartet bereits.
Wie Sie sich bei einem Geschäftsessen richtig verhalten, welche Kleidung Sie wählen und welche Gespräche Sie führen sollten, zeigt der nachfolgende Artikel.
Was genau fällt unter den Begriff ‚Geschäftsessen‘?

Bei einem Geschäftsessen ist mindestens ein Vorgesetzter und/oder Geschäftspartner anwesend. Die Gründe für dieses Treffen können unterschiedlich ausfallen: So ist die Abwicklung eines Vertrages ebenso denkbar wie ein Vorstellungsgespräch. Dabei sind einige Grundregeln einzuhalten, die für ein erfolgreiches Arbeitsessen sorgen. Nachfolgend finden Sie 12 Grundregel, die Ihnen die Dos und Don’ts bei einem Business-Essen aufzeigen.

1. Wahl des Restaurants

Die Wahl des Restaurants bleibt meist dem Gastgeber vorbehalten. Sind Sie selbst der Gastgeber, ist es ratsam, ein bekanntes Restaurant zu wählen. Überzeugen Sie sich vorab von der guten Qualität des Services und des Essens. Nur dann fühlen sich auch Ihre Gäste wohl. Kennen Sie die Vorlieben oder Lebensmittelallergien Ihrer Gäste, können Sie darauf eingehen und ein entsprechendes Restaurant aussuchen.

Darüber hinaus ist die Tischwahl ein entscheidendes Kriterium: Wählen Sie einen Tisch, der sich weder am Eingang noch im Bereich der Toiletten befindet. Geben Sie diese Wünsche bei der Tischreservierung an.

Als guter Gastgeber sind Sie pünktlich vor Ort. Seien Sie noch vor Ihren Gästen da, um diese in Empfang zu nehmen. Nach einer standesgemäßen Begrüßung führen Sie sie zum Tisch und bitten, Platz zu nehmen. Dabei setzt sich der Gastgeber stets als letztes.

2. Tischordnung

Die Tischordnung ist entscheidend bei einem Geschäftsessen. Sind Sie der Gastgeber, sollten Sie sich vorab Gedanken darüber machen. Bei einem Geschäftsessen zu zweit sitzen sich die Beteiligten gegenüber. Ist die Gesellschaft größer, ist es von Vorteil, wenn sich Ihre Kollegen mit den Gästen mischen. So fühlen sich die Gäste willkommen und können mit Ihren Kollegen Small Talk führen.
Sie als Gastgeber sollten den Service stets im Blick haben, um Brot oder Getränke nachzubestellen. Wählen Sie dafür einen strategisch günstigen Sitzplatz für sich selbst. Der Ehrengast sitzt entweder rechts neben Ihnen oder Ihnen gegenüber. Er ist die wichtigste Person bei diesem Business-Essen und sollte auch als solche behandelt werden.

3. Wahl der Kleidung

Halten Sie sich an den Dresscode! Foto: UBER IMAGES / fotolia.com

Bei einem Geschäftsessen gehört es zum guten Ton, im schicken Business-Outfit zu erscheinen. Saubere Hände sowie ein dezentes Make-Up bei den Damen sind das A und O.

Auch die Frisur sollte eher schlicht und dem Anlass entsprechend gestylt sein. Hat Mann keine Zeit sich umzuziehen, ist ein sauberes Hemd im Büro die beste Alternative.

Für die Frauen gilt, das Make-Up aufzufrischen und die Frisur zu glätten. Bei Tisch ist es Sitte, sich zu entschuldigen und die entsprechenden Örtlichkeiten aufzusuchen, um das Make-Up nachzuziehen. Der Zeitpunkt dafür spielt im Wesentlichen keine Rolle und ist jederzeit erlaubt.

4. Tischgespräche erfolgreich führen

Bei einem Geschäftsessen ist es üblich, eher nicht über das Geschäftliche zu reden. Es geht darum, sich unverbindlich kennen zu lernen und eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Die große Kunst ist es nun, Small Talk im angemessenen Rahmen zu führen.

Über diese Themen können Sie sprechen:

  • gemeinsame Bekannte
  • Musik, Reisen, Hobbys oder Sport
  • der Ort oder das Restaurant, in dem Sie sich befinden
  • der Anlass des Treffens.

Das sollten Sie eher vermeiden:

  • Kritik am Essen/Personal oder über andere Personen äußern
  • Politik
  • Religion und Weltanschauungen
  • Krankheiten, Gebrechen und Tod

Beim Dessert oder bei der Verabschiedung können Sie dann auf einen oder zwei Punkte eingehen, die Sie beim nächsten Meeting ansprechen möchten. So schaffen Sie eine Basis für das kommende Treffen und beenden das Essen mit einem Cliffhanger. Der Geschäftspartner bleibt interessiert und kann sich Gedanken über die angesprochenen Punkte machen.

5. Handy ausschalten

In der Regel schalten Sie Ihr Handy bei einem Geschäftsessen aus. Erwarten Sie jedoch einen dringenden Anruf, können Sie Ihr Handy beim Kellner abgeben und im Falle eines Anrufs um eine Benachrichtigung bitten. Dieser Service ist in vielen gehobenen Restaurants gang und gäbe. Andernfalls können Sie Ihr Handy auf Vibrationsalarm stellen und sich kurzerhand entschuldigen. Das Handy sollte niemals auf den Tisch gelegt werden!

6. Getränke

leistungsfähig bleiben
Mit Wasser geht man auf Nummer sicher: sebra / fotolia.com

Die Wahl der Getränke ist Ihnen überlassen. Greifen Sie allerdings erst zum Glas, wenn Ihr Vorgesetzter den ersten Schluck andeutet. Bei der Reihenfolge der Gläser verhält es sich wie beim Besteck: von außen nach innen, dem Gang entsprechend.
Nicht nur alkoholfreie, sondern auch alkoholische Getränke wie Rot- und Weißwein sind erlaubt. Allerdings spielt in Deutschland die Tageszeit eine wichtige Rolle: Während man in Frankreich beispielsweise zum Lunch ein Glas Wein trinkt, ist es in Deutschland nicht gern gesehen. Gegen Abend sieht es da ganz anders aus. Wer sich nicht sicher ist, welcher Wein zum Essen passt, lässt sich vom Kellner beraten.
Sie können jeder Zeit ohne Begründung alkoholische Getränke dankend ablehnen. Der Gastgeber selbst darf sogar Alkohol ausschenken, während er selbst bei Wasser bleibt.

7. Speisen auswählen

Viele Gäste sind sich oft unsicher, was sie bestellen dürfen. Dabei kommt es darauf an, wer die Rechnung bezahlt. Wählen Sie niemals das teuerste Gericht, wenn Sie nicht für die Rechnung aufkommen! Orientieren Sie sich am Gastgeber und bestellen ggf. das gleiche Gericht. Vermeiden Sie zudem Speisen, bei denen Sie nicht wissen, wie sie gegessen werden: Gute Beispiele dafür sind Schnecken oder Hummer, die mit speziellen Werkzeugen serviert werden.
Sind Sie der Gastgeber, können Sie eine Empfehlung aussprechen. So geben Sie einen Preisrahmen vor, ohne ihn konkret aussprechen zu müssen. Darüber hinaus zeigt das Ihren Gästen, dass Sie die Speisen des Restaurants kennen.

8. Fingerfood und Buffet

Nicht nur am Tisch findet Small Talk statt, sondern auch am Buffet. Dabei sollten die üblichen Small Talk-Regeln eingehalten werden. Wird über das angebotene Essen gesprochen, ist es wichtig, stets positiv zu bleiben. Denn schließlich haben Sie oder Ihr Vorgesetzter das Restaurant ausgewählt.
Beim Buffet gilt, nicht zu drängeln und kleinere Portionen zu nehmen. Wählen Sie Speisen aus, die sich so diskret wie möglich verzehren lassen. Bei Fingerfood lässt es sich nicht vermeiden, mit den Fingern zu essen: Ansonsten ist das Essen mit Besteck Pflicht!
Müssen Sie am Tisch viel reden, ist eine leichte Suppe ein guter Ratschlag.

9. Serviette

Die Serviette breiten Sie in der Regel aus und legen sie einfach gefaltet über Ihren Schoß. Die Serviette darf nicht um den Hals gebunden oder als Taschentuch benutzt werden. Müssen Sie sich einmal die Nase putzen, entschuldigen Sie sich und gehen nach draußen oder zu den entsprechenden Örtlichkeiten.

Wenn Sie aufstehen, legen Sie Ihre Serviette locker gefaltet auf die linke Seite Ihres Tellers. Ist Ihre Serviette einmal zu Boden gefallen, bitten Sie den Kellner um eine neue. Sind Sie mit dem Essen fertig, warten Sie solange, bis der Gastgeber ebenfalls seine Serviette links vom Teller ablegt. Erst dann machen Sie es ihm nach.

10. Teller abräumen lassen

Anhand der Stellung Ihres Bestecks können die Kellner sehen, ob Sie eine Pause einlegen oder bereits fertig sind. Für eine Pause legen Sie Ihr Besteck auf die sogenannte 20-nach-Acht-Stellung, d.h., dass Sie Ihre Gabel auf acht Uhr und das Messer auf Vier Uhr legen. Sind Sie mit dem Essen fertig, kommt die 20-nach-Vier-Stellung zum Einsatz. Dabei verfahren Sie wie bei der Pausenstellung und signalisieren dem Kellner schweigend, dass er den Teller abräumen darf.

11. Wer bezahlt die Rechnung?

In der Regel kommt der Gastgeber für die Rechnung auf, sofern im Vorfeld nichts anderes vereinbart wurde. Um der peinlichen Fragen nach der Bezahlung aus dem Weg zu gehen, ist es von Vorteil, wenn der Gastgeber bereits bei der Einladung konkrete Worte findet.
Die Rechnung begleicht der Gastgeber diskret am Tisch und sorgt für ein angemessenes Trinkgeld von etwa 10 % des Gesamtbetrags. Kennt der Gastgeber das Restaurant gut, ist es oft möglich, sich die Rechnung ins Büro schicken zu lassen. So hat der Gastgeber mehr Zeit für seine Gäste.

Fazit

Mit diesen einfachen Regeln sind Sie beim nächsten Geschäftsessen gut beraten und können sich von Ihrer besten Seite zeigen. Wichtig ist, dass Sie stets freundlich bleiben, etwas Small Talk führen und eine positive Atmosphäre schaffen. Damit fühlt sich der Geschäftspartner willkommen und geht mit einem guten Gefühl in Ihr nächstes Meeting.

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