Flirten am Arbeitsplatz – die wichtigsten Regeln

Einfach jeder flirtet. Oft geschieht es ganz unbewusst. Sympathie wird dabei unaufdringlich ausgedrückt. Der Oberkörper geht im Gespräch leicht nach vorne. Die Augen klimpern. Die Stimme verändert sich. Wenn die Schmetterlinge im Bauch fliegen, wird viel mehr gelächelt. Alles Anzeichen, die keine Fehlinterpretation zulassen. Die Liebe hört im Büro nicht auf. Aber was geht eindeutig zu weit?

Partnersuche im Büro: Die Fakten

Das Gute liegt so nahe. Die Braut- oder Männerschau in Bars oder Diskotheken führt nur zu kurzlebigen Bekanntschaften. Langfristige Beziehungen werden im Büro geschlossen. Jede dritte Liebe erblüht am Arbeitsplatz. Kaum verwunderlich! Schließlich wird hier ja auch die meiste Zeit des Tages verbracht.

Neben der Familie und den Freunden kennen sich die Kollegen untereinander am besten. Statistische Erhebungen liefern den Beweis. Rund 35 Prozent der Befragten können sich eine Partnerschaft im Beruf vorstellen. Davon haben 14 Prozent schon mal diese Erfahrung gemacht.

Übrigens verlieben sich Frauen häufiger in den Chef.

Flirten steigert die Produktivität

Ein schneller Kuss im Flur. Eine kurze Umarmung an der Kaffeemaschine. Dann geht es wieder mit guter Laune an die Arbeit. Flirten steigert die Produktivität. Wer sich geliebt und bestätigt fühlt, meistert jede Herausforderung.

Der Stresspegel im Büro sinkt spürbar. Sogar die eine oder andere Überstunde wird gern als gemeinsame Zeit in Anspruch genommen. Darüber freut sich auch der Arbeitgeber und hat überhaupt keine Einwände.

Vorsicht vor unüberlegten Büroflirts

Vorsicht ist jedoch geboten, wenn die Sympathie nicht auf Gegenseitigkeit beruht. Die blauen Augen der Sekretärin sind einfach zum Verlieben. Doch eine missverstandene E-Mail oder ein unangebrachter Witz und es wird der Vorwurf der Belästigung erhoben.

Alle Casanovas und selbst ernannten Herzensbrecher sollten ihr Jagdgebiet deshalb doch lieber auf Diskotheken und Bars verlegen. Ansonsten droht schnell die Kündigung. Das Arbeitsrecht fällt hier sehr streng aus.

Was geht gar nicht?

Das „Angraben“, ohne dass die andere Seite es will, zieht arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich. Der „Anmachversuch“ muss nicht mal böse gemeint sein. Berufsinterne Hierarchien werden oft fehlinterpretiert. So legt der unbedachte Ausbilder einfach nur den Arm um die Praktikantin. Schon kommt es zur Abmahnung.

Auch Liebesbriefe führten in der Vergangenheit oft zu Missverständnissen. Sexuelle Aufforderungen an Kollegen verschicken, hat den Rausschmiss zur Folge. In jedem Fall ist im Büro etwas mehr Zurückhaltung gefragt, als im Privatleben.

Richtig flirten im Büro: Wichtige Grundregeln

Das Kennenlernen

Bevor im Büro wild darauf losgeflirtet wird, sollte es erst einmal zu einem Kennenlernen kommen. Nichts wirkt anziehender, als das aufrichtige Interesse. Gerade Männer fahren schnell alle Geschütze hoch.

Es wird der Eindruck erweckt, nur auf das „Eine“ aus zu sein. Wer langsam vorgeht, sichert zuverlässig ab, dass Gemeinsamkeiten vorhanden sind, sonst kann später der fehlende Gesprächsstoff ganz schön peinlich werden.

Gemeinsames Lachen

Wer gemeinsam lacht, fühlt sich auch zueinander hingezogen. Das Grau des Alltags rückt in den Hintergrund. Mit guter Laune werden schnell Gemeinsamkeiten entdeckt. Doch Vorsicht ist auch hier geboten. Witze unterhalb der Gürtellinie sind in jedem Fall tabu. Auch schwarzen Humor finden kaum Einer lustig. Missverständnisse sollten im Büro unbedingt vermieden werden. Schließlich muss der Arbeitsplatz Tag für Tag aufgesucht werden.

Vorsicht mit E-Mails

Jüngste Studien offenbarten, das E-mails beim Flirten hoch im Kurs stehen. Unter Arbeitskollegen sollte der Inhalt jedoch in jedem Fall eindeutig sein. Ansonsten wird es ganz schön gefährlich. Denn das geschriebene Wort ist immer genau dokumentiert und kann deshalb vor Gericht verwendet werden. Harmlose Komplimente und neutrale Formulierungen sind jedoch absolut unbedenklich.

Die passenden Komplimente

Jeder liebt Komplimente. Schon Sigmund Freud stellte fest, dass Angriffe schnell abgewehrt werden, das Lob aber bedingungslos angenommen wird. Selbstverständlich gelten im Büro andere Grundregeln, als im Privatleben. Anzüglichkeiten im Bezug auf das Äußere sind in jedem Fall tabu.

Es sollte mehr um die inneren Werte gehen. Die Arbeitsqualität darf immer gelobt werden. Auch ein vertrauensvoller Ansprechpartner in Stresssituationen ist gerne gesehen. Intelligentes Umgarnen, ohne die persönlichen Absichten durchblicken zu lassen, führt schneller zum Erfolg.

Hilfsbereitschaft

Die Mithilfe bei der Arbeit ist eine kollegiale Geste, die immer gern gesehen wird. Im gemeinsamen Projekt ergeben sich vielfältige Situationen, um sich zu unterhalten.

Das gemeinsame Essen

Sind die ersten Schritte getan, ist es Zeit für ein gemeinsames Essen. Relativ harmlos kommt diese außerberufliche Verabredung doch sehr häufig vor. Schließlich geht es darum, wichtige Dinge zu besprechen. Wer trotzdem noch zu schüchtern ist, nimmt einfach den einen oder anderen Kollegen mit.

Die richtigen Gesten

Kleine Gesten führen meist zum Erfolg. Die heiße Tasse Kaffee an den Arbeitsplatz gebracht, bekundet ganz unaufdringlich Sympathie. Hier ist vor allem die männliche Seite gefragt.

Ehrlichkeit

Richtig Flirten heißt auch den anderen so zu akzeptieren, wie er ist. Jemanden um Rat oder seine ehrliche Meinung fragen hilft beim Kennenlernen. Zudem gibt es dann auch ausreichend Gesprächsstoff. Gerade Männer neigen zum Prahlen. Für einen guten Zuhörer fallen die Erfolgsaussichten viel höher aus.

Der erste Blickkontakt

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Der erste Blickkontakt stellt Vertrauen her. Selbstverständlich darf auf keinen Fall von den Augen zum Dekolleté übergegangen werden.

Weniger ist mehr. Intensives Starren wirkt abschreckend. Ein kurzes Lächeln verschafft hingegen Klarheit. Wird die Geste erwidert, ist der Gegenüber nicht abgeneigt.

Distanz

Bei ersten körperlichen Signalen sollte die Distanz nicht gleich aufgegeben werden. In vielen Fällen werden grobe Annäherungsversuche als „Grapschen“ interpretiert. Vor Tratsch sollte Vorsicht geboten sein. Geduld ist eine Tugend. Leichte Berührungen der Hände sind eindeutig und vollkommen ausreichend. Auch der flüchtige Schulterklopfer macht einen guten Anfang.

Feste Grenzen

Belästigung beginnt in der Regel dort, wo ein Nein keine Akzeptanz findet. Fällt die Antwort für ein Date eher abweisend aus, darf höchstens noch einmal nachgefragt werden. Ist die Reaktion wieder negativ, hört es auch schon auf. Der Gegenüber ist einfach nicht interessiert. Druck macht niemals einen guten Eindruck.

Betriebsinterne Hierarchien akzeptieren

Gerade wenn der oder die Angebetete innerhalb der betriebsinternen Hierarchie unter einem steht, ist Zurückhaltung gefragt. Sexuelle Belästigung fügt sich wunderbar in das Spiel der Macht ein. Intensive Freundlichkeit wird schnell fehlinterpretiert.

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