Fehler im Job: alles kein Problem?

Stress, Zeitdruck, Unwissen oder Konzentrationsprobleme. Ursachen für Fehler gibt es viele. Aber gerade im Beruf nehmen wir uns einen Fehler besonders schwer.

Er gilt oftmals als Zeichen der Schwäche und des Versagens, dazu kommt die Erklärungsnot vor den Arbeitskollegen oder dem Chef. Niemand macht gerne Fehler und würde sie lieber vermeiden.

Dabei sind es eben diese kleinen Schwachstellen, die einem im Büroalltag nach vorne bringen können. Erfahren Sie im Folgenden mehr über die Vielzahl der Fehler im Büroalltag und warum diese nicht immer schlecht sind.


Typische Fehler im Büro

Zu jedem Job gehören klassische Fehler, die immer wieder unterlaufen und jedem einmal passieren können. Nicht jeder Fehler ist folgenschwer. Im Büro könnte Ihnen vielleicht schonmal einer der folgenden Fehler passiert sein:

1. Fehlgeleitete E-Mails

fehlgeleitete eMails können Folgen mit sich bringen / Foto: Rawpixel.com / fotolia.com

Wer jeden Tag viele E-Mails versendet, kann auch einmal eine E-Mail an den falschen Absender verschicken. Je nach Inhalt, ist eine solche fehlgeleitete E-Mail mehr oder weniger peinlich oder gar folgenreich.

2. Schlechte Organisation

In einem Büro müssen oftmals viele Termine koordiniert werden. Hier können durchaus Fehler unterlaufen, zum Beispiel durch die Vormerkung eines falschen Datums.

3. Chaos im Aktenschrank

Schlecht sortierte Dokumente kosten Zeit und Nerven.

4. Reglung des Privatlebens

Gerade in einer ruhigen Minute ist das Schreiben einer Kurznachricht oder das Stöbern auf sozialen Plattformen verlockend. Abhängig vom Arbeitsklima, sollte man solche Aktivitäten lieber auf die Pause beschränken.

5. Zahlendreher

Wenn sich bei Kalkulationen auch nur kleine Fehler einschleichen, stimmt das Gesamtergebnis nicht mehr.


Welche Fehler können mich den Job kosten?

Wir alle machen Fehler. Aber nicht jede unkorrekte Handlung führt sofort zur Entlassung. Bei festen Jobs sind es eher folgenreiche Fehler, die zur Kündigung führen. In der Probezeit sieht es anders aus. Die Probezeit ist eine sensible Zeit. Um den Job nicht zu verlieren, sollte man auf einige Dinge achten:

1. Kommen Sie pünktlich

Pünktlichkeit gehört zu einer wichtigen Gewohnheit im Arbeitsleben. Deswegen sollten Abgabetermine eingehalten werden. Wer zu Unpünktlichkeit neigt, kann den Wecker zudem eine halbe Stunde früher stellen. In Zeiten von Smartphones können für jeden Termin kinderleicht Erinnerungen erstellt werden.

2. Stehen Sie zu Ihren Fehlern

Stehen Sie immer zu Ihren Fehlern. / Foto: denisismagilov / fotolia.com

Fehler passieren und aus Fehlern kann man lernen. Gerade Neulingen gesteht man noch eine größere Fehlerquote zu. Passiert Ihnen ein Fhler, sollten Sie diesen auch unaufgefordert zugeben.

3. Arbeiten Sie sorgfältig

Vor allem in der Probezeit werden schlechte Arbeitsleistungen ernst genommen. Zeigen Sie sich von Ihrer besten Seite. Low-Performer werden solten eingestellt.

4. Verzichten Sie zunächst auf Kritik

Kritik bringt ein Unternehmen weiter. In der Probezeit ist es jedoch besser, erstmal abzuwarten. Mitarbeiter und Chefs hören sich von Neulingen nur ungern kritisierende Worte an.

5. Melden Sie sich krank, wenn Sie krank sind

Wer aufrichtig erkrankt ist, hat jedes Recht von der Arbeit fernzubleiben. Aber gerade in der Probezeit sollte man sich nicht für Kleinigkeiten von der Arbeit abmelden. Jedoch sollten Sie keine Erkältung verschleppen. Damit erhöhen Sie das Risiko, dass Sie Kollegen anstecken.


Wenn Ihnen ein schwerwiegender Fehler unterlaufen ist, stellt sich nicht nur die Frage der eventuellen Kündigung, sondern auch der Haftung. Allerdings gibt es in Deutschland eine Begrenzung der Haftbarkeit für Angestellte. Selbst bei leichter und mittlerer Fahrlässigkeit bleiben Strafen oft aus oder kommen nur reduziert zur Anwendung.

Erlernen Sie einen lockeren Umgang mit Fehlern. / Foto: contrastwerkstatt / fotolia.com

Wie kann ich Fehler vermeiden?

Obwohl Fehler auch nützliche Eigenschaften haben, verzichten viele Menschen lieber auf sie. Einige Tipps können zur Fehlervermeidung beitragen.

Fehler entstehen unter anderem durch fehlende Konzentration. Wenn Sie öfter Konzentrationsprobleme bei sich feststellen, können Sie an diesen arbeiten.

Dabei helfen genug Schlaf, eine ausgewogene Ernährung mit allen notwendigen Vitaminen, Bewegung und ein ausreichender Ausgleich zum stressigen Alltag, zum Beispiel in Form von Yoga oder Meditation.

Wenn sich die Konzentration dennoch nicht verbessert, ist ein Arztbesuch empfehlenswert. Manchmal stecken Erkrankungen hinter den Beschwerden, wie beispielsweise ADHS oder Schilddrüsenstörungen.

Erlernen Sie zudem einen lockeren Umgang mit Fehlern. Auf diese Weise lindert sich die Versagensangst sowie der Druck. Gerade die Angst vor Fehlern kann die Entstehung von Fehlern auch begünstigen.

Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie lieber noch einmal nach. Nachfragen ist keine Schwäche. Auch wenn Ihnen das erneute Einholen eines Rates vielleicht lästig erscheint. Im schlimmsten Fall erspart er sowohl Ihnen als auch Ihren Mitarbeitern viel Zeit und Nerven. Füllen Sie Ihre Wissenslücken, ehe Sie mit der Arbeit beginnen.

Untersuchen Sie Ihre bereits unterlaufenen Fehler. Auf diese Weise kann man vermeiden, dass Sie ihn ein weiteres Mal verüben. Horchen Sie dabei auch in sich selbst hinein. Wie haben Sie sich gefühlt während der Arbeit? Waren Sie besorgt? Mit den Gedanken woanders? Haben Sie sich überfordert gefühlt? Haben Sie etwas nicht verstanden?

Die Antwort auf solche Fragen kann dabei helfen, an dem zugrundeliegenden Problem zu arbeiten.

Keine Angst vor Fehlern

Jeder Mensch macht Fehler, ob beruflich oder privat. Irgendwann kommt es einfach zum unausweichlichen Fehltritt, der mal kleiner und mal größer sein kann.

Jeder Mensch macht Fehler. / Foto: kite_rin / fotolia.com

Trotzdem sind Fehler in unserer Gesellschaft verpönt, sodass sich eine Kultur der Angst vor Fehlern verbreiten konnte. Fehler kratzen an der vermeintlichen, erwünschten Perfektion, einen Platz für Nicht-Perfektes ist in der Regel nicht vorhanden.

Stattdessen sind viele Menschen von der Furcht vor Konsequenzen getrieben und möchten ihre Fehler vertuschen. Auf diese Weise verschärft sich die Situation maßgeblich: Dem Fehler wird eine noch größere Relevanz zugeschrieben und es kommt zu einem erhöhten Druck zur Vermeidung weiterer Fehler.

Was wäre, wenn Fehler eigentlich gut sind?

Gerade hierzulande gestaltet sich der Umgang mit Fehlern schwierig, weil diese als Versagen und Schwäche angesehen werden. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass viele Menschen sich vor unkorrekten Handlungen fürchten. Dabei sind Fehler stets auch immer eine Chance.

1. Man lernt etwas dazu

Fehlerfreiheit ist gesellschaftlich anerkannt und gewollt. Dabei vergisst ein solcher Anspruch die Türen, die sich bei einem Fehler öffnen. Wer Fehler macht, lernt dazu. Gerade aus der beruflichen Perspektive betrachtet, gibt es Bereiche, in denen Fehler eigentlich besser nicht auftreten sollten.

Aber eben diese Fehler ermöglichen persönliches Wachstum. Wer Fehler macht, muss diese erklären, sich selbst hinterfragen und lernt immer etwas dazu.

Wer sich Fehler zugesteht, kann langfristig auch effizienter arbeiten. / Foto: mooshny / fotolia.com

2. Weniger Perfektionismus, mehr Effizienz

Wer sich Fehler zugesteht, kann langfristig auch effizienter arbeiten. Letztendlich hemmt Perfektionismus im Berufsalltag. Perfektionismus führt zu zahlreichen Überarbeitungen von bereits guten Entwürfen und vielen Gedanken, die Kreativität bremsen und die Fertigstellung des Gesamtergebnisses erheblich verzögern.

Darüber hinaus neigt Perfektionismus dazu, sich in Frust zu verwandeln, sobald sich die Vorstellungen trotz aller Bemühungen eben nicht zu einhundert Prozent perfekt umsetzen lassen. Bei einem lockeren Umgang mit Fehlern fallen die zahlreichen Überprüfungen und Kontrollen weg, nicht jedes kleinste Detail muss mehr ausgearbeitet werden.

Perfektion ist ein unerreichbarer Zustand. Gute Leistungen müssen keine perfekten Leistungen sein. Wer das anerkennt, kann schneller arbeiten, ohne dass die Qualität leidet.

3. Fehler stabilisieren die Persönlichkeit

Ein Fehler stimmt Menschen erst einmal nachdenklich. Dabei gehen uns ganz unterschiedliche Dinge durch den Kopf. Die einen sehen einen Fehler als Versagen an und beschäftigen sich sehr lange mit ihrer vermeintlichen Schwäche.

Negative Gedanken füllen den Kopf und das Handeln. Andere Personen hingegen blicken dem Fehler in die Augen. Auch sie können sich angesichts der von ihnen verursachten Probleme unwohl fühlen. Letztendlich haben sie aber das Vertrauen, nach einem solchen Fehler wiederaufzustehen und ihr Leben wie gewohnt weiterzuführen.

Sie wissen, dass ein Fehler keinen Weltuntergang bedeutet. Der Unterschied zwischen diesen beiden Umgangsarten mit Fehlern ist das Auftreten von Fehlern selbst. Wer öfter etwas falsch gemacht hat, war mit all seinen Emotionen konfrontiert und hat jedes Mal gesehen, dass es nach einem Fehler weitergeht und kein Stillstand eintritt.

Durch diese Erfahrung ist es möglich, zukünftige Fehler schneller zu überwinden und sie als weniger schwer anzusehen. Daraus resultiert eine geringere Angst vor weiteren Fehlern, die sich unter anderem auch positiv auf die Psyche sowie die Arbeit selbst auswirken kann.

4. Mehr Erfolg durch Fehler

Die Erfolgschancen sind bei Menschen größer, die Selbstvertrauen und Durchhaltevermögen erlernt haben.
Die Erfolgschancen sind bei Menschen größer, die Selbstvertrauen und Durchhaltevermögen erlernt haben. / Foto: FotoIEdhar / Fotolia.com

Fehler zeigen in der Regel die Schwachstellen im System auf. Sie offenbaren Probleme, die auszubauen sind. Und nur wer Schwachstellen erkennt, kann diese auch beheben.

Darüber hinaus sind die Erfolgschancen bei Menschen größer, die Selbstvertrauen und Durchhaltevermögen erlernt haben. Und gerade Fehler bieten einen guten Trainingsplatz zum Erlernen dieser Attribute.


Mir ist ein Fehler passiert – Wie sage ich es dem Chef?

Wenn Ihnen ein Fehler unterlaufen ist, sollten Sie sich lieber nicht verstecken oder viel Zeit verstreichen lassen, ehe Sie mit Ihrem Chef reden. Suchen Sie den Kontakt stattdessen unmittelbar. Ein Fehler kann für den Chef weitreichende Folgen haben.

Bereiten Sie sich inhaltlich vor, um dem Chef die Arbeit etwas zu erleichtern: Schildern Sie ihm den genauen „Tathergang“ und die Auswirkungen. Darüber hinaus kann es hilfreich sein, sich bereits eine Lösung auszudenken. Dieser Prozess sollte jedoch nicht so viel Zeit in Anspruch nehmen, dass die Meldung des Fehlers verzögert wird.

Verdeutlichen Sie dem Chef in dem Gespräch Ihr Verantwortungsbewusstsein. Entschuldigen Sie sich für Ihren Fehler und stellen Sie sicher, dass Ihr Chef von Ihrem üblichen, verlässlichen Handeln weiß.

Ein Fehler gefährdet nicht sofort den Job oder die Übernahme. Stattdessen werden Sie in der Regel erstmal etwas genauer in Ihrer Arbeitsweise beobachtet. Sobald einige Zeit alles problemlos gelaufen ist, lässt dieser Fokus wieder nach. Das Eintreten von Fehlern sind somit kein Weltuntergang. Ganz im Gegenteil- sie gehören zu einem erfolgreichen Büroalltag dazu.

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