Erster Arbeitstag im Büro: Tipps und Tricks

Der erste Tag im neuen Unternehmen – wer seinen Einstieg verpatzt, verbaut sich mitunter auch den späteren Aufstieg. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass der „Neue“ ein paar Tipps und Tricks befolgt und auch die rechtlichen Grundlagen der Probezeit kennt.


Informationen zur Probezeit

Die Probezeit dauert in der Regel drei bis sechs Monate und muss im Arbeitsvertrag geregelt werden. / Foto: baranq / fotolia.com
Die Probezeit dauert in der Regel drei bis sechs Monate und muss im Arbeitsvertrag geregelt werden. / Foto: baranq / fotolia.com

Befindet sich der neue Mitarbeiter in der Probezeit, so hat er keinen Kündigungsschutz, jedoch eine besondere Kündigungsfrist – beide Seiten können nämlich innerhalb von zwei Wochen kündigen.

Die Kündigung muss zudem nicht begründet werden. Auch wenn die Probezeit, zumindest auf den ersten Blick, „unfair“ wirkt, so geht es am Ende doch darum, dass die beiden Seiten überprüfen können, ob sie wirklich zueinander passen.

Die Probezeit dauert in der Regel drei bis sechs Monate und muss im Arbeitsvertrag geregelt werden. Es gibt keine gesetzlichen Vorschriften. Nach einem halben Jahr gilt aber der reguläre Kündigungsschutz.

Eine grundlose Kündigung ist dann nicht mehr möglich. Es müssen zudem auch die vertraglichen und gesetzlichen Kündigungsfristen eingehalten werden. Die Probezeit kann aber auch verlängert werden, sofern die sechs Monate nicht zur Gänze ausgeschöpft wurden.

Die Verlängerung ist aber nur möglich, sofern der Mitarbeiter auch zustimmt. Eine Verkürzung ist ebenfalls möglich. Zu beachten ist, dass ein Anspruch auf den Jahresurlaub erst dann besteht, wenn der Mitarbeiter länger als sechs Monate im Unternehmen beschäftigt ist.

Während der Probezeit besteht aber ein Urlaubsanspruch auf anteiligen Erholungsurlaub; alle vier Wochen erwirbt der Arbeitnehmer einen Urlaubsanspruch von 1,67 Tage. Nach drei Monaten besteht ein Anspruch auf fünf Urlaubstage. Jedoch bedeutet der Anspruch nicht, dass der Urlaub – vor allem in der Probezeit – genehmigt werden muss.

Der erste Arbeitstag

Pünktlichkeit!

Wenn Sie schon am ersten Tag zu spät kommen, wird Ihr Chef definitiv keine Freude haben. / Foto: moshbidon / Fotolia.com
Wenn Sie schon am ersten Tag zu spät kommen, wird Ihr Chef definitiv keine Freude haben. / Foto: moshbidon / Fotolia.com

Sie müssen klären, wann Sie im Büro sein müssen. Gibt es eine Vertrauensarbeitszeit oder die Möglichkeit der Gleitzeit, so sollten Sie diese Möglichkeiten nicht gleich am ersten Tag nutzen. Sollen Sie am ersten Tag um 8 Uhr im Büro sein, dann seien Sie bereits 10 Minuten vor 8 Uhr in der Firma. Damit nichts schief geht, sollten Sie schon im Vorfeld den Anfahrtsweg studieren und etwaige Staugefahren berücksichtigen. Wenn Sie schon am ersten Tag zu spät kommen, wird Ihr Chef definitiv keine Freude haben.

Achten Sie auf die Kleidung

Sie sollten im Vorfeld auf die Kleiderordnung achten – holen Sie Informationen ein, sofern Sie unsicher sind, wie Sie gekleidet sein müssen. Am ersten Tag gilt, dass Sie besser over- als underdressed sein sollten.

Merken Sie sich die Namen

Machen Sie sich Notizen, sofern Sie ein schlechtes Namengedächtnis haben oder in einem Unternehmen anfangen, das viele Mitarbeiter beschäftigt hat. Denken Sie daran, dass es Mitarbeiter gibt, mit denen Sie vielleicht sofort das persönliche Du-Wort pflegen, andere hingegen darauf bestehen, gesiezt zu werden. Denken Sie daran, dass Sie alle Mitarbeiter „siezen“; erst dann, wenn Ihnen das Du-Wort angeboten wird, können Sie die Kollegen auch dementsprechend ansprechen.

Dokumentieren Sie die Zugehörigkeit

Informieren Sie sich im vorraus gut über das Unternehmen. / Foto: Boggy / fotolia.com
Informieren Sie sich im Voraus gut über das Unternehmen. / Foto: Boggy / fotolia.com

Holen Sie schon im Vorfeld Informationen über das Unternehmen ein. Wie viele Mitarbeiter sind beschäftigt? Welche Philosophie wird verfolgt? Welche Aufgaben werden übernommen? Denken Sie daran, dass Ihr Vorgesetzter will, dass Sie sich mit dem Unternehmen befassen. Sie sollen schlussendlich ein Teil des Betriebes werden.

Achten Sie auf Ihren Arbeitsplatz

Der Arbeitsplatz ist und bleibt der Arbeitsplatz. Sie müssen Ihren Schreibtisch nicht sofort mit netten Fotos, kitschigen Accessoires oder sonstigen Dekorationsartikeln verschönern. Natürlich – ein kleines Foto Ihres Partners oder des Kindes ist am ersten Tag erlaubt. Jedoch nur, wenn Sie schon wissen, dass Ihr Schreibtisch bestehen bleibt und Sie am nächsten Tag nicht auf einem anderen Platz sitzen.

Glänzen Sie durch Sorgfalt und Engagement

Wenn Sie Aufgaben bekommen, dann nehmen Sie diese ernst und erfüllen Sie alle Ihre Arbeiten gewissenhaft. Natürlich mag das schwer sein, wenn Sie neu im Betrieb sind und noch nicht alle Abläufe kennen. Holen Sie daher Informationen von Kollegen ein, die mitunter schon länger im Betrieb sind und wissen, wie die eine oder andere Aufgabe erledigt werden muss. Fragen Sie auch nicht dauernd Ihren Vorgesetzten – dieser soll das Gefühl bekommen, dass Sie auch selbständig agieren können.

Bleiben Sie neutral

Lästern Sie nicht über andere Kollegen. / Foto: Boggy / fotolia.com
Lästern Sie nicht über andere Kollegen. / Foto: Boggy / fotolia.com

Lästern Sie nicht schon am ersten Tag über andere Kollegen. Auch dann, wenn Sie in einer Runde sind, die gerne über den einen oder anderen Mitarbeiter lästert, sollten Sie ruhig und neutral bleiben.

Stehen Sie zu Ihren Fehlern

Kein Meister ist vom Himmel gefallen. Sie werden, wenn Sie neu im Betrieb sind, Fehler machen. Mitunter ist der eine oder andere Fehler sogar vom Chef beabsichtigt – er will ja schlussendlich auch wissen, wie Sie reagieren, wenn nicht alles nach Plan läuft. Wenn Sie einen Fehler machen, dann sollten Sie ihn auch zugeben.

Betreiben Sie Eigenmarketing

Wenn Sie zeigen wollen, dass Sie die Anforderungen auch erfüllen können, dann müssen Sie darauf achten, dass Sie Ihre Leistungen auch nachweisen. Nur so werden Sie den Chef überzeugen können. Erstellen Sie Protokolle, dokumentieren Sie Ihre Arbeit und bringen Sie mitunter neue Ideen ein, wenn Sie der Meinung sind, dass Ihre Ideen tatsächlich die Arbeit verbessern würden. Achten Sie aber darauf, dass Sie nicht als Besserwisser wahrgenommen werden.

Sprechen Sie Probleme an

Sie werden wohl feststellen, dass nicht alle Mitarbeiter über Ihre Anstellung erfreut sind. Vielleicht sind Sie – zumindest in den Augen so mancher Kollegen – sogar eine ernstzunehmende Konkurrenz? Sprechen Sie mögliche Probleme an und scheuen Sie keine Konflikte. Achten Sie darauf, dass Sie sich durchsetzen und nicht sofort ins Abseits stellen lassen.

Holen Sie ein Feedback ein

Seien Sie offen für Kritik oder für Verbesserungsvorschläge. / Foto: FotoIEdhar / Fotolia.com
Seien Sie offen für Kritik oder für Verbesserungsvorschläge. / Foto: FotoIEdhar / Fotolia.com

Der Fragende führt immer. Holen Sie also ein Feedback ein, nachdem der erste Arbeitstag geschafft wurde. Seien Sie offen für Kritik oder für Verbesserungsvorschläge und achten Sie darauf, dass Sie die Ratschläge am nächsten Tag auch in die Tat umsetzen.

Welche Fehler können für ein vorzeitiges Ende sorgen?

In der Regel werden Sie mit Ihren Kollegen das Gespräch suchen. Ihre Kollegen wollen nämlich auch wissen, wie der „Neue“ so tickt. Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu viel erzählen oder mitunter die falsche Wortwahl benutzen. „Mein letzter Vorgesetzter war ein Idiot“ – derartige Sätze mögen zwar vielleicht der Wahrheit entsprechen, sollten aber keinesfalls am ersten Tag fallen.

Lästern Sie zudem nicht über Ihre Mitarbeiter – Sie wissen nicht, welche Kollegen eine Freundschaft pflegen, sodass es mitunter peinlich werden kann. Bleiben Sie daher neutral und halten Sie sich zurück.

Denken Sie daran, dass Sie in einem neuen Unternehmen sind. Ihr Kollege hat keine Freude, wenn Sie schon nach wenigen Stunden sagen, dass in der „alten Firma alles besser“ oder auch „anders“ war und er von „Ihnen sehr viel lernen“ kann.

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