Darum sollten Sie mit dem Fahrrad ins Büro fahren

Auto oder Fahrrad? Natürlich mag das Auto mitunter eine bequeme Fortbewegungsmöglichkeit sein, wenn man in der Früh in das Büro fahren muss. All jene, die jedoch mit dem Rad zu ihrer Arbeitsstelle fahren, dürfen sich dennoch über ein paar Vorteile freuen, die keinesfalls unterschätzt werden sollten. Natürlich gibt es auch ein paar Schattenseiten – so etwa schlechtes Wetter oder mitunter auch einen größeren Zeitaufwand. Wer sich jedoch mit der Thematik befasst, der wird am Ende wohl feststellen, dass die Vorteile überwiegen. Vor allem dann, wenn man Geld sparen möchte, kann das Rad eine durchaus attraktive Alternative darstellen.

Was muss beachtet werden, wenn man mit dem Rad ins Büro fahren will?

Muss nur eine kurze Strecke zurückgelegt werden, so ist wohl keine eigene Sportkleidung erforderlich. All jene, die jedoch länger als 20 Minuten mit dem Rad fahren müssen, werden wohl eine eigene Garnitur für das Büro mithaben, sodass sie sich auf dem Arbeitsplatz umziehen können. Hier sollte man vor allem auf Kleidungsstücke setzen, die nicht stark verknittern. Sind Hemd oder Bluse Pflicht, so sollten diese zusammengerollt in die Tasche gesteckt werden.

The man wears shoes. Tie the laces on the shoes. Men's style. Pr
Es ist ratsam Ersatzschuhe einzupacken, wenn man mit dem Fahrrad ins Büro fährt. / Foto: iiievgeniy / fotolia.com

Selbstverständlich können auch ein bis zwei Hemden oder Blusen im Büro aufbewahrt werden. So ist man immer auf der sicheren Seite. Mitunter sollte auch eine Ersatzhose oder ein weiterer Rock im Büro vorzufinden sein; ratsam sind mitunter auch Ersatzschuhe. Schlägt nämlich das Wetter um, so ist es von Vorteil, wenn man sich im Büro umziehen kann. Ein weiterer Aspekt ist natürlich die Hygiene. Gibt es vor Ort eine Duschmöglichkeit? Shampoo und Duschgel nicht vergessen! Wenn nicht, dann ist es ratsam, wenn man einen Waschlappen einpackt, damit man sich im Büro etwas frisch machen kann. Der Radfahrer sollte natürlich auch ein Deo einpacken!

Ein weiterer Punkt, der keinesfalls ignoriert werden darf – wo wird das Rad abgestellt? Gibt es eigene Vorrichtungen oder muss das Rad außerhalb der Arbeitsstätte abgestellt und verschlossen werden? Wer sich unsicher ist, sollte vor seiner ersten Fahrt überprüfen, welche Situation vorliegt – nur so können wertvolle Minuten eingespart werden. Niemand möchte schon am Morgen einen Parkplatz für sein Rad suchen und mitunter dann sogar zu spät im Büro erscheinen.

Zahlen und Fakten

Wer in Freiburg, Karlsruhe, Münster, Oldenburg, Erlangen, Bocholt, Nordhorn, Ingolstadt, Reken, Ketzin, Wesel oder Rhede wohnt, der wird wohl schon mit dem Rad zur Arbeit fahren. Warum? Folgt man den Auswertungen der Fahrradlobby vom ADFC, so handelt es sich hier um die fahrradfreundlichsten Kommunen und Städte der Bundesrepublik.

Doch bundesweit gibt es nur wenige Berufstätige, die tagtäglich ihr Rad benutzen, damit sie zu ihrer Arbeitsstätte gelangen. 29 Prozent fahren regelmäßig mit dem Rad, 67 Prozent benutzen ihr Fahrrad nur für Ausflüge. Interessant ist jedoch die Tatsache, dass sich – so das Bundesumweltministerium – zumindest zwei Drittel aller Arbeitnehmer zumindest vorstellen könnten, regelmäßig mit dem Rad zu fahren, obwohl sie derzeit nur das Auto benutzen.

Die Vorteile im Überblick

Wer mit dem Rad ins Büro fährt, der darf sich natürlich über mehrere Vorteile freuen. Denn die sportliche Betätigung hat natürlich Auswirkungen auf den Körper und auf die Gesundheit. Am Ende spart der Radfahrer auch Geld, wenn er auf sein Auto verzichtet.

Radfahren reduziert das Krebsrisiko

Personen, die tagtäglich mit dem Rad ins Büro fahren, haben ein geringeres Risiko, dass sie später an Krebs erkranken. Zu diesem Ergebnis kam die Universität Glasgow, die die dementsprechende Studie im “British Medical Journal” (April 2017) veröffentlichte.

Fünf Jahre lang wurden 250.000 Pendler studiert – 1.110 litten unter Herzproblemen, 3.748 erkrankten an Krebs und 2.430 Pendler starben. Das Mortalitätsrisiko hat sich – so die Forscher – um 41 Prozent reduziert; das Risiko, dass die Radfahrer an Krebs erkranken, sank um 45 Prozent. Auch das Risiko für Herzkrankheiten sank um 46 Prozent. Die Pendler, die mit dem Rad ins Büro fuhren, legten durchschnittlich 48 Kilometer/Woche zurück. Fakt ist: Je länger die zu fahrende Strecke, desto größer der Vorteil – wer auf das Auto verzichtet, der bleibt, so die Studie, länger gesund. Warum? Darüber konnten bislang nur Spekulationen angestellt werden. Einerseits könnte es am niedrigeren Gewicht der Fahrradfahrer liegen, andererseits aber auch an der Tatsache, dass die ständige Bewegung dafür sorgt, dass sich weniger entzündliche Prozesse im Körper bilden.

Radfahren schont den Kontostand

Radfahren schont den Kontostand. / Foto: Werner Fellner / fotolia.com
Radfahren schont den Kontostand. / Foto: Werner Fellner / fotolia.com

Gute Rennräder oder Mountainbikes kosten natürlich Geld – in einigen Fällen muss sogar eine vierstellige Summe bezahlt werden. Selbst günstige Fabrikate kosten zwischen 200 und 400 Euro. Doch keine Sorge – die Anschaffungskosten haben sich relativ bald amortisiert. Das Rad muss schlussendlich nicht versichert und auch nicht ständig betankt werden.

Des Weiteren ersparen sich die Fahrradfahrer Tickets für öffentliche Verkehrsmittel, müssen keine Mautgebühren bezahlen und brauchen auch keine Angst vor einem Strafzettel zu haben, weil sie etwa zu schnell gefahren sind. Eine weitere Möglichkeit? In einigen Städten gibt es Fahrradverleih-Systeme, sodass die Räder – etwa über eine Smartphone-App – kostengünstig ausgeliehen werden können. Natürlich muss es auch nicht immer ein neues Rad sein – wer Glück hat, der wird mitunter ein gebrauchtes Rad finden und nur einen Bruchteil des Neupreises bezahlen müssen.

Nachhaltigkeit

Wer auf das Auto verzichtet, leistet seinen Beitrag zur Klimarettung. / Foto: Thaut Images / fotolia.com
Wer auf das Auto verzichtet, leistet seinen Beitrag zur Klimarettung. / Foto: Thaut Images / fotolia.com

Unserer Erde ging es schon einmal besser. Tagtäglich blasen die Autos Abgase in die Luft. Wird daher auf das Auto verzichtet, so leistet man – wenn auch nur unterbewusst – einen Beitrag zur Klimarettung. Natürlich geht es aber nicht um die abstrakte Berechnung der zukünftigen CO2-Belastung.

Fakt ist: Je weniger Autos fahren, desto geringer sind die Feinstaub- und Abgasbelastungen, die nicht nur die Erde schädigen, sondern natürlich auch die Bewohner des Planeten. Folgt man den aktuellen Zahlen der Europäischen Union, so sterben – pro Jahr – rund 400.000 Menschen an den Folgen der Luftverschmutzung!

Man wird zum Vorbild

Die Commerzbank ist mit gutem Beispiel an den Start gegangen: Für die Mitarbeiter wurden in Frankfurt acht Standorte geschaffen, an denen sie sich eines von insgesamt 670 Firmenrädern ausleihen können. So kann der Mitarbeiter mit dem Rad zum nächsten Kundentermin fahren.

Jedes Unternehmen hat natürlich ein Interesse daran, dass die Angestellten fit und natürlich auch gesund bleiben. Viele Firmen bieten daher bereits kostenlose Stellplätze für Fahrräder oder auch eigene Räder an, die – wie im Beispiel der Commerzbank – ausgeliehen werden dürfen. Doch man sollte nicht nur mit dem Rad fahren, wenn es ein eigenes Firmenprogramm gibt.

Selbstverständlich kann man mit dem Chef Rücksprache halten und ihm die Vorteile auf den Tisch legen, warum die Firma Radfahrer fördern und unterstützen sollte.

Radfahrer genießen einen steuerlichen Vorteil

Der Radfahrer bekommt – im Zuge der Pendlerpauschale – 30 Cent/Kilometer.

Es gibt aber noch eine weitere Option, wie der Radfahrer Steuern sparen kann – er kann sich ein Dienstrad vom Arbeitgeber spendieren lassen. Für die Diensträder gelten nämlich dieselben Regeln wie etwa für Dienstautos. Der Unterschied? Fahrräder oder E-Bikes sind deutlich preiswerter. Der Arbeitnehmer muss für die private Nutzung 1,0 Prozent des Listenpreises versteuern. Kostet das E-Bike 1.200 Euro, so werden dem Arbeitnehmer 12 Euro auf das Einkommen angerechnet.

In weiterer Folge kommt es zu einer geringfügigen Steigerung der Steuern und Sozialabgaben. Ein Dienstauto, das rund 30.000 Euro kostet, verursacht hier schon höhere Kosten – die zu versteuernde Summe würde sich auf rund 300 Euro belaufen. Es gibt auch keinen 0,03-prozentigen Aufschlag für jeden Entfernungskilometer, der bei dem Dienstauto versteuert werden muss (außer der Arbeitnehmer fährt ein E-Bike, das schneller als 25 km/h fahren kann).

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