Coworking – Vor- und Nachteile

Die Entwicklungen im beruflichen Alltag haben dafür gesorgt, dass der klassische Bürojob immer mehr Alternativen bekommt. Schon lange ist zum Beispiel die Selbstständigkeit aus dem Homeoffice eine beliebte Variante der Bewältigung von Arbeiten und Projekten. Gerade in den großen Städten entwickelt sich aus der Community der Freelancer ein neuer Trend: Coworking. Die gezielte Zusammenarbeit – ob nun in einer Bürogemeinschaft oder direkt unter verschiedenen Selbstständigen – bietet interessante Synergien bei der Arbeit und damit verbundene Steigerungen bei der Effizienz. Aber wie gut ist Coworking wirklich? Und kann dieses System von jedem Arbeiter genutzt werden?

Was genau ist Coworking eigentlich?

Coworking ist besonders bei jungen Selbstständigen sehr beliebt
Coworking ist besonders bei jungen Selbstständigen sehr beliebt! Foto: georgerudy | fotolia.com
Der Gedanke hinter Coworking ist, dass auch Freelancer, Unternehmer und klassische Selbstständige eine produktive Arbeitsumgebung – und im besten Fall repräsentative Büroräume – benötigen, diese aber in der Regel nicht alleine stemmen können. Immerhin sind die Kosten für ein eigenes Büro gerade in den Großstädten so enorm, dass sie sich nur die wenigsten Einsteiger in den Bereich des Unternehmertums leisten können.

Coworking erlaubt es nun, dass Freelancer aus den verschiedensten Branchen an einem Ort zusammenkommen und einen Ort haben, an dem sie ihrer Arbeit nachkommen können. Das ganze Projekt wird dabei meistens von einem eigenen Unternehmen organisiert, das auch die Ressourcen für die Arbeiter zur Verfügung stellt und sich entsprechend um die Verwaltung der Büroräume kümmert.

Das Prinzip Coworking ist in den letzten Jahren vor allem in den Großstädten etabliert worden. Der Trend kam, wie so oft, aus Amerika nach Deutschland und breitete sich vor allem in Berlin und Frankfurt sehr schnell aus. Man kann es sich wie eine Wohngemeinschaft unter Freelancern und Unternehmern vorstellen – wobei eine deutlich höhere Fluktuation bei den Mietern herrscht.

In der Regel finden sich dutzende Schreibtische mit entsprechenden Gerätschaften – die je nach Abo umfangreicher sein können – an denen Freelancer aus den verschiedensten Bereichen arbeiten. Es ist gut möglich, dass ein Webdesigner an einer Schreibtisch-Insel mit einem Programmierer, einem Ingenieur und einem Experten für das Handwerk arbeitet.

Vorteile von Coworking – wie sehen sie aus?

Die klassischen Vorteile des Coworking ergeben sich auf den ersten Blick natürlich vor allem an den geringen Kosten für eine gute Arbeitsumgebung, die je nach Bedarf genutzt werden kann. Es ist für Freelancer nicht mehr nötig, dass sie eigene Büroräume mit langfristigen Mietverträgen und hohen Kosten anmieten, die direkt zum Beginn einer Selbstständigkeit das ohnehin schmale Budget deutlich belasten. Zudem ist es so, dass nicht jeder Selbstständige vom Homeoffice aus arbeiten möchte. Einige brauchen die vertraute Atmosphäre eines geschäftigen Büros um sich herum. Es gibt aber noch mehr Vorteile:

Ausstattung: Ein Platz im Coworking Space bietet in der Regel nicht nur einen Schreibtisch, sondern auch anderes Equipment, das für die Arbeit nötig ist. Vom Drucker, Kopierer, Scanner bis hin zum Anschluss an das Internet oder den Zugang zu einem geteilten Meetingraum gibt es diverse Optionen, die sich in preislichen Paketen unterscheiden.

Flexibilität: In der Regel vermieten die meisten Coworking Spaces ihre Arbeitsplätze täglich, wöchentlich oder monatlich und haben dabei keine festen Fristen für eine Kündigung. Wer also nur für ein Projekt ein gutes Büro braucht, kann es auch nur für die Zeit mieten, in der es wirklich benötigt wird. Diese Flexibilität erlaubt natürlich eine gewisse Planung bei den Kosten und deutlich mehr Möglichkeiten für die Gestaltung der eigenen Projektarbeit.

Networking: Zuletzt darf nicht unterschätzt werden, wie gut es für eigene Projekte sein kann, wenn man mit Freelancern aus den verschiedensten Branchen in Kontakt kommt. Erfahrungen werden ausgetauscht, Synergien entdeckt und am Ende kommt man vielleicht sogar an gute Aufträge, wenn nötiges Wissen verkauft werden kann.

Coworking Spaces sind die logische Folge aus der Veränderung der Arbeitswelt und der stärkeren Verlagerung von Tätigkeiten auf Experten in der Selbstständigkeit. Der Coworking Space ist dabei eine Basis für diese Arbeit, die viele Möglichkeiten bietet.

Die Nachteile eines Coworking Space im Überblick

Durch die gemeinsame Nutzung kann es durchaus mal etwas lauter werden. / Foto: Boggy / fotolia.com
Durch die gemeinsame Nutzung kann es durchaus mal etwas lauter werden. / Foto: Boggy / fotolia.com
Tatsächliche und klassische Nachteile für einen eigenen Schreibtisch in einem Coworking Space gibt es nicht. Durch die transparente und auf den eigenen Bedarf ausgerichtete Planung der Schreibtische lassen sich negative Folgen schnell verhindern.

Das Problem dürfte hier eher die Atmosphäre sein. Fast jeder Coworking Space ist ein wenig lauter, hier wird die Kreativität und das Geschäft gelebt. Entsprechend dessen ist es nicht unbedingt die richtige Umgebung für diejenigen, die Ruhe und Konzentration bei ihrer Arbeit suchen.

Wer schon bei der klassischen Arbeit Probleme mit dem störenden Kollegen hatte, der dauernd wissen wollte, ob man eine Rauchen gehen will, wird das hier mit Sicherheit in ähnlicher Form finden.

Darüber hinaus muss man sich klar sein, dass der Space zwar hohe Flexibilität ermöglicht, aber eben auch begehrt bei anderen Freelancern ist. Wenn man den Space für ein Projekt fest einplant, kann es durchaus sein, dass bereits alle Schreibtische vergeben sind, sofern man nicht über eine langfristige Nutzung verfügt. Auch das muss also eingeplant werden – es ist kein eigenes Büro.

Am Ende des Tages ist es einfach nur ein gemieteter Schreibtisch in einer Gemeinschaft von vielen anderen Freelancern und Unternehmern.

Für wen ist die Arbeit im Coworking Space geeignet?

Die Entscheidung für einen Coworking Space kann das eigene Leben als Freelancer bereichern. Alleine die Möglichkeiten, mit anderen Menschen in einem ähnlichen Arbeitsumfeld in Kontakt zu kommen, dürfte einen Reiz ausüben. Denn wenn man einmal ehrlich ist: Gerade die ersten Monate einer Selbstständigkeit sind in der Regel vor allem einsam. Kein Büro mit Kollegen und höchstens einmal Kontakt mit den potentiellen Kunden und Lieferanten.

Der Coworking Space bietet eine Alternative, bei der man sehr schnell mit anderen in Kontakt kommt und daraus auch noch geschäftliche und finanzielle Vorteile ziehen kann.

Wichtig ist, dass man sich genau fragt, ob man dafür geeignet ist, in einer solchen Umgebung zu arbeiten. Konzentration ist ein Problem und in einem lauten Umfeld kann nicht jeder zu seinen besten Leistungen auflaufen. Entsprechend kann es Sinn machen, sich erst einmal einen Tag in ein solches Büro zu setzen und die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen. Je mehr Coworking Spaces in den Städten entstehen, desto größer ist auch die Auswahl und desto umfangreicher werden die Leistungen, die mit dem gemieteten Schreibtisch verbunden sind.

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