Coworking – Die Vorteile von Bürogemeinschaften

Coworking ist mehr als ein geteiltes Büro. Hier treffen Freelancer, Selbständige und kleine Unternehmen aufeinander, die sich kein eigenes Büro leisten können oder dieses gar nicht wollen. Sie setzen auf Austausch untereinander und nutzen Coworking nicht nur als Gemeinschaftsbüro, sondern als Raum für Wissenstransfer, produktive Arbeit – und Spaß am Job.


Was ist Coworking?

Coworking ist ein mittlerweile nicht mehr ganz unbekanntes Konzept. Hierbei tun sich beliebig viele Büromieter zusammen und mieten gemeinsam ein Büro, in dem aber nicht nur nebeneinander gearbeitet wird. Vielmehr entsteht eine Coworking Community, die mehr ist als ein geteiltes Büro.

Die Community fördert aktiv den Austausch der Mitglieder untereinander, denn hier ist es gewollt, dass jeder mit jedem redet. Coworking-Büros sind oft sehr kreativ gehalten und eingerichtet, sodass jeder Beruf darin arbeiten kann. Es gibt Besprechungsräume mit Flipcharts, Beamern und modernster Präsentationstechnik, aber auch Lounge-Bereiche mit Sofas, Kaffeebars und kreative Bereiche, in denen sich die entsprechenden Berufsbilder austoben können.

Typisch fürs Coworking sind Events, die den Wissenstransfer untereinander fördern – sei es ein gemeinsames Mittagessen als Gemeinschaft oder auch ein Vortragsabend, eine Diskussionsrunde oder ein Meet & Greet mit einer bekannten Persönlichkeit, die der Coworking Space einlädt.

Dass dabei natürlich gemeinsame Geschäfte, Deals und Partnerschaften entstehen können, ergibt sich beinahe von alleine.


Coworking: gut für Geschäft, Produktivität Weiterbildung

Coworking - für Gründer sinnvoll
Besonders Gründer profitieren vom Konzept des Coworking Foto: Westend61 / fotolia.com

Viele Selbständige arbeiten nicht produktiv, wenn sie von zu Hause aus arbeiten. Ständig sind sie abgelenkt oder können gar nicht so genau sagen, warum sie so unproduktiv sind. Sie bauen beim Arbeiten ganz allein auch keine Vernetzung auf und haben es möglicherweise schwer, an Aufträge zu kommen.

Genauso kann es auch jedem kleinen Unternehmen gehen, das bislang noch wenig bekannt ist – oder dem schlichtweg das Wissen und die Partnerschaften fehlen. Im Coworking Space sollen sich gerade diese Gruppen kennen lernen.

Sie arbeiten hier nicht nebeneinander, wie es in einem gemieteten Büro mit anderen Unternehmen der Fall wäre, vielmehr ist der Austausch gewollt und sie kommen von Beginn an in eine freundschaftliche und offene Atmosphäre.

Wer häufiger in anderen Städten unterwegs ist und dort arbeiten will, findet in den meisten großen Städten gleich mehrere Coworking Spaces voller Gleichgesinnter. Im “eigenen” festen Coworking Space am Heimatort kann und sollte man sich aktiv an Events beteiligen, die von den meisten Communities angeboten werden.

Bei diesen bekommt man praktische Einblicke in die Berufe und Herausforderungen der anderen, kann sich kostenlos weiterbilden und auch selbst der Community etwas zurückgeben. Umsonst ist das bestimmt nicht, denn dadurch wissen die anderen, auf wen sie zukommen müssen, wenn sie Bedarf an bestimmten Kompetenzen haben.


Für wen ist Coworking sinnvoll?

Vom Einzelkämpfer bis hin zum kleinen, aber etablierten Unternehmen finden sich in Coworking-Büros die interessantesten Leute und Modelle. Allerdings ist es auch nichts für jeden.

Wer das eigene Büro braucht, tatsächlich lieber für sich arbeitet oder auf Technik angewiesen ist, die nur am heimischen Standort funktioniert, braucht eine andere Lösung. In diesen Fällen aber ist Coworking gerade richtig:

  • Selbständige & Freelancer
  • kleine Start-Ups
  • Studenten mit Geschäftsideen
  • kleine Agenturen, Digitalunternehmen, Beraterfirmen
  • projektweise Teamarbeit mit mehreren Freelancern oder kleinen Unternehmen

Grundsätzlich ist das Coworking-Büro offen für alles. Häufig werden die Meetingräume ohnehin auch stunden- oder tageweise vermietet, sodass man sich dort für ein Projekt oder eine Gruppenarbeit mit mehreren anderen Mitgliedern und Kollegen einmieten kann.

Freelancer im Coworking Space
Foto: undrey / fotolia.com

Das tun selbst große Unternehmen, wenn sie eine Abteilung für ungestörte Arbeit weg vom gewohnten Arbeitsplatz schicken wollen.

Die Hauptmieter werden im Coworking Space aber Selbständige, Freelancer, Start-Ups und kleine Unternehmen sein, die kein eigenes Büro wollen oder denen der Austausch zu anderen zu wichtig ist.

Selbständige profitieren von der gelebten Vernetzung, sind froh um Gesellschaft bei der Arbeit und sorgen dank des Coworkings für einen geregelten Tagesablauf, da sie jeden Morgen ins Büro gehen und dadurch produktiv arbeiten.

Kleine Unternehmen mit wenigen Angestellten sparen sich mit dem Coworking oft die weit höheren Kosten fürs eigene Büro – und natürlich die Arbeit, die mit dem eigenen Büro verbunden wäre. Dafür sitzen sie an der Quelle des Wissens, können die Freelancer oft in ihr Tagesgeschäft einbinden und sind dadurch bestens für Wachstum gerüstet.


Welche Branchen arbeiten häufig in Coworking-Büros?

Klempner, Schreiner oder Landwirte wird man im Coworking Space nicht antreffen – obwohl selbst das möglich wäre. An den meisten Coworking-Standorten trifft man bis auf vereinzelte Exoten recht ähnliche Branchen.

Kreative, beratende und digitale Berufe, der eine oder andere Student sowie Start-Ups treffen sich hier. Folgende Berufe sind in beinahe jedem Coworking Space vertreten:

  • Grafikdesigner & Mediengestalter
  • (Web-)Entwickler
  • Marketing-Fachleute
  • Berater

Die vertretenen Start-Ups lassen sich gar nicht in eine Schublade stecken. Gerade im Coworking-Büro trifft man auf so innovative und interessante Ideen, dass sie keinem einheitlichen Bild folgen.

So manches heute bekanntes Unternehmen legte als kleines Start-Up mit seinen Gründern in einem Coworking Space los. Einerseits thematisieren viele Events der Coworking Communities die Gründung, da sie für jedes Mitglied von Bedeutung ist.

Andererseits wissen Start-Ups, dass hier hoch qualifizierte Freelancer sitzen, die bereit sein könnten, sie zu anderen Konditionen zu unterstützten als große etablierte Dienstleister.


Wie finde ich die passende Bürogemeinschaft?

Coworking-Space findenDer eine Coworking Space ist ein Großraumbüro, in dem es keine stillen Ecken gibt, sondern aktives und gelebtes Miteinander. Sie sind als Großraumbüro aufgebaut, in dem jeder seinen Schreibtisch danach aussucht, wo gerade etwas frei ist – es sei denn, es werden feste Schreibtische gemietet.

Der nächste Coworking Space kann stattdessen kleine Gruppenbüros vorsehen, in denen immer nur wenige Leute nebeneinander arbeiten. Dadurch haben sie Ruhe und können sich gut konzentrieren – auch stört es nicht, wenn jemand telefoniert.

Dafür müssen sie für das Gespräch miteinander schon aktiv aufstehen und zu den anderen Mitgliedern laufen. Ob ein Coworking Space passt oder nicht, erkennt man an der Website. Jeder Coworking Space präsentiert stolz seine Räumlichkeiten und erklärt etwas zu ihnen.

Neben der Art des Büros sollte geklärt werden, ob dort Post angenommen werden kann, wie schnell das Internet ist und wie die Telefonie geregelt ist. Je nach Beruf kann es sein, dass weitere Ausstattungsmerkmale wichtig sind.

Alle übrigen Fragen beantworten sich am besten durch einen Probetag. Diesen kann man oft noch kostenlos machen, wenn man vorher anruft und fragt, ob man vorbeikommen und sich den Coworking Space anschauen darf. Bestenfalls arbeiten dort Leute, die beruflich zum eigenen Tätigkeitsfeld passen oder in angrenzenden, sich ergänzenden Bereichen tätig sind.

Ein gutes Coworking-Büro bietet regelmäßig Events an und bietet dabei den Freiraum, diese Events auch selbst gestalten zu können. Letztendlich sollte auch der Preis stimmen.

Ein Preisvergleich mit den Mieten in anderen Städten mit vergleichbarem Mietpreisniveau oder besser noch mit den anderen Coworking-Büros bietet sich an, bevor man sich fest in eine Community einmietet.

Beitrag kommentieren

Alle Beiträge zum Thema: Büroalltag

Navigate