Burnout – das sind die typischen Symptome

Nicht jeder, der abends nach einem langen und stressigen Arbeitstag müde und erschöpft auf dem Sofa einschläft, leidet gleich an Burnout. Doch ist es wichtig erste Anzeichen zu erkennen und ernst zu nehmen. Betroffene beschreiben beim Burnout den Zustand einer totalen Erschöpfung. Ein “ausgebrannt” sein, bei der schon kleinste Aufgaben unüberwindbar erscheinen.

Früher galt Burnout als typische Managerkrankheit. Doch während der letzten Jahre hat sich das Erschöpfungssyndrom in allen Bevölkerungsschichten verbreitet. Zu den berühmten Burnout-Patienten zählen unter anderem der frühere Skispringer Sven Hannawald, Fernseh-Koch Tim Mälzer und der einst aufstrebende Fußballspieler Sebastian Deisler.


Burnout – die Krankheit und ihre Ursachen

Der Begriff “Burnout” kommt aus dem englischen und bedeutet übersetzt „Ausbrennen“. Damit wird der chronische Zustand körperlicher und emotionaler Erschöpfung beschrieben. Oftmals gibt es deutliche Anzeichen des drohenden Burnouts, doch diese werden von den Betroffenen häufig ignoriert. Bis heute gibt es außerdem keine eindeutige medizinische Diagnose, denn die Krankheitsanzeichen lassen sich nicht klar definieren.

Erkenntnisse zeigen, dass Burnout jeden treffen kann und nicht wie früher gedacht, ausschließlich mit den Arbeitsbedingungen zu tun haben. Rentner und Arbeitsuchende sind ebenso vom Erschöpfungssyndrom betroffen, wie Krankenschwestern, Lehrer und Manager. Denn privater Stress wirkt sich genauso belastend auf die Psyche aus, wie der Stress im Berufsalltag. Doch ist dies auch Persönlichkeitsabhängig. Die Einen können besser mit Druck und Stress umgehen und sind weniger anfällig für diese Form der Erkrankung. Wiederum Andere nehmen ihre Sorgen mit ins Bett und kommen somit nie wirklich zur Ruhe. Diese andauernde Anspannung bietet den idealen Nährboden für eine Erschöpfung bis hin zum Burnout.


Die Ursachen

Stress im Büro
Stress im Büro wird auf Dauer zu einem Problem.
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Eine große Arbeitsbelastung und dauerhaft viel Stress sind Risikofaktoren, die einen Burnout begünstigen können. Oftmals erkranken die typischen Arbeitstiere, die viele Überstunden machen und sich mit vollem Einsatz für eine bestimmte Sache einsetzen. Wenn jetzt noch weitere Faktoren hinzukommen, erhöht sich das Risiko.

Hierzu zählen beispielsweise Schichtdienst, Zeitdruck, große Verantwortung und unklare Erfolgsvorgaben. Patienten geben selbst an, dass durch unerfüllbare Aufgaben, durch ein schlechtes Betriebsklima und/oder durch die Angst um den eigenen Arbeitsplatz zusätzlicher Druck entstanden ist, welcher sich auf ihre Psyche auswirkte.

Den meisten Menschen macht dieser Druck und die Belastung nichts aus. Doch vor allem die Betroffenen stellen oftmals zu hohe Ansprüche an sich selbst und haben dabei ein eher geringes Selbstwertgefühl.

Kränkungen, Frust und Enttäuschungen werden nur schwer verarbeitet und setzen sich lange im Kopf fest. Bevor das Erschöpfungssyndrom ausbricht, fällt auf, dass vor allem anfällige Menschen schwer Nein sagen können, und laden sich so immer mehr neue Aufgaben auf, welcher sie versuchen Herr zu werden. Zudem nehmen sie Misserfolge im Berufsleben und bei Freizeitaktivitäten persönlich und haben ein hohes Harmoniebedürfnis.

Diese Faktoren können beim Ausbruch von Burnout eine Rolle spielen. Ein positives privates Umfeld, beispielsweise der Rückhalt und die Unterstützung durch Freunde und Familie können das Risiko am Erschöpfungssyndrom zu erkranken verringern.

Es kommt auf die eigene Persönlichkeit an, wie gut jeder mit Zeitdruck, persönlichen Belastungen und Enttäuschungen zurechtkommt.


Anzeichen und Symptome von Burnout

Eine Burnout-Erkrankung zeigt sich durch vielfältige und unterschiedliche Anzeichen. Gerade deswegen fällt es vielen Ärzten schwer, das Erschöpfungssyndrom eindeutig zu diagnostizieren. Die Symptome gleichen teilweise denen von Depressionen: ständige Müdigkeit, Antriebslosigkeit, eine tiefe Leere und Sinnlosigkeit ausgelöst durch eine chronische Überbelastung, Stress und Frust.

Burnout kommt langsam und schleichend – erste Anzeichen dürfen nicht unterschätzt werden. Es ist normal nach langen Tagen müde, erschöpft oder auch einmal frustriert zu sein. Wenn diese Gefühle jedoch die Oberhand gewinnen und den normalen Alltag bestimmen, dann sind das die ersten kritischen Zeichen der Erschöpfungskrankheit.

die klassischen Symptome

Müdigkeit & Erschöpfung

Müdigkeit Burnout
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Wer an Burnout leidet, für den werden tägliche Aufgaben unüberwindbar und bleiben liegen. Im Berufsleben reicht für Betroffene ein normales zwei Tage Wochenende nicht mehr aus, um erholt und gestärkt neue Aufgaben anzugehen. Die Ruhephasen dauern immer länger und die Erholung hält nicht mehr so lange an.

Ein wichtiger Punkt ist, dass die Probleme aus dem Berufsalltag mit ins private Umfeld genommen werden. Der Betroffene kann die Sorgen nicht mehr richtig ausschalten. Die negativen Gedanken sind ständiger Begleiter.

Sinkende Leistungsfähigkeit

Die Antriebslosigkeit macht es immer schwieriger, tägliche Arbeiten zu erledigen. Durch ausbleibende Erfolge werden die Symptome nur noch verstärkt und der Betroffene flüchtet sich noch weiter in die unerledigten Aufgaben. Konzentrationsschwäche, Nervosität und Entscheidungsunfähigkeit folgen daraus. Zum Schluss sind die Erkrankten oft gereizt und aggressiv. Die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes spielt hierbei eine große Rolle.

Körperliche Symptome

RueckenschmerzenBetroffene Personen leiden häufig an Schlafstörungen, regelmäßigen Kopfschmerzen, Verdauungsproblemen und Rückenschmerzen. Gewichtsschwankungen, Herzklopfen, ein hoher Blutdruck und Übelkeit sind weitere körperliche Symptome. Leider gibt es keine sicheren und eindeutigen Diagnosen, welche körperlichen Auswirkungen Burnout hat. Erfahrungen können nur anhand von Berichten der Patienten gesammelt werden.

Die Liste der möglichen Symptome bei einer Burnout-Erkrankung ist lang. Der Betroffene zieht sich langsam von seinen sozialen Kontakten zurück, er verliert seine Freude am täglichen Leben. Eigene Bedürfnisse werden völlig vernachlässigt und eine allgemeine Gleichgültigkeit stellt sich ein. Der Erkrankte hat oft Stimmungsschwankungen und er verhält sich ungeduldig. Hoffnungslosigkeit und Angstzustände wechseln sich ab.

Hilfe für Betroffene

Wer die oben genannten Symptome von sich selbst kennt, sollte zum Arzt gehen. Denn es gibt Hilfe um die Krankheit schnell in den Griff zu bekommen. Dabei werden unterschiedlichste Krankheiten in Betracht gezogen, um diese dann auszuschließen. Zum Beispiel die Schilddrüsenunterfunktion, chronische Infektionen oder auch eine Tumorerkrankung können ähnliche Symptome wie Müdigkeit und Antriebslosigkeit aufweisen. Wurden andere Ursachen ausgeschlossen, führt der nächste Gang zum Psychologen oder Psychotherapeuten.

Grundsätzlich gibt es keine Standardtherapie zur Behandlung von Burnout. Die Therapie wird auf jeden Betroffenen einzeln angepasst. Folgende Maßnahmen können erwartet werden oder sind notwendig:

  • Erwartungen werden analysiert: Zusammen mit dem Burnout Patienten werden die eigenen Erwartungen analysiert. Unrealistische Ziele werden gestrichen und neue erreichbare Schritte definiert.
  • Arbeitssituation wird angepasst: Wichtig ist der offene Austausch mit den Kollegen und dem Arbeitgeber. So fällt es in Zukunft leichter, Aufgaben auch einmal abzulehnen, wenn der eigene Terminkalender voll ist.
  • Pausen & Entspannung fest planen: Betroffene müssen sich regelmäßige Erholungspausen einplanen. Yoga oder autogenes Training können dabei helfen, vom Alltag abzuschalten.
  • Familie und Freunde mit in den Heilungsprozess mit einbinden
  • Gesund leben: Auf die eigene Ernährung achten, ausreichend Schlafen und regelmäßiger Sport helfen dabei, Körper und Geist zu stabilisieren.

Verhaltenstherapie

Büro-Pause
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In der Therapie müssen Burnout Patienten lernen, die negativen Gefühle durch positive Gedanken zu ersetzen und das eigenen Selbstwertgefühl zu stärken. Sie lernen ihre Gefühle wahrzunehmen und vor allem auszudrücken.

Während der Heilungsphase erfahren Betroffene, wie sie mit dem gesellschaftlichen Druck besser umgehen können und nehmen an Seminaren zur Konflikt- und Stressbewältigung teil.

Vielen Betroffenen hilft der Austausch mit anderen Patienten. Erfahrungen und Tipps von Gleichgesinnten helfen bei der Heilung. Ein Hauptaugenmerk bei der Therapie liegt auf dem Verhalten des Erkrankten. Die Veränderungen tun anfangs weh und sind nur schwer durchzuhalten, aber bringen längerfristig Erfolg.

Medikamente kommen wirklich nur in schlimmen Fällen zum Einsatz und müssen von einem Facharzt überwacht werden. Burnout ist eine Erkrankung, die sich in unserer schnelllebigen und erfolgsorientierten Gesellschaft immer weiter ausbreitet. Je früher Betroffene den Kampf annehmen, desto besser und einfacher ist die Behandlung.

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