Betriebsklima im Büro verbessern – Wissenswertes und Tipps

Menschen die Spaß an ihrer Arbeit haben sind produktiver und leistungsfähiger, als diejenigen die sich von einem Arbeitstag zum nächsten schleppen. Ebenso gilt der Grundsatz: Wenn das Betriebsklima positiv ist, werden selbst unliebsame Aufgaben, von Angestellten wie auch Vorgesetzten, motivierter angegangen.

Damit auch Sie und Ihr Unternehmen davon profitieren können, haben wir einige Tipps zur Verbesserung des Betriebsklimas für Sie zusammengestellt.

Ist Ihnen „Betriebsklima“ ein Begriff?

Der Begriff „Betriebsklima“ beschreibt die Qualität der Zusammenarbeit in einem Unternehmen. Dabei handelt es sich im allgemeinen Sinn um eine subjektive Wahrnehmung, welche durch verschiedene Faktoren beeinflusst wird.

Wird in einem Unternehmen viel gelästert und ausgegrenzt, schlägt sich dies negativ auf das Betriebsklima nieder. Herrscht hingegen ein freundliches Miteinander, steigert dies das Wohlbefinden und gleichzeitig auch die Qualität des Betriebsklimas.

Faktoren die auf das Betriebsklima Einfluss nehmen

Ein schlechtes Betriebsklima schadetdem Unternehmen enorm
Ein schlechtes Betriebsklima schadet dem Unternehmen enorm. Foto: Syda Productions / fotolia.com

Ein Betriebsklima kann von vielerlei Aspekten beeinflusst werden. Möchten Sie ein Betriebsklima verbessern, müssen Sie erst die Faktoren die dieses beeinflussen genauer unter die Lupe nehmen.

Dabei kann es eine Hilfe sein, die folgenden Fragen zu beantworten und die Antworten danach auszuwerten.

  • Wie sind Umgang und
    Verhalten der Geschäftsführung gegenüber ihren Mitarbeitern?
  • Welche Werte oder Philosophie vertritt das Unternehmen und wie werden diese von den Führungskräften eingehalten?
  • Wie ist der Umgang unter den Mitarbeitern?
  • Wie viel Rückhalt und Spielraum haben die Mitarbeiter?
  • Wie sehen Zukunftsperspektiven des Unternehmens aus?
  • Wie sind die Arbeitsplätze ausgestattet?
  • Wie steht es um die Vergütung und die Sozialleistungen der Mitarbeiter?

Wenn Sie diese Fragen beantworten, erhalten Sie einen groben Überblick über die Situation Ihres Unternehmens und können feststellen, welche Bereiche stimmig sind und bei welchen Verbesserungen notwendig sind, um ein gutes Betriebsklima zu schaffen.

Betriebsklima-Killer: Großraumbüros

Laut einer australischen Studie, wirken sich Großraumbüros negativ auf die Qualität eines Betriebsklimas aus. So leiden die Mitarbeiter an Reizüberflutung und Verlust von Privatsphäre, was mit niedriger Produktivität und geringer Zufriedenheit einhergeht.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch eine Studie des Schweizer Staatssekretariats für Wirtschaft. Sie macht deutlich, dass neben den Auswirkungen wie niedriger Produktivität und schlechter Gesundheit, Mitarbeiter in Großraumbüros deutlich unzufriedener, als deren Kollegen in kleineren Büros, sind.

Die Vorteile eines positiven Betriebsklimas

Ein positives Betriebsklima bringt viele Vorteile mit sich.
Wir haben Ihnen die Wichtigsten davon aufgelistet:

  1. Mitarbeiter können sich eher mit den Werten und Zielen des Unternehmens identifizieren. Das fördert wiederum die Motivation.
  2. Die Fluktuation von Mitarbeitern ist gering, da sie sich an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen.
  3. Durch das gute Betriebsklima sind die Mitarbeiter engagiert, motiviert und werden zu Höchstleistungen beflügelt, da sie bereit sind ihr Bestes zu geben. Das Ergebnis: Die Produktivität steigt.

Als Arbeitgeber zu einem guten Betriebsklima beitragen

 

Als Arbeitgeber das Betriebsklima beeinflussen
Als Arbeitgeber können Sie selbst das Betriebsklima beeinflussen
Foto: FotoIEdhar | Fotolia.com

Gerade als Chef oder Vorgesetzter tragen Sie eine große Verantwortung gegenüber Ihren Mitarbeitern.

Dazu gehört auch das Wohlbefinden und die Zufriedenheit Ihrer Angestellten, welche es Ihnen im Gegenzug mit erhöhter Produktivität danken werden. Vor allem aber haben Sie als Vorgesetzter die Macht etwas zu bewegen.

Tipps – das Betriebsklima als Arbeitgeber verbessern:

1. Zeigen Sie Interesse
Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Mitarbeiter und haben Sie ein offenes Ohr. Dabei sollten Sie niemals verurteilen.

2. Sorgen Sie für einen schnellen Informationsaustausch
Information die bestimmte Mitarbeiter betreffen, sollten Sie als deren Vorgesetzter frühzeitig weiter geben. Ihre Arbeitnehmer könnten sich sonst übergangen fühlen.

3. Loben Sie
Wenn sich Ihre Mitarbeiter sich wertgeschätzt fühlen, gehen sie auch ihre Aufgaben dementsprechend motiviert an. Geizen Sie daher nicht mit Lob und Anerkennung und honorieren Sie besonders zufriedenstellende Leistungen.

Betriebsklima verbessern: Tipps für Arbeitnehmer

Auch wenn ein Vorgesetzter viel Positives zur Qualität eines Betriebsklimas beitragen kann, ist eine Verbesserung nicht nur von ihm allein abhängig, sondern auch von den Mitarbeitern. Als Arbeitnehmer ist es daher wichtig, eine gewisse „Netiquette“ zu beachten.

Hier einige Tipps für den richtigen Umgang unter Kollegen:

Der richtige Umgang mit den Kollegen
Der richtige Umgang mit den Kollegen ist von großem Vorteil. / Foto: Boggy / fotolia.com

1. Halten Sie Ihre Kollegen bestmöglich auf dem Laufenden
Fehler und Missverständnisse können durch ordentliche und vor allem zeitgemäße Absprachen verhindert werden.

Da jeder Kollege eine bevorzugte Art der Kommunikation hat, wie zum Beispiel der Austausch per E-Mail, sollten Sie auch darauf Rücksicht nehmen.

Bei Kollegen mit wenig Zeit eignet sich hingegen auch ein kurzer Telefonanruf. So sorgt eine frühzeitige Kommunikation dafür, dass sich Schwierigkeiten im Büroalltag besser bewältigen lassen.

2. Ziehen Sie den persönlichen Kontakt mit Ihren Kollegen vor
Auch wenn es in Ihrer Firma üblich ist, sich größtenteils per E-Mail zu verständigen, ist es von Vorteil, wenn Sie zusätzlich, oder je nach Situation stattdessen, persönlichen Kontakt mit Ihren Kollegen aufnehmen. Vorteil ist, dass Sie so sicherstellen können, dass Ihr Gegenüber wichtige Informationen verstanden hat und Missverständnisse vermieden werden.

3. Selektieren Sie Informationen
Informationen, die Sie weitergeben, sollten Sie vorher selektieren. Das heißt, Sie sortieren unwichtige Informationen aus, oder leiten sie an diejenigen um, für die Sie wichtig sind.

Diese drei Fragen, helfen Ihnen bei der Entscheidung, ob Sie Informationen weitergeben sollten, oder nicht:

  • Ist die Information für den Kollegen relevant? Ermöglicht sie ihm, seine Aufgabe schneller/leichter/effizienter zu erledigen?
  • Hilft es mehreren Kollegen, wenn die Information allgemein bekannt ist?
  • Gegen-Check: Welchen Schaden könnte die Information eventuell verursachen (Verunsicherung, Stress, Hektik, Ärger …)?

4. Der Ton spielt die Musik
Für einen guten Zusammenhalt mir Kollegen untereinander, ist Respekt das A und O. Dieser äußert sich schon in kleinen Dingen. So sollten Sie zum Beispiel Anklopfen wenn Sie das Büro eines Kollegen betreten, fremde Meinungen ohne großartiges Gezeter akzeptieren können und den eigenen Frust nicht an anderen auslassen.

5. Stellen Sie niemanden bloß
Das jeder einmal Fehler macht ist völlig normal und kein Grund sich nicht ruhig und konstruktiv damit auseinander zu setzen. Einen Mitarbeiter vor den anderen Kollegen bloßzustellen oder bei jeder Kleinigkeit den Chef gleich einzuschalten, ist für ein Arbeitsklima pures Gift. Klären Sie daher Probleme mit dem betreffenden Kollegen unter vier Augen und suchen sie gemeinsam und sachlich nach einer Lösung.

6. Lernen Sie Ihre Kollegen besser kennen
Wenn Sie Ihre Kollegen besser kennen lernen und sogar ein gutes Verhältnis mit Ihnen aufbauen, sind diese auch eher bereit bei Problemen für Sie einzustehen. Unterstützen können Sie dies zum Beispiel durch einen Austausch bei der Kaffeepause oder durch die Einführung eines Feierabendstammtisches. Alternativ können Sie auch Team-Building-Events oder Betriebsausflüge vorschlagen, deren Planung Sie gemeinsam mit Ihren Kollegen übernehmen. So lernt man sich besser kennen und der Zusammenhalt in der Gruppe wird gestärkt.

7. Lachen Sie mit
Lachen verbindet, denn es zeigt wer in eine Gruppe gehört und wer nicht. Schließen Sie sich daher nicht selbst aus, sondern zeigen Sie Interesse an den Gesprächsthemen Ihrer Kollegen. Übrigens hat Lachen noch andere positive Nebeneffekte: So wirkt es auf schwierige Situationen sowie Gespräche deeskalierend und unterstützt komplexe Gedankengänge.

8. Loben Sie und lassen Sie sich loben
Wenn ein Kollege gute Arbeit geleistet hat, dann würdigen Sie das auch. Zum Beispiel in Form einer anerkennenden Rückmeldung, einer netten E-Mail, einer positiven Erwähnung im Kollegenkreis oder durch ein aufmunterndes Wort in der Team-Besprechung.

Wichtig: Wenn Sie selbst gelobt werden, dann nehmen Sie dies auch an. So werten Sie Ihren Gegenüber als Menschen ab, wenn Sie sein Lob zum Beispiel mit Reaktionen wie “So gut war’s nun auch wieder nicht” oder “Das hätte ich noch besser machen können” abtun. Besser ist daher eine bescheidene Antwort wie “Danke, Ihr Lob freut mich!”.

9. Unterbrechen Sie die Routine
Eintönigkeit und Routine im Job und im Büro kann auch dem Betriebsklima schaden. Aus diesem Grund sollte diese ab und zu durch eine schöne Abwechslung unterbrochen werden. Als Mitarbeiter können Sie zum Beispiel Ihre Kollegen mit einer netten Geste, wie kalte Getränke, frisches Obst oder etwas Süßes, überraschen. Das hebt die Laune und kommt bei jedem im Büro gut an.

Gemeinsame Erfolge schweissen zusammen
Gemeinsame Erfolge schweißen zusammen.
Foto: nd3000 / fotolia.com

10. Honorieren Sie gemeinsam Erfolge
Erfolge auf der Arbeit fühlen sich noch schöner an, wenn man Sie gemeinsam feiert. Zudem steigert dies das Gefühl der eigenen Wertschätzung im Team und sorgt so für ein besseres Betriebsklima. Dafür reicht es schon aus, wenn Sie zum Beispiel nach Feierabend zusammen mit einer Flasche Sekt anstoßen.

11. Nehmen Sie zusammen die Mittagsmahlzeiten ein
Gemeinsames Essen fördert den gegenseitigen Austausch sowie das Kennenlernen im Kollegenkreis. Aufpeppen kann man das Ganze, zum Beispiel bei Picknicks im Freien oder einem Essen im Lieblingsrestaurant statt in der Kantine. Nehmen Sie sich dabei zum Ziel, immer mal wieder andere Kollegen zu begleiten, um ihr soziales Netzwerk auszubauen und Ihr Team besser kennen zu lernen.

12. Feiern Sie festliche Anlässe zusammen
Der Zusammenhalt im Team steigt, wenn man an die Geburtstage der Kollegen denkt und sich zusammen vielleicht sogar eine kleine Geste überlegt. Diese muss nicht groß ausfallen. So reicht es zum Beispiel schon aus, wenn der Schreibtisch festlich dekoriert wird und man sich persönlich für die gute Arbeit bedankt.

13. Treiben Sie gemeinsam Sport
Schlagen Sie doch mal vor, nach Feierabend gemeinsam Sport zu treiben. Wenn sich genügend Kollegen zusammen finden, kann auch der Chef um Unterstützung gebeten werden. So kann dieser bespielsweise einen Trainer stellen. Ebenso können auch besondere Angebote oder Gruppenrabatte in Fitnessstudios erfragt werden.

14. Seien Sie Vorbild
Leider lässt sich in einem Unternehmen, freundschaftliches Miteinander nicht befehlen. Doch können Sie zumindest als ein Vorbild agieren. Herrscht in Ihrer Firma ein schlechtes Betriebsklima vor, welches sich zum Bespiel durch abfällige Äußerungen oder Lästereien im Kollegenkreis äußert, können Sie versuchen durch respektvolle Gesprächsbeiträge die Situation zum Besseren zu wenden: “Ich finde, wir reden hier etwas zu schlecht über die Kollegen in Abteilung C. Wir sollten mit diesen Abfälligkeiten aufhören und besser gemeinsam nach Lösungen suchen.”

Als Vorbild für einen freundlichen Umgang untereinander, können Sie die Achtung Ihrer Kollegen ,gegenüber sich selbst und anderen, mit einem freundlichen Gruß am Morgen, Mittag und Abend fördern.

Verzichten Sie auf zynische Bemerkungen, setzten Sie stattdessen auf mitfühlenden Humor und bewahren Sie sich die Fähigkeit, auch einmal über sich selbst lachen zu können.

TL;DR

Richtiger Umgang unter Kollegen:

  • Kollegen auf dem Laufenden halten
  • Persönlichen Kontakt der E-Mail vorziehen
  • Informationen vor der Weitergabe selektieren
  • Respekt ist das A und O
  • Niemanden bloßstellen
  • Kollegen eventuell persönlich kennenlernen
  • Mitlachen und zum Lachen bringen
  • Loben und loben lassen
  • Arbeitsroutine unterbrechen
  • Gemeinsame Erfolge honorieren
  • Mahlzeiten gemeinsam einnehmen
  • Festliche Anlässe gemeinsam feiern
  • Sport gemeinsam betreiben
  • Ein Vorbild darstellen

Und zum Schluss:

Für ein gutes Betriebsklima sollten Sie sich als Arbeitnehmer, wie auch Arbeitgeber, die folgenden vier Binsenweisheiten verinnerlichen:

  • Wollen Sie ein offenes Verhältnis zueinander, müssen Sie selbst offen sein.
  • Erwarten Sie, informiert zu werden, müssen auch Sie Informationen weitergeben.
  • Möchten Sie, dass man Ihnen vertraut, müssen Sie Vertrauen zeigen.
  • Erwarten Sie, dass Kollegen zu ihren Fehlern stehen, müssen Sie dies ebenfalls tun.

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