10 Regeln für ein erfolgreiches Homeoffice

Im Homeoffice zu arbeiten, ist für viele ein Traum. Sie können arbeiten, wann und wie Sie wollen, niemand stört Sie und Sie müssen Ihren Arbeitsplatz nicht jeden Tag sauber hinterlassen. Das klingt alles sehr verlockend, doch nicht bei allen klappt dies auch. Welche Fehler viele Arbeitnehmer machen und wie Sie diese vermeiden können, erfahren Sie in diesem Text.

Die Anzahl der Selbständigen und Arbeitnehmer, die in Deutschland im Homeoffice arbeiten nimmt immer mehr ab. 2008 waren es noch 5,5 Millionen Personen, die überwiegend von zu Hause arbeiteten, vier Jahre später waren es nur noch 4,7 Millionen Menschen. Das zeigt eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Dieser Rückgang ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Beteiligten keine guten Erfahrungen mit der Arbeit in den eigenen vier Wänden machen. Viele waren nicht diszipliniert genug. Die folgenden Fehlerquellen sollten Sie auf jeden Fall vermeiden, damit Ihnen der erfolgreiche Einstieg ins Homeoffice gelingt.

1. Schaffen Sie klare Regeln

Es klingt verlockend: Sie können im Schlafanzug anfangen zu arbeiten, steigen nach einer Tasse Kaffee unter die Dusche und arbeiten dann im Jogginganzug weiter. Doch auch wenn sich das gut anhört, ist diese Herangehensweise kontraproduktiv. Auch im Homeoffice ist es wichtig, bestimmte Regeln einzuhalten.

Dazu zählen unter anderem die Wahl der Kleidung. Natürlich brauchen Sie nicht im Business-Outfit vor Ihrem heimischen Computer zu sitzen. Doch auch eine zu legere Kleidung ist nicht hilfreich. Denn mit der Wahl der Kleidung geht unterbewusst auch die Haltung gegenüber der Arbeit einher. Regeln zu schaffen, bedeutet aber auch, die Arbeitszeiten einzuhalten. Sie sollten also zur selben Zeit wie im Büro mit der Arbeit beginnen und auch zur selben Zeit aufhören. Nur ein Ausnahmen ist es sinnvoll, von diesem Plan abzuweichen.

2. Sorgen Sie für Pausen

Eine Studie der University of Stanford hat gezeigt, dass Arbeitnehmer, die im Homeoffice arbeiten, durchschnittlich um 13,5 Prozent effektiver sind als im Büro. Bemerkenswert ist das deswegen, weil zeitgleich gemessen wurde, dass die Arbeitnehmer sich in ihren Pausen einschränken.

Diese in den Arbeitsalltag im Büro zu integrieren, ist nicht besonders schwer: Sie gehen gemeinsam mit dem Kollegen in die Kantine und wissen, dass Sie nur eine bestimmte Zeit zur Verfügung haben. Das ist im Homeoffice anders. Sie haben niemanden, der Sie an die Pausen erinnert und auch das Kochen dauert länger. Sie verzichten in der Folge häufig auf Ihre Pausen. Doch die sind wichtig, um volle Leistung erbringen zu können.

Deswegen brauchen Sie Routinen, sodass Sie auch auf die nötigen Pausen achten.

3. Arbeiten Sie nur im Arbeitszimmer

Arbeitsplatz im Home OfficeSie haben Ihr Tagespensum nicht erreicht und wollen abends beim Fernsehen noch den Rest erledigen? Das ist ein Szenario, mit dem sich viele Menschen, die im Homeoffice arbeiten, befassen müssen. Doch diese Herangehensweise ist nicht gut. Denn aus psychologischen Gründen sollte die Arbeit nur im Arbeitszimmer stattfinden.

Sie benötigen klar abgesteckte Räume. Denn ansonsten laufen Sie Gefahr, dass die Arbeit immer mehr in den Alltag einfließt und Sie permanent neben dem Essen oder dem Relaxen arbeiten. Einige treiben es sogar soweit, dass sie abends im Bett noch Dinge erledigen. Um dem einen Riegel vorzuschieben, sollten Sie die Aufgabe entweder auf den nächsten Tag aufschieben oder erst dann vom Schreibtisch aufstehen, wenn wirklich alles erledigt ist.

4. Richten Sie die Technik optimal ein

Eine Untersuchung des Personaldienstleisters Randstad hat gezeigt, dass das Homeoffice vor allem bei 25- bis 34-Jährigen angesagt ist. Sie gaben zu 59 Prozent an, ab und zu zu Hause zu arbeiten. Das bedeutet, dass es sich um eine technikaffine Altersgruppe handelt. Das ist durchaus wichtig, denn technisch sollte im Homeoffice alles funktionieren.

Es geht nicht nur darum, dass der Computer oder ein Internetanschluss vorhanden ist, denn damit sind heute die meisten Haushalte ausgestattet. Viel wichtiger ist, dass die Schnittstelle mit dem Büro funktioniert. Manch einer muss sich mit einem VPN-Client einwählen, andere benötigen eine Freigabe des Desktops über den Browser, während wieder andere eine Spezialsoftware anwenden. Achten Sie also darauf, dass Sie sich optimal mit den jeweiligen Voraussetzungen auskennen, damit sie im Homeoffice genauso produktiv sind wie im Büro.

Verlangen Sie eine entsprechende Schulung von Ihrem Arbeitgeber. Scheuen Sie vor der Forderung nicht zurück. Denn der kann eine Menge Geld dadurch sparen, dass Sie zu Hause arbeiten.

5. Eliminieren Sie Störquellen

Obwohl Sie im Homeoffice keine Kollegen haben, die Sie ablenken können, gibt es auch dort genügend Störquellen, die Sie von der Arbeit abhalten können. Das beginnt mit dem Surfen im Internet und endet beim Aufräumen, das Sie der eigentlichen Arbeit vorziehen.

Diese Ablenkungen können Sie häufig gar nicht physisch eliminieren. Sie müssen Sie stattdessen aus Ihren Gedanken streichen. Machen Sie sich bewusst, was Sie von der Arbeit abhält und wo die Verlockung am größten ist. Entwickeln Sie Strategien, um dieser Verlockung zu widerstehen. Verdeutlichen Sie sich, dass auch das Homeoffice Teil Ihrer Arbeit ist und Sie keine Zeit für Ablenkungen haben.

6. Entwerfen Sie einen Arbeitsplan

Eine Umfrage des Jobportals Monster zeigte, dass viele Arbeitnehmer, die im Homeoffice arbeiten, mit ihrer Leitung zufrieden sind. 67 Prozent der aus Deutschland stammenden Teilnehmer gaben an, dass sie auch zu Hause die Arbeit adäquat verrichten könnten. Das setzt allerdings voraus, dass Sie realistisch einschätzen können, was Sie leisten können müssen und was Sie letztlich wirklich leisten.

Das ist schwierig, da der Vergleich zu Kollegen fehlt, den Sie im Büro hätten. Dabei hilft, wenn Sie einen täglichen Arbeitsplan entwerfen. Notieren Sie dazu alle Tätigkeiten, die Sie sich vorgenommen haben mit einer entsprechenden Zeit. Planen Sie 20 Prozent als Pufferzeit ein, die Sie für Unvorhergesehenes verwenden können. Wenn Sie die vorhandenen Tagesaufgaben einfach der Reihe nach abarbeiten, haben Sie einen guten Überblick, wie produktiv Sie tatsächlich sind.

7. Sorgen Sie für ein ruhiges Umfeld

Das Home Office sollte vor allem ruhig sein. / Foto: puhhha / fotolia.com
Das Home Office sollte vor allem ruhig sein. Foto: puhhha / fotolia.com
Laut einer Umfrage des Softwareentwicklers Team Viewer wollen 30 Prozent der weiblichen Arbeitnehmer das Homeoffice dazu verwenden, sich besser um Ihre Kinder kümmern zu können. Um produktiv sein zu können, kommt es aber auch darauf an, dass Sie Ihrem Umfeld zu verstehen geben, wie wichtig Ihnen Ruhe ist, um konzentriert arbeiten zu können.

Das heißt, Sie sollten besprechen, dass Sie nur dann von der Arbeit abgehalten werden können, wenn es sich wirklich um wichtige Anliegen handelt. Diese Regeln gelten selbstredend nicht nur für die Kinder, sondern auch für andere Menschen, mit denen Sie zusammenleben.

8. Die Atmosphäre muss stimmen

Weiter oben wurde bereits beschrieben, dass es ein Vorteil vom Homeoffice ist, dass Sie den Schreibtisch nicht jeden Abend aufgeräumt verlassen müssen. Das bedeutet aber nicht, dass Sie in einem unordentlichen Raum arbeiten sollten. Denn auch das wirkt sich auf Ihre Arbeitsleistung aus.

Am besten ist es, wenn Sie den Arbeitsraum so herrichten, wie Sie es auch im Büro tun würden. Das bedeutet, dass durchaus auch Pflanzen oder Bilder der Familie auf dem Tisch stehen können. Selbst wenn sich diese nur wenige Meter von Ihnen entfernt befindet.

9. Motivieren Sie sich

Motivation im Job / Foto: Prostock-studio / fotolia.com
Motivation im Job / Foto: Prostock-studio / fotolia.com
Die genannten Regeln setzen nicht nur ein bestimmtes Maß an Disziplin voraus, sondern auch, dass Sie sich motivieren können, den Versuchungen zu widerstehen und stattdessen konzentriert zu arbeiten. Das setzt voraus, sich jeden Tag aufs Neue zu motivieren.

Das kann entweder eine Belohnung sein, wenn ein bestimmter Stand der Arbeit erledigt ist oder ein besonderes Abendessen, dass Sie sich gönnen, wenn Sie einen erfolgreichen Tag hatten. Gerade am Morgen brauchen viele Menschen im Homeoffice eine besondere Motivation, um die Ablenkungen zu überwinden und mit der Arbeit zu beginnen.

10. Arbeiten Sie nicht nur von zu Hause

Auch wenn Sie sich im Homeoffice gut zurechtfinden, sollten Sie den Kontakt zu den Kollegen im Büro nicht verlieren. Auch wenn das Homeoffice einige Vorteile mit sich bringt – Sie haben mehr Zeit für die Familie, können länger schlafen oder haben weniger Stress im Berufsverkehr – sollten Sie auch regelmäßig an Ihren eigentlichen Arbeitsplatz zurückkehren.

Dort finden Sie geregelte Arbeitsbedingungen vor und haben den nötigen sozialen Austausch, der Ihnen vielleicht im Homeoffice fehlt. Zeitweise, beispielsweise in Projektphasen, ist es zwar ebenfalls sehr produktiv, zu Hause zu arbeiten. Doch der direkte Kontakt mit den Kollegen, der nötig ist, um Probleme oder Fragen schnell zu klären, dauert unter diesen Bedingungen zum Teil sogar länger.

Fazit: Testen Sie das Homeoffice aus

Das Homeoffice ist für viele Arbeitnehmer ein probates Mittel, um effektiv zu arbeiten. Doch es ist nicht für jeden geeignet. Sie müssen starre Regeln aufstellen und auch einhalten. Das ist ohne den sozialen Druck der Kollegen und Vorgesetzten manchmal gar nicht so einfach. Doch mit diesen Tipps sind Sie auf jeden Fall gut aufgestellt, um das Experiment Homeoffice einmal zu wagen.

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