Interview mit Claudia Kauscheder von Abenteuer Homeoffice

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Claudia Kauscheder von Abenteuer Home-Office stand schon eine Weile auf meiner Interviewliste und ich hatte das Glück, dass wir am Anfang der Woche Zeit für ein kleines Interview gefunden haben.

Hallo Claudia, bitte Stelle dich doch kurz unseren Lesern vor. Also was machst du und wer bist du?
 

Okay, dann fangen wir vielleicht anders herum an. Wer bin ich, was mach ich – in der Reihenfolge.

Also Claudia Kauscheder mein Name, ich bin in der Nähe von Wien zuhause, 30 Kilometer südlich circa. Bin also eine Ausgewanderte – sozusagen in Wien großgeworden und arbeite jetzt seit 21 Jahren im Home-Office in angestellter Position und seit 10 Jahren noch zusätzlich selbstständig.

Wobei, das war am Anfang sehr wenig online, sehr wenig mit Computer und so richtig losgegangen ist es, würde ich sagen 2009 – 2008 herum, dass ich also wirklich auch mehr in der Selbständigkeit am Computer gearbeitet habe.

Ja und was mach ich? … Ich habe im Prinzip meinen Arbeitsplatz zu meinem Hobby und zu meinem zweiten Standbein gemacht – Neben dem Angestelltenverhältnis. Das heißt, ich unterstütze Menschen dabei, die im Home-Office tätig sind einerseits mit den vielen Ablenkungen zurechtzukommen, die es im Home-Office – natürlich zwar in anderer Form, als im Büro – doch auch gibt. Ich unterstütze dabei, den Fokus zu halten, gleichzeitig den Überblick zu behalten, was ja auch oft schwierig ist, weil privat und beruflich sehr miteinander verschwimmen. Zeitmanagement, Selbstmanagement und Selbstmotivation ist auch ein großes Thema, weil kein Chef dahintersteht und keine Kollegen die rüberschauen, damit man sich zu dem Motiviert, was jetzt gerade Sache ist und was jetzt gerade angesagt ist. Ja, das ist das was ich tue in Form von 1:1 Coachings und Onlinekursen.

Du hast gerade erzählt wie du ins Home-Office gekommen bist. War der Weg für dich schwer oder hat sich das einfach ergeben, dass du das Risiko gehen musstest? Oder hast du gar überlegt, dass du dir vielleicht ein Büro anmietest und das häusliche vom beruflichen trennst?

 

Also die Frage hat sich für mich nicht gestellt – überhaupt nicht. Die Kinder haben mich ins Home-Office getrieben, könnte man sagen. Dadurch war es überhaupt nicht möglich ins Büro zu fahren. Ich war ganz zu Beginn, also wie die Kids noch ganz klein waren, teilweise nur alle 3 Monate im Büro im Angestelltenverhältnis. Und da ist dass alles nur über Telefon und Internet gegangen. Das wär anders gar nicht möglich gewesen, weil ich damals nach Baden herausgezogen bin. Also im Prinzip 40 Kilometer weg von der Arbeitsstelle.

Ich war vorher in leitender Position, hab 30 Personen unter mir gehabt. Das wäre auch in Vollzeit vom Home-Office aus nicht gegangen – das war ganz klar. Das hat sich irgendwie ergeben. Ich wollte einfach nicht nur bei den Kindern zuhause sein, hab mich in der Firma sehr wohl gefühlt und hatte ein Chefin – eine Frau auch mit kleinem Kind und wir haben das gemeinsam „ausbaldowert“, dass ich von zu Hause aus arbeite.

So ist´s passiert. Und dann auch in der Selbstständigkeit. Also jetzt vor 10 Jahren begonnen, da waren die Kinder eben so 10, der Felix war 4 Jahre jünger – 6. Nein ich bin nicht auf die Idee gekommen in ein externes Office zu gehen. Es ist natürlich auch eine Platzfrage. Für mich hat sich schon dann auch irgendwann mal die Frage gestellt: „Jetzt hast du so 1:1 Clienten, wo gehst du mit denen hin?“ So zu Beginn habe ich hauptsächlich, wenn niemand zu Hause war, im Wohnzimmer gesessen, was nicht optimal ist. Später haben wir dann einen kleinen Teil des Kellers – ca. 8 m² ausgebaut. Aber auch da, wenn die Familie zu Hause ist und einer geht runter in den Keller und holt sich etwas rauf und man hört sie oben diskutieren. Es war also nicht optimal. Ich glaube wenn ich weiter in der direkten 1:1 Arbeit geblieben wäre, hätte ich schon mal drüber nachgedacht, so einen Tag, 2 Tage pro Woche in ein externes Büro mich einzumieten um eben dort die Kunden zu empfangen. Das hat sich jetzt erledigt durch die Onlinearbeit.

 

Fühlst du dich im Home Office wohl?

 

Ja, definitiv – definitiv.

Vermisst du die geschäftlichen Alltagskontakte, die man unter Kollegen so hatte im Büro oder ist das gar kein Thema?

 

Schwere Frage, denn ich bin so ein Glückskäfer. Ich hab ja beides. Ich hab einmal in der Woche einmal geballte Teamaktivitäten. Bin also einmal in der Woche – im Büro noch in der Anstellung. Hab da also meine Kollegen um mich. Daher fehlt mir´s wahrscheinlich nicht so. Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie´s wäre, wenn das nicht mehr wäre. Ich glaube schon, dass es mir in gewisser Weise fehlen würde und würde mir „Ersatz“ suchen. So wie ich also jetzt in der Selbstständigkeit eben auch in Mastermind-Teams bin oder immer wieder Skype-Gespräche mit Kollegen führe. Ich glaube, das würde ich einfach ein bisschen ausbauen.

Also jetzt bin ich wirklich satt und zufrieden nach diesem einen Tag Büro. Und ich bin auch froh, wenn ich wieder meine Ruhe hab. Ich glaube aber, dass ich für einen regelmäßigen Austausch sorgen müsste um weiter so zufrieden zu sein.

Alleinsein ist also ein wichtiges Thema?

Das ist ganz oft ein ganz großes Thema. Ich muss ganz ehrlich sagen, bevor ich die Blogparade „Allein sein im Home-Office“ damals gestartet habe, war mir persönlich nicht bewusst, was das für ein Schmerzpunkt ist. Ich habe den nie gehabt. Denn entweder waren die Kinder zu Hause oder ich war den einen Tag in der Woche im Büro – oder beides. Ich bin aber auch gerne mal alleine. Ich bin also niemand der – auch früher auch als Jugendliche nicht, so ein Rudeltier oder auf großen Feten oder Veranstaltungen oder sowas in der Richtung. Also mir liegt dieses bissel alleine sein und dieses konzentrierte vor mich hinarbeiten. Aber so ganz, glaube ich, würde ich mir einen regelmäßigeren Ersatz suchen als ich jetzt habe.

Und wie würde der aussehen? Die Kollegen kann man sich ja schlecht ins Home-Office einladen?

Ja natürlich würde sich da auch viel virtuell abspielen. Accountability-Partnerschaften beispielsweise.

Dieses 1:1 Arbeiten mache ich oft mit einem Kollegen. Vor allem wenn es um Produktion von Videos und Audios geht, dann verabreden wir uns. Dann wird mal kurz geskyped: „Was hast du vor?“ und wenn einer von beiden fertig ist, dann meldet man sich wieder. Das empfehle ich auch immer wieder Kunden von mir, die also ganz, ganz schwer damit zu kämpfen haben, dass die ganz allein gelassen werden. Das ist eben auch in der Blogparade herausgekommen und war für mich eine neue Perspektive. Damit fahren viele Leute sehr gut, dass sie sich 1:1 Partner suchen. Eine andere Geschichte sind Erfolgsteams, Mastermind-Gruppen, aber das wäre zu wenig um das fehlende Büro auszugleichen.

Es gibt auch das andere Extrem, darüber habe ich einen Blogbeitrag geschrieben, da habe ich jemanden interviewt, die haben eine virtuelle Bürogemeinschaft. Das heißt, da wird in der frühe auf Skype gegangen: „Hallo guten Morgen!“, Käffchen hingestellt. Und dann rennt den ganzen Tag Skype und wenn jemand was braucht, dann rührt er sich bei den anderen.

Das wäre mir zu viel des Guten! Aber so wirklich – jemanden, mit dem kann ich gut, der hat die selbe Art zu arbeiten, der lenkt mich nicht ab, der unterstützt mich eher – So eine virtuelle Partnerschaft einzugehen find ich eine Klasse Geschichte. Das kann ich empfehlen.

Hast du im Home-Office auch schon negative Erfahrungen gemacht?

Ja natürlich. Die Negativerfahrung ist so gewesen, das merk ich auch jetzt erst, wo ich mein eigenes Büro hab: Ich hab früher im Wohnzimmer gearbeitet. Also mittendrin in Family & Kindern und merke jetzt erst wie anstrengend das war, das alles auszublenden.

Ich hab zu den Kindern immer gesagt „Feuer oder Blut“ alles andere interessiert mich nicht wenn ich arbeite. Anfangs haben sie das versucht auszunutzen. Gerade beim Programmieren, wenn du voll konzentriert da dran bist. Ich war mit meiner Arbeitssession fertig und habe mich umgeschaut und die Kinder haben etwas gemacht, das nicht Usus ist. Und bei der Nachfrage wie sie auf die Idee kamen, meinten sie „ Du hast ja „Ja“ gesagt. Das heißt, sie haben mich angesprochen, sie haben ganz genau gemerkt, ich bin voll drinnen, haben mich irgendetwas gefragt und ich habe einfach „Ja ja – ist gut mache mal!“ gesagt. Und haben dadurch ein paar Blödheiten angestellt und ich habe mir angewöhnt, prinzipiell nein zu sagen, wenn ich angesprochen werden.

Es bedarf aber einen ungeheuren Energieaufwand der dir dann bei der Arbeit fehlt, um dir diese Scheuklappen aufzusetzen. Manchmal habe ich mir sogar Kopfhörer aufgesetzt um einfach draußen zu sein.

Das machen auch viele im Büro, mit Kopfhörern ist man sehr gut abgeschottet.

Früher bin ich ins Büro gefahren um konzentriert zu arbeiten. Da war das angenehm, obwohl wir zu viert oder fünft im Büro gesessen sind. Heut merk ich, dass mir der eine Tag völlig reicht, dass ich im Home Office zu Hause viel konzentrierter arbeite. Das hat sich also umgedreht. Einerseits durch das eigene Büro und durch die größeren Kinder.

Wie motivierst du dich in deiner Arbeit, wenn du im Home Office sitzt?

Hmm… wie motiviere ich mich –

Also wie komme ich dazu, dass ich endlich loslege?

Das endlich loslegen ist in der Früh überhaupt kein Problem, da geb´ ich dir Recht. Aber ich hab durchaus meine Energietiefs.

Du bist sehr früh aktiv, das beweisen deine morgentlichen Facebookposts. Während ich da beispielsweise noch etwas verschlafen meinen Kaffee trinke bist du schon im Arbeitsmodus – wie machst du das?

Ich habe festgestellt, auch mit einem Programm – von 5 bis 7 ist meine Hochzeit. Dann brauch ich mal ein bisschen Pause wo ich mal was anderes mache. Dann geht es weiter. Um nicht abzuschweifen – Wenn ich mal einen Durchhänger habe, dann kann ich mich durch Selbstgespräche motivieren – so doof das klingt. Ich red´ dann mit mir.

Das machen Sportler auch und dass es funktioniert ist ja wissenschaftlich bewiesen.

Ja das funktioniert, ich red´ mir quasi gut zu. Die zweite Möglichkeit ist auch wirklich mal auf den Plan schauen was ansteht. Was sollte ich gerade machen, was ich mir vorgenommen habe. Dann suche ich mir etwas raus, um Schwung zu holen. Ich bin kein Verfechter der „Krötentheorie“, also in der Früh die größte Kröte zu erst. Also da komm ich nicht aus dem Bett, wenn ich die Kröte davor sitzen habe. Also ich bin eher der Schwungholer. Dann mach ich unter Umständen Dinge, die mir leicht von der Hand gehen und mir Spaß machen und dadurch komm ich wieder in die Motivation rein weiter zu machen.

Sehr spannend! „Eat the Frog first“ ist also kein Thema für dich?

Ich hab´ das Buch gelesen, es war teuer und habe es wirklich probiert. Ich hab alles versucht, aber das ist etwas, dass… nein das bin nicht ich. Ich bin der Schwungholer und ich sage in meinen Onlinekursen immer: „Entweder iss den Frosch oder küss den Prinzen!“. Ich küsse lieber den Prinzen.

 

Was sind deiner Meinung nach die größten Produktivittätsbremsen im Home Office?

Ich glaub die allergrößte Produktivitätsbremse ist die, wenn ich nicht weiß was ansteht, wenn nicht geplant wird, wenn ich ununterbrochen überlegen muss, was ich als nächstes mache. Oder was wäre jetzt wichtig? Wenn das nicht klar ist, dann verdaddelt man ganz viel Zeit.

Wenn ich jetzt antworten würde: Email und Facebook und all diese Dinge – natürlich sind das auch Produktivitätskiller – nur ich bemerk eben bei meinen Kunden, die kippen da erst hinein – auch bei mir selber, wenn ich nicht weiß, was ansteht.

Hast du Email- und Facebookzeiten an die du strikt hältst?

Ich könnt jetzt nicht sagen, täglich von 6:00 bis 6:30 auf Facebook, aber lass mich schauen. Ja – ist zu (lacht)! Ich habe es geschlossen. Und wenn ich entweder sag: „Ich brauch´ eine Pause“ oder ich habe was drauf zu tun, dann mach ich es auf. Früher habe ich mir die Zeit mit Wecker begrenzt.

Das ich mir wirklich den Wecker auf eine viertel Stunde gestellt habe, weil du scrollst noch ein bisserl und noch ein bisserl – so auf die Art und Weise. Also fixe Uhrzeiten hab ich nicht, aber ich mach´s nur auf, wenn ich mindestens eine viertel Stunde Zeit hab.

Wobei ich mich jetzt selber ertappt habe, ich mach immer alles brav zu, wenn ich konzentriert arbeite. Aber heute hab ich´s besonders gemerkt. Ich habe mein Handy zwar auf lautlos geschalten aber es brummelt wenn etwas kommt. Das heißt es brummelt wenn eine E-Mail kommt oder eine Facebook-Nachricht und schwupp bin ich draußen. Und wenn ich nur draufschau und denke: „ Hm, da muss ich antworten“. Ich hab mir nun fest vorgenommen das zu tun, was ich meinen Kunden rate: nämlich auf Flugmodus zu schalten. Und dazwischen wieder einzuschalten. Das ist zwar ein doofes Gefühl, weil ich nie weiß, ob meine Kinder versuchen mich zu erreichen. Auf der anderen Seite, die sind inzwischen so groß, wenn´s wirklich brennt, nehmen sie das Festnetztelefon und das kann ich eh net abstellen. Also: mein Handy ist im Flugmodus.

Mich interessiert, wie es auf deinem Schreibtisch aussieht. Arbeitest du noch mit Zetteln, oder machst du alles digital?

99,% Prozent digital. Lass mich mal schauen, was hab ich an Zetteln rumliegen? Ich hab da einen Zettel, da hab ich mein Inhaltsverzeichnis geschrieben, wo ich online was machen muss, dann hab ich da ´nen Zettel liegen, das sind die Schularbeitstermine meines Sohnes, das war´s. Mehr Zettel hab ich nicht.

Ich hab halt ein Kisterl, allerdings nicht direkt im Blick sondern quasi schräg rechts hinter mir. Da kommt alles hinein, wo ich sag, das muss jetzt nicht sein. Das schau ich mir im Block an. Also einmal pro Woche wird das Kisterl ausgeräumt und durchgearbeitet. Und wenn da etwas dringendes ist, wo ich schon beim Post aufmachen sehe, dass das erledigt werden muss, dann kommt das auf die ToDo-Liste im Trello und ich weiß ganz genau, die Unterlagen müssen im Kisterel drinnen sein und ich muss nicht lange suchen.

Nun hast du mit Trello bereits ein sehr schönes Stichwort geliefert. Was sind deine Lieblingshelfer für einen gut organisierten Arbeitsalltag?

Trello!

Nur Trello?

Ich überlege gerade. Wirklich, wirklich verwenden tu ich Trello auf allen Devices und Evernote. Das sind so meine Haupttools. Wenn Trello morgen abdreht, weiß ich nicht mehr was ich tun soll. (lacht).

Outlook hat doch auch einen schönen Kalender…

Ich mag Outlook nicht. Also in der Firma muss ich´s verwenden. Verwende es aber nur für Mails hin und her und sonst gar nix. Es ist mir zu mächtig und entspricht nicht meinem, wie soll ich das sagen… Ich bin so der visuelle Typ und so ein bissel spielerisch – Spieltrieb auch noch ausgeprägt, obwohl ich keine Onlinespiele spiele. Aber mein Onlinespiel ist halt Trello – da kann man Kärtchen hin und her schieben.

Gamification also?

Nun Gamification geht ja viel, viel tiefer. Aber es ist ein Tool, was genau das anspricht in meinen Augen und auch so mein Bedürfnis nach dem Überblick und wenn ich´s brauch sofort die Details zu haben.

Was sind deiner Meinung nach die größten Fehler im Home-Office?

Okay – keine fixen Arbeitszeiten, und unter fix versteh ich jetzt, die kann jeden Tag anders sein. Das muss nicht von „nine-to-five“ sein. Das ist das Erste.

Das mit der Planung hatten wir ja schon und keine Abgrenzung. Das heißt: nicht aufzuhören. Und da beißt sich nämlich die Katze wieder in den Schwanz. Wenn ich nämlich geplant habe und weiß, was ich heute zu tun hab und ich hab das erledigt, dann kann ich aufhören. Es gibt keinen Selbstständigen, der sagt: „Ich hab nix zu tun mir fällt nix mehr ein…“ und das ist genau die Problematik – das gibt’s einfach nicht und daher muss man sich selber Grenzen setzen, indem man sagt: „Okay das ist heute dran – natürlich könnt ich noch und noch und noch, aber wenn das erledigt ist, ist es erledigt.“ Punkt, ich bin fertig. Und gerade dieses Gefühl – ich bin fertig, ist das Zweite was den Homeworkern wahnsinnig abgeht im Gegensatz zum Angestelltenverhältnis und externen Büro, dass die den Schalter nicht umlegen können.

Hast du ein Patentrezept für konzentriertes Arbeiten im Home-Office? Besonders um durchzupowern?

Durchpowern bin ich schon mal nicht dafür. Durchpowern ist gar nicht gut. Pausen sind immens wichtig. Das ist auch einer der größten Fehler von Homeworkern: sie machen kein Pausen.

Hm, Patentrezept… Also ich sag mal, was mir hilft in Hochzeiten, also wo ich wirklich sag: „So, wenn ich jetzt nicht konzentriert dranbleib´, dann fliegt mir irgendwas um die Ohren“, so wenn ich mittendrin bei in einer Kurserstellung oder so bin, dann hilft mir die Pomodoro-Technik unheimlich. Einerseits eben um nicht auszupowern, die Pausen zu machen und andererseits ein bisserl einen liebevollen Druck aufzubauen, mich nicht ablenken zu lassen. Wenn ich nur 25 Minuten für etwas Zeit hab´ oder mir Zeit nehme, habe ich keine Zeit mehr irgendwo anders zu gucken und der Fokus ist wirklich auf die eine Aufgabe gerichtet. Also ich mach nicht den ganzen Tag und immer Pomodoro, aber wenn´s ganz hart auf hart kommt, mache ich Pomodoro.

Wie schaffst du es vom Arbeitsmodus in den Feierabendmodus zu wechseln? Fängt das bei dir direkt mit dem Schritt aus dem Büro an oder rufst du dir bewusst in den Kopf, dass du geschafft hast, was du schaffen wolltest?

Ja das ist schon wieder so ein bisserl, eine Art von Selbstgespräch, so wie du gesagt hast. Das letzte Kärtchen meiner Arbeit ist erledigt. Ich bin also nicht so der Verfechter zwischen diesem Balancegefühl zwischen dem einen oder dem anderen. Nämlich Arbeit und Freizeit muss ausbalanciert sein. Denn dafür macht mir meine Arbeit zu viel Spaß.

Wenn ich mich am Abend – oder wenn ich fertig bin mit Arbeit, beschäftige, dann nicht unter einem ToDo-Druck oder irgendwelchem Zeitdruck. Dann darf ich mir Fortbildungsvideos anschauen oder in Blogs lesen oder darüber nachdenken, was ich als nächsten machen will.

Für mich ist das wirklich so: Das letzte Kärtchen ist weg und selbst wenn nicht merke, dass ich müde bin und heute geht einfach nichts mehr, dann schiebe ich das unerledigte Kärtchen weg von meiner Heute-Liste, damit die leer ist. Dann bin ich fertig.

Hast du noch etwas, was deiner Meinung nach unsere Leser und Hörer unbedingt wissen müssen?

Was wirklich wichtig ist, das hab ich unlängst bei einem Vortrag gemerkt: Dieses Bild von Arbeit, dass wir im Kopf haben, dass wir das unbedingt ändern dürfen, wenn wir im Home-Office arbeiten. Wir dürfen mittags ein Schläfchen machen. Wir dürfen um 4 frühs anfangen zu arbeiten, wird dürfen um 9 abends anfangen mit arbeiten oder frühs mit einer Freundin einen Kaffee trinken. Das funktioniert natürlich nur wenn du gut geplant hast.

Dieses Bild im Kopf „Ich muss um Acht am Schreibtisch sitzen!“ und „Ich darf nicht vor um Fünf aufhören!“ oder „Ich darf nicht länger als eine halbe Stunde Mittagspause machen – nur dann bin ich produktiv“ – das ist absoluter Quatsch und dieses Bild müssen wir aus dem Kopf kriegen.

Bei mir funktioniert es im Home-Office gut dadurch, dass ich mir feste Arbeitszeiten angewöhnt habe. Ich steh auf, und bin konzentriert und fit.

Aber das ist auch dass, was ich am Anfang gesagt habe. Ich bin auch für fixe Arbeitszeiten, aber die dürfen flexibel sein. Die dürfen aber auch Raum lassen für anderes. Was ja auch wieder Pause, neue Impulse und Motivation bedeutet.

Mit diesen Stichworten möchten wir zum Ende des Interviews kommen und ich bedanke mich ganz herzlich dafür, dass du dir die Zeit genommen hast, mir Rede und Antwort zu stehen und unseren Hörern und Lesern ein paar Tipps gegeben hast.

Wer jetzt mehr Lust auf noch mehr Informationen bekommen hat, der findet auf Claudias Homepage unter www.abenteuerhomeoffice.at weitere Informationen.

 

 

 

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